Warum wird der Europaplatz neu gestaltet?

Der Fahrbahnbelag und die darunter liegenden Einbauten haben das Ende ihres Lebenszyklus erreicht. Eine Sanierung ist unumgänglich. Die erforderlichen Baumaßnahmen ermöglichen eine Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, und eröffnen die Möglichkeit großzügige Freiflächen attraktiv zu gestalten. Gebaut wird etappenweise 2022 und 2023.

Josef Vorlaufer © Josef Vorlaufer
Die Umgestaltung des Europaplatzes ist mit zahlreichen Vorteilen verbunden.

Die Leitungen für Wasser, Gas, Strom, Fernwärme, Telekommunikation und der Kanal haben bereits das Ende der Lebensdauer erreicht. Die Fahrbahnoberfläche am Europaplatz musste in den letzten Jahren bereits laufend instandgehalten werden. Mit 44.000 Fahrzeugen pro Tag ist der Europaplatz die wohl am meisten befahrene Kreuzung in der Landeshauptstadt. Dementsprechend groß ist die Belastung des Asphalts.
Zuletzt ist es wiederholt zu Schäden an der Fahrbahn und Kanalschächten gekommen, die unter Aufrechterhaltung des Verkehrs sofort behoben werden mussten. Es ist damit zu rechnen, dass es in der nächsten Zeit auch bei den Einbauten zu Gebrechen kommt, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und auch Versorgungsengpässen führen könnte.
Zudem ist der Europaplatz, der als „kreisförmige Verkehrsfläche mit vier im Ring geschalteten Ampelanlagen“ angelegt ist, ein Unfallhäufungspunkt. Diese Gestaltung der Kreuzung ist überaus selten, wodurch KraftfahrerInnen aufgrund der vielen Ampeln und Richtungsfahrbahnen häufig überfordert sind. Dadurch kommt es zu gefährlichen Situationen und Unfällen.
Deshalb sind die tiefgreifenden Sanierungen der Fahrbahn und der Einbauten sowie die Neugestaltung des Europaplatzes unumgänglich.

Gemeinsames Projekt

Das Land Niederösterreich und die Stadt St. Pölten haben sich dazu entschlossen, die zwingend erforderlichen Bauarbeiten gemeinsam und koordiniert durchzuführen. Die Gesamtplanung obliegt federführend dem Land NÖ. Die straßenbaulichen Maßnahmen der Fahrbahnen wird das Land vornehmen, die Stadt wird sich um die attraktive Gestaltung der so genannten „Nebenflächen“ kümmern.

Vierstrahlige Kreuzung statt Kreisel

Die Neugestaltung des Europaplatzes stellt ein Großbauvorhaben im städtischen Straßennetz dar.
„Wir haben unterschiedliche Umbauszenarien sehr genau geprüft und auf ihre Auswirkungen hin untersucht. Wichtige Kriterien dabei waren die Erhöhung der Verkehrssicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen, zumindest eine gleiche Leistungsfähigkeit und eine wesentliche Verbesserung für die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie FußgeherInnen und RadfahrerInnen“, erläutert der Leiter der Abteilung Straßenplanung beim Land Niederösterreich Dipl.-Ing. Christof Dauda. „Das Ergebnis dieser Untersuchungen ist eine vierstrahlige Kreuzung, die alle vorgenannten Kriterien erfüllt.“
„Die angestrebte vierstrahlige Kreuzung hat auch Vorteile bei der Errichtung. Während bei einer Sanierung des derzeit bestehenden Kreisels der Verkehr zu den Stoßzeiten mit Sicherheit zum Erliegen kommen würde, besteht bei der vierstrahligen Kreuzung die Möglichkeit, das Kreuzungsplateau im Bereich des derzeit bestehenden Springbrunnens zu errichten und die einzelnen Fahrbahnäste etappenweise anzuschließen. So wird versucht die Kreuzung mit möglichst geringen Verkehrsbeeinträchtigungen umzubauen“, erläutert der Straßenbauexperte des Landes.

Tolle Chance für Neugestaltung

Der Bau der neuen Kreuzung ist unweigerlich mit dem Verlust des markanten Erscheinungsbildes des Europaplatzes mit seinem Springbrunnen und der Wasseranlage in der Mitte verbunden. Der Leiter der Stadtplanung im Magistrat Dipl.-Ing. Jens de Buck sieht aber in den notwendigen Bauarbeiten die Chance für eine attraktive Neugestaltung der künftigen Verkehrsnebenflächen: „Wir werden 2020 einen Gestaltungswettbewerb für die Nebenflächen auf Basis des Verkehrsprojektes durchführen. Fakt ist, die Flächen für die Fahrbahnen werden bei gleicher Leistungsfähigkeit kleiner, die Flächen für Grün und attraktive Gestaltung wesentlich größer. Stadt- und Landschaftsplaner werden also unter Beiziehung von Verkehrsplanern ein Konzept für eine hochwertige Ausgestaltung der nutzbaren Aufenthaltsflächen außerhalb der Fahrbahnen erstellen. Im Gegensatz zu der nicht zugänglichen Springbrunnenanlage, die ja inmitten der vom Fahrzeugverkehr umgebenden Verkehrsflächen liegt, sollen die Flächen für Fußgänger und Radfahrer großflächiger angelegt werden und hochwertige Aufenthaltsqualität schaffen, dies trotz der unverändert hohen Verkehrsbelastung. Letztlich soll die Neugestaltung wieder zu einem markanten Erscheinungsbild des Europaplatzes führen.“

Ambitionierter Zeitplan

Aktuell laufen die notwendigen Planungen, im Jahr 2020 soll der Gestaltungswettbewerb für die Verkehrsnebenflächen abgewickelt werden und das Behördenverfahren für den Bau durchgeführt werden. Die Bauvorbereitungen sind im Jahr 2021 geplant. Die etappenweise Errichtung der Kreuzung samt Nebenflächen wird in den Jahren 2022 und 2023 erfolgen.

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