Krippenspiele haben in unseren Breiten eine lange Tradition: Schon im Mittelalter ist es der christlichen Bevölkerung ein Bedürfnis, das Weihnachtsgeschehen szenisch darzustellen. Dabei wurde bei den sogenannten „Paradies-Spielen“ der Sündenfall in den Mittelpunkt gerückt, der vom neugeborenen Jesuskind überwunden werden soll.
Das St. Pöltner Krippenspiel dürfte um 1800 entstanden sein. Auch hier stehen Adam und Eva sowie die Schlange am Beginn der Geschichte – nur sind es hier keine Menschen, die in Rollen schlüpfen, sondern Stabpuppen. Vor wechselnden Kulissen erzählen sie auf spaßige Weise die Heilsgeschichte unterbrochen von derben Späßen und profanen Szenen. Der Humor kommt auch in den eingestreuten Liedern nicht zu kurz, besonders wenn der Antagonist Herodes von der Habergeiß, einer Dämonengestalt in Form einer Ziege mit Pferdehufen, und dem Tod besucht wird.
Finissage
Samstag, 31.01.2026
Anlässlich des Endes der Winterausstellung "Himmel, Hölle & Heilige Nacht" lädt das Museum am Dom zu einem stimmungsvollen Nachmittag für die ganze Familie. Der Eintritt ist ganztägig frei!
Führungen
Treffpunkt bei der Kassa
10:30 und 14:30 Uhr
Wer die Ausstellung "Himmel, Hölle & Heilige Nacht" noch nicht besucht hat, kann bei den angebotenen Rundgängen mehr über das St. Pöltner Krippenspiel erfahren. Kosten 2 Euro pro Person.
Aufführung des Traismaurer Krippenspiels
Sommerrefektorium
16:00 Uhr
In Traismauer hat sich ebenfalls ein Krippenspiel erhalten, das viele Parallelen zum St. Pöltner Gegenstück aufweist. Bis heute wird dieses Puppentheater vom Gesangsverein (1862) Traismauer gespielt.
Das Traismaurer Krippenspiel hält um 16:00 Uhr ein Gastspiel im Sommerrefektorium (Eingang in der Allee zwischen Brunnenhof und Bischofstor)
Eintritt frei – freie Platzwahl. Keine Anmeldung erforderlich.
St. Pöltner Krippenspiel
Die erste Erwähnung des St. Pöltner Krippenspielst stammt aus dem Jahr 1839. Von 1854 bis 1880 spielt Josefine Fitzka (geb. Lang) das Krippenspiel – sie erneuert es 1870 gänzlich. Danach spielen andere Familien das „Kripperl“.
Zeitgenössische Berichte zeigen die große Popularität: Bis 1885 finden jeden Sonntag in der Weihnachtszeit zwei 120-minütige Aufführungen statt – inklusive Bühneneffekten mit rotem und grünem Rauchfeuer sowie Wunderkerzen. Ende des 19. Jahrhunderts gerät das Krippenspiel im Angesicht anderer Belustigungen in Vergessenheit.
Um 1930 schreiben Hulda Mical und ihre Schwestern das Stück nieder – gestützt auf Erinnerungen von Fitzkas Tochter Josefine Blahuschek. Nach einer Publikation durch Raimund Zoder wird es 1931/32 im Wiener Volkskundemuseum gezeigt; 1939 soll es in München ausgestellt werden, was der Krieg verhindert. Danach verfällt es erneut in einen Dornröschenschlaf. Die Figuren werden von Privatpersonen erworben und dem Stadtmuseum und dem Museum am Dom geschenkt.
Mit dieser Ausstellung wird es erstmals seit langem möglich sein, die auf mehrere Museen verteilten Figuren gemeinsam zu sehen und in den größeren Kontext der Krippenspiel-Tradition Niederösterreichs zu stellen.
Anhand der einzelnen Stationen werden auch die Geschehnisse des Weihnachtsfestkreises erklärt – unterstützt durch Bilder mit weihnachtlicher Thematik aus dem Museumsbestand. Eine mechanische Krippe aus den 1950er Jahren erweckt die Geburtsszene im Stall in Bethlehem mit sich bewegenden Figuren zum Leben – in verschiedenen Kreisen, angetrieben durch ein Zahnradgetriebe, ziehen Schafe, Hirten und Rehe durch die Landschaft.
Abschließend können Besucherinnen und Besucher bei einer Theaterstation die Krippenfiguren zum Leben erwecken.
Öffnungszeiten:
28. November 2025 bis 1. Februar 2026
Di – Fr, Sa, So und Ftg.: 10.00 bis 16.00
geschlossen am: 24.12., 25.12., 1.1.
Führungen auf Anfrage sowie am 6.12., 20.12., 3.1., 31.1. jeweils um 10.30
Nähere Infos finden Sie unter www.museumamdom.at.