In hochkarätiger Vokal- und Instrumentalbesetzung bringt es Werke von Komponisten zur Aufführung, die durch Aufführungsverbot, Verfolgung und Vertreibung Jahrzehnte lang vergessen waren.
Anlässlich des heurigen Gedenkjahrs zu 80 Jahre Kriegsende und Befreiung der Überlebenden findet in der in neuem Glanz erstrahlenden Ehemaligen Synagoge St. Pölten eine Serenade statt, die vorrangig Werke von Kom-ponisten in den Fokus stellt, die im „Dritten Reich“ als „entartet“ galten oder aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ins Exil gehen mussten.
Sopranistin Shira Patchornik, Dorothy Khadem-Missagh (Klavier), Ekaterina Frolova (Violine) und Péter Somodari (Violoncello) präsentieren Werke von Hans Gál, Karl Rankl, Alexander Zemlinsky und Georg Friedrich Händel (in Bearbeitung von Hans Gál).
„Ich finde es wichtig, würdig und im wahrsten Sinne des Wortes stimmig, wenn in der Ehemaligen Synagoge Werke von Komponisten erklingen, die von den Nationalsozialisten durch Aufführungsverbot, Vertreibung und Ermordung zum Schweigen gebracht wurden“, erklärt Martha Keil, wissenschaftliche Leiterin der Ehemaligen Synagoge St. Pölten.
Shira Patchornik
Die in Israel geborene Sopranistin absolvierte ihre Ausbildung in Tel Aviv und Leipzig. Ihre Expertise für die Vokalmusik des Barock führte sie u.a. zu den Bregenzer Festspielen, ans Theater an der Wien und zu den Inns-brucker Festwochen. Auch als Gewinnerin internationaler Gesangswettbewerbe konnte die vielseitige Sopranistin reüssieren.
Trio Vision
Das 2019 gegründete Trio Vision – Vienna Vision widmet sich der reichen und vielseitigen Literatur des Klavier-trios, die von der Klassik bis zur zeitgenössischen Musik reicht. Die gemeinsame Vision ist Antriebskraft, die Tradition des Genres mit Liebe und Leidenschaft, aber auch mit Neugierde und Entdeckungsdrang zu erfüllen.
Ekaterina Frolova, in St. Petersburg geboren, studierte in Russland und Wien und ist erste Violinistin der Wie-ner Philharmoniker, internationale Preisträgerin und gefragte Solistin. Sie konzertiert weltweit und spielt auf einer Violine von Nicolo Gagliano (1755).
Peter Somodari ist Solocellist der Wiener Philharmoniker und gefragter Kammermusiker. Ausgebildet in Buda-pest und Deutschland, war er zuvor Solocellist in Luzern und Mitglied mehrerer renommierter Quartette. Seit 2012 spielt er im Orchester der Wiener Staatsoper.
Die österreichische Pianistin Dorothy Khadem-Missagh gastiert international in renommierten Konzertsälen und Festivals. Die Preisträgerin des Internationalen Beethoven-Wettbewerbs leitet das Festival Beethoven Früh-ling und ist als Bösendorfer Artist dem Wiener Klang verbunden.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich, dem Jahresschwerpunkt „Erinnern für die Zukunft" und mit freundlicher Unterstützung von Exilarte statt.
Interpretinnen und Interpreten
Shira Patchornik, Sopran
Trio Vision:
Ekaterina Frolova, Violine
Péter Somodari, Violoncello
Dorothy Khadem-Missagh, Klavier
Serenade des Exils
Sonntag, 26. Oktober 2025
Einlass: 17.30 Uhr, Beginn: 18.30 Uhr
Ehemalige Synagoge St. Pölten (Dr. Karl Renner-Promenade 22, 3100 St. Pölten)
Tickets gibt es hier.