Die Eröffnung war eine Angelegenheit für die Wissenschaftlerin des Jahres 2024, Sigrid Stagl. In ihrem Vortrag band die Umweltökonomin vor allem die St. Pöltner Wirtschaft mit ein. Die kam auch zahlreich, da auch die Plattform St. Pölten ihre Mitglieder zur ProPlanetWeek eingeladen hatte. „Nichthandeln ist teurer als Handeln“, führte Stagl aus und weiter, dass ein Zick-Zack-Kurs in der Wirtschafts- und Klimapolitik ökonomisch noch unvernünftiger sei. Dies sei schlussendlich noch teurer und bringe langfristig deutliche Wettbewerbsnachteile mit sich.
Nach dem Vortrag stellte sich Stagl noch einer Podiumsdiskussion, geführt von NÖN-Redakteur Philipp Grabner, mit WK-Vizepräsident und Unternehmer Thomas Salzer, Martin Wurzl (Firma Egger), Roswitha Reisinger (Herausgeberin BusinessArt) und Rainer Handlfinger (Bürgermeister Ober-Grafendorf und Vorstandsvorsitzender vom Klimabündnis Österreich).
Klimakonferenzen im Gemeinderatssaal
Aber auch für die Schüler:innen der St. Pöltner Schulen gab es bei der ProPlanetWeek ein umfangreiches Angebot. Neben vergünstigtem Kinoeintritt nahmen einige Klassen auch im Gemeinderatssitzungssaal des Rathauses Platz, wo Klimakonferenzen simuliert wurden. Verantwortlich dafür zeichnete die Gruppe „ClimSchool“. Für insgesamt rund 60 Schüler:innen ging es darum, demokratische Entscheidungen herbeizuführen. Dies betonten auch Bürgermeister Matthias Stadler und 1. Vizebürgermeister Michael Kögl bei ihren Begrüßungen.
In einem Szenario mit Schüler:innen der Musikmittelschule Dr. Theodor Körner 2 war es das Ziel, die Erderwärmung nur möglichst wenig ansteigen zu lassen, um die Insel Inagua vor dem Untergang durch den steigenden Meeresspiegel zu bewahren. Die Schüler:innen wurden in mehrere Interessengruppen eingeteilt. Darunter: stark betroffene Menschen, Klimaschutz-Unternehmen, Erdöl-Unternehmen, Politik und Klimaaktivist:innen. Diese Gruppen bildeten dann einen Weltklimarat und entschieden über das Schicksal der Insel.
In einem weiteren Szenario mit Klassen aus den Schulen Mary Ward und BG/BRG St. Pölten Josefstraße bildeten die Jugendlichen einen fiktiven Weltklimarat. Auch hier galt es, demokratisch Entscheidungen zwischen den wirtschaftlichen Großmächten zu treffen.
Für die Schüler:innen war recht schnell klar, dass es oftmals nicht einfach ist zu einem Konsens zu kommen, und, dass fast immer Kompromisse notwendig sind, um Teilziele zu erreichen.
Vegane Kochkunst mit Zutaten vom Markt
Rund 300 hungrige Mäuler der Dr. Theodor Körner Mittelschule wurden dann im Cafè Altoona by Edison im Kinderkunstlabor vegan verköstigt. Bekocht wurden sie neben den Profi-Köchen Manuel Deim und Murat Öztürk auch von den Schulkolleg:innen der Musikmittelschule Dr. Theodor Körner 2. „Wir sind bei vielen Projekten schulische Vorreiter:innen. Deshalb freut es uns sehr, dass wir hier gemeinsam mit der Stadt St. Pölten und dem Kinderkunstlabor so einen großartigen Kochevent veranstalten konnten“, zeigt sich Direktorin Helga Reisinger zufrieden.
Zuvor wurden die Zutaten gemeinsam mit Ernährungswissenschaftler Martin Schlatzer am St. Pöltner Markt eingekauft: „Heute haben wir auf spielerische Weise gelernt, dass ein schmackhaftes Gericht nicht nur gesund sein kann, sondern auch gut für Klima und Umwelt ist und somit den positiven Handabdruck um ein Vielfaches vergrößert“, so Schlatzer.
Das Kinderkunstlabor für zeitgenössische Kunst öffnete für die vielen Schüler:innen ebenfalls ihre Türen und stellten auch den Altoona Park für ein Picknick zur Verfügung. Leiterin Mona Jas: „Heute wurde spürbar, wie viel Energie entsteht, wenn Kinder, Schule, Kunst und Umweltfragen zusammenkommen. Das KinderKunstLabor und der Altoonapark waren durch das Ineinandergreifen von Schulfest und ProPlanetWeek ein lebendiger Ort des Gemeinsamen und des Füreinander.“
PowerPoint-Karaoke und Gratis-Radservice
Für die Partylöw:innen gab es ebenfalls Programm – der Kinosaal 2 wurde zur Bühne für Teilnehmende der PowerPoint-Karaoke. Acht Teilnehmende hielten dabei bunte Präsentation, die sie davor noch nie gesehen hatten. Danach bat DJ Marty McFly auf den Dancefloor.
Den Abschluss der ProPlanetWeek bildete am Samstag der Radtag im Cinema Paradiso. Rene Schneider von der Radschneiderei bot ein kostenloses Radservice an, während die Radbesitzer ein Mini-Radfilmfestival besuchten.