Die gesunde Stadt

Hitzewarnung: Waldbrandgefahr enorm, Trinkwasserversorgung gesichert

Aktuell gilt Hitzewarnstufe 4 von 4 (rot) für mehrere Bezirke in Niederösterreich, auch in St. Pölten herrschen extreme Temperaturen. Hiermit informiert die Stadt St. Pölten über Schutzmaßnahmen, besonders betreffend Waldbrandgefahr und Trinkwasserversorgung.

Bürgermeister Matthias Stadler schenkt ein Glas Wasser ein. (Foto: Arman Kalteis)
Die anhaltende Hitze und Trockenheit machen deutlich, wie wertvoll Wasser als wichtigste Lebensgrundlage ist. Während ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Trinkwasser immer wichtiger wird, ist die Versorgung in St. Pölten auch bei hohen Temperaturen und längeren Trockenperioden durch eine sichere Infrastruktur gewährleistet. (Foto: Arman Kalteis)
Bürgermeister Matthias Stadler schenkt ein Glas Wasser ein. (Foto: Arman Kalteis)
Bei extremer Hitze sollten schattige Plätze aufgesucht und der Körper regelmäßig abgekühlt werden – zum Beispiel im Ratzersdorfer See. Beim Sprung ins kalte Wasser ist jedoch Vorsicht geboten: Ein zu abrupter Temperaturwechsel kann zu Kreislaufproblemen führen. Besser ist es, den Körper langsam an die niedrigere Wassertemperatur zu gewöhnen. (Foto: Arman Kalteis)

Aufgrund der starken bis sehr starken Hitzebelastung in den kommenden Tagen sind Maßnahmen zum Selbstschutz notwendig. Die Stadt St. Pölten appelliert an die Bevölkerung, besonders auf die eigene Gesundheit sowie auf gefährdete Mitmenschen zu achten.

Trinkwasserversorgung trotz Hitze und Trockenheit gesichert

Die Trinkwasserversorgung St. Pölten ist in der Lage, selbst bei länger anhaltenden Trockenperioden ausreichend Wasser zur Verfügung stellen zu können. Es stehen vier Hochbehälteranlagen mit insgesamt 19.750m³ Speichervolumen und zwei Brunnenfelder mit 7 Brunnen, welche eine Tiefe von 12 m bis 24 m aufweisen, zur Verfügung. Laufend werden von den Mitarbeiter:innen die Wasserstände gemessen und dokumentiert.

„Die anhaltende Hitze und Trockenheit führen uns deutlich vor Augen, wie wertvoll und unverzichtbar Wasser für unser tägliches Leben ist. Was für viele selbstverständlich erscheint, ist in Wahrheit ein kostbares Gut, mit dem wir verantwortungsvoll umgehen müssen. Deshalb appelliere ich an alle, Trinkwasser bewusst zu nutzen und Verschwendung zu vermeiden. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Situation aber auch, wie gut wir in St. Pölten aufgestellt sind. Unsere Bürger:innen können sich auch in außergewöhnlich heißen und trockenen Zeiten auf eine sichere und verlässliche Trinkwasserversorgung verlassen. Das ist das Ergebnis einer vorausschauenden Planung, kontinuierlicher Investitionen und der hervorragenden Arbeit unserer Mitarbeiter:innen“, so Bürgermeister Matthias Stadler zur aktuellen Trinkwasserversorgung der Landeshauptstadt.

Waldbrandgefahr: Offenes Feuer verboten

Aufgrund der anhaltenden Hitze und Trockenheit wird außerdem ausdrücklich auf die derzeit geltende Waldbrandverordnung hingewiesen. In Wäldern sowie in deren Gefährdungsbereichen ist das Entzünden von Feuer und das Rauchen verboten. Dies betrifft insbesondere Lagerfeuer, Grillfeuer, das Wegwerfen von Zigaretten oder glühenden Gegenständen sowie jede andere Form von offenem Feuer. Bereits kleine Funken können unter den aktuellen Bedingungen Brände auslösen und erhebliche Schäden verursachen. Die Bevölkerung wird ersucht, die Bestimmungen der Waldbrandverordnung strikt einzuhalten und verdächtige Rauchentwicklungen oder Brände umgehend über den Notruf 122 zu melden.

Ausreichend trinken und Belastungen vermeiden

Längere Hitzeperioden stellen insbesondere für ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Personen mit Behinderungen eine erhebliche gesundheitliche Belastung dar. Die Stadt ersucht daher alle Bürger:innen, regelmäßig nach Angehörigen, Nachbar:innen sowie alleinstehenden Personen zu sehen und Unterstützung anzubieten. Säuglinge, Kleinkinder sowie Tiere dürfen niemals im Auto zurückgelassen werden. Bereits nach wenigen Minuten können in Fahrzeugen lebensgefährliche Temperaturen entstehen.

Wichtig ist vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Auch ohne Durstgefühl sollten täglich mindestens (!) zwei Liter Wasser oder andere koffein- und alkoholfreie und möglichst wenig gesüßte Getränke konsumiert werden. Besonders empfehlenswert ist Leitungswasser – die öffentlichen Trinkbrunnen in St. Pölten bieten kostenloses, frisches Trinkwasser an 35 Orten im gesamten Stadtgebiet.

Darüber hinaus wird empfohlen:

  • körperliche Anstrengungen möglichst in die frühen Morgen- oder Abendstunden zu verlegen,
  • die Mittagshitze zu meiden,
  • leichte, wasserreiche Kost wie Obst, Gemüse und fettarme Milchprodukte (oder möglichst naturbelassene Milchersatzprodukte) zu bevorzugen,
  • helle, luftige Kleidung aus Naturfasern zu tragen,
  • Sonnenhut, Sonnenschirm und Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden,
  • den Körper regelmäßig durch Duschen, kalte Wickel oder feuchte Tücher abzukühlen,
  • bei gesundheitlichen Problemen rechtzeitig ärztlichen Rat einzuholen. 

    Achten Sie bei Medikamenten auf eine korrekte Lagerung! Hinweise finden Sie in der Gebrauchsinformation bzw. erhalten Sie bei den Apotheker:innen.

Wohnräume kühl halten

Um eine Überhitzung von Wohnräumen zu vermeiden, sollten Fenster tagsüber geschlossen und beschattet werden. Gelüftet werden sollte möglichst in den frühen Morgenstunden oder während der Nacht. Außenjalousien, Rollläden, Markisen oder Sonnensegel können die Aufheizung zusätzlich reduzieren.

Auch auf unnötige Wärmequellen in der Wohnung sollte verzichtet werden. Backofen, Wäschetrockner oder andere stark wärmeabgebende Geräte sollten möglichst sparsam genutzt werden.

Vorsicht beim Sprung ins kalte Wasser

Auch wenn die Abkühlung bei diesen Temperaturen dringend gebraucht wird, sollte man bei großer Hitze nicht überhastet in kühle Gewässer zu springen. Der plötzliche Temperaturunterschied zwischen stark erhitztem Körper und kaltem Wasser kann den Kreislauf massiv belasten und im schlimmsten Fall zu einem Schockzustand oder Kreislaufversagen führen. Vor dem Baden sollte der Körper daher langsam und schrittweise an die Wassertemperatur gewöhnt werden.

Abkühlungsmöglichkeiten in St. Pölten nutzen

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, der Hitze zu entkommen und sich abzukühlen:

  • öffentliche Trinkbrunnen im Stadtgebiet nutzen,
  • schattige Park- und Grünanlagen aufsuchen,
  • das Rathaus als kühler Aufenthaltsort während der Öffnungszeiten,
  • der St. Pöltner Dom und weitere Kirchenräume,
  • die Seen und Naherholungsgebiete im Stadtgebiet,
  • das Citysplash Freibad,
  • weitere öffentliche Einrichtungen mit angenehmen Aufenthaltsbereichen.

Asphalt, Betonflächen und Spielgeräte können sich stark aufheizen und Temperaturen weit über der Lufttemperatur erreichen. Eltern sollten vor der Nutzung von Spielgeräten deren Oberflächentemperatur überprüfen.

Hunde sollten möglichst nur in den frühen Morgen- oder Abendstunden ausgeführt werden. Heiße Asphaltflächen können zu Verbrennungen an den Pfoten führen. Achten Sie auch bei Ihren Haustieren auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Sicherung bei Unwettergefahr

Die derzeitige Hitzewelle kann auch die Bildung heftiger Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen begünstigen. Die Stadt St. Pölten empfiehlt daher, rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen zu treffen:

  • Lose Gegenstände auf Balkonen, Terrassen und in Gärten wie Sonnenschirme, Gartenmöbel, Blumentöpfe oder Spielgeräte sichern oder ins Trockene bringen
  • Fenster, Türen und Dachflächenfenster bei aufziehenden Gewittern rechtzeitig schließen
  • Fahrzeuge möglichst in Garagen oder geschützten Bereichen abstellen
  • Auch im privaten Bereich Bäume und größere Äste in der Nähe von Gebäuden oder Verkehrsflächen regelmäßig kontrollieren
  • Bei Gewitterwarnungen Parks, Wälder, Badeseen und andere Freiflächen rechtzeitig verlassen
  • Aktuelle Wetterwarnungen verfolgen und Anweisungen der Einsatzorganisationen beachten

Die Stadt St. Pölten ersucht die Bevölkerung, besonders bei angekündigten Unwettern aufmerksam zu sein und frühzeitig entsprechende Schutzmaßnahmen zu setzen, um Personen- und Sachschäden zu vermeiden.

Alle Bürger:innen werden ersucht, die aktuellen Wetterprognosen aufmerksam zu verfolgen, auf die Signale des eigenen Körpers zu achten und bei Bedarf rechtzeitig Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Gemeinsam kommen wir sicher durch die Hitzetage!

Die gesunde Stadt

Prävention ist nicht nur die kosteneffektivste Medizin. Sie ist auch die humanste. Den Fokus auf Vorsorge stellt der Masterplan stp*25|50 deshalb Seite an Seite mit dem Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur. (mehr dazu)