Die schlanke Verwaltungsstadt  

Stadt zieht positive Bilanz für das Vorjahr

Der Rechnungsabschluss für das abgelaufene Jahr belegt: Die städtischen Konsolidierungsmaßnahmen haben gegriffen. Sowohl das Nettoergebnis als auch das Haushaltspotential sind 2025 positiv.

Foto von der Pressekonferenz im Bürgermeisterzimmer mit vier Personen am Bild. (Foto: Vorlaufer)
Im Rahmen eines Pressegesprächs präsentierten Bürgermeister Matthias Stadler und Finanzdirektor Thomas Wolfsberger Kennzahlen und Fakten zum aufliegenden Rechnungsabschluss für 2025. (Foto: Vorlaufer)

Sah der Voranschlag für 2024 noch ein negatives Nettoergebnis (nach Rücklagenbewegungen) von rund 28,9 Millionen Euro vor, so konnte diese Prognose durch ein rasch eingeleitetes Konsolidierungspaket bereits in einen positiven Abschluss umgewandelt werden. Dieser Trend setzt sich auch für das Jahr 2025 fort: Der Rechnungsabschluss weist Erträge von rund 270 Millionen Euro und Aufwendungen von 261,4 Millionen aus.

Insgesamt wurden im Zuge des 2024 gestarteten Konsolidierungsprozesses verwaltungsintern über 280 Sparmaßnahmen erarbeitet, mit dem Hauptziel 11 Millionen Euro jährlich einzusparen, der Umsetzungsgrad lag 2025 bei über 96 Prozent.

„Wir haben aus eigener Kraft rechtzeitig gegengesteuert und konnten die Stadtfinanzen trotz immer höherer Umlagenzahlungen stabilisieren. Während sowohl das Land als auch der Bund mit einem Minus rechnen und fast die Hälfte aller Gemeinden hier nicht mehr ausgeglichen budgetieren kann, schafft St. Pölten mit nachhaltig positivem Haushaltspotential den Turnaround“, so Bürgermeister Matthias Stadler.

Das Haushaltspotential errechnet sich aus der Differenz der wiederkehrenden Mittelaufbringungen abzüglich der wiederkehrenden Mittelverwendungen unter Berücksichtigung der entsprechenden Forderungen und Verbindlichkeiten und ist eine wesentliche Kennzahl zur finanziellen Stabilität einer Gemeinde. Jenes von St. Pölten ist für 2025 mit 3,6 Millionen Euro positiv.

Selbst gespart und Erträge gesteigert, Umlagen steigen weiter

Gegenüber dem Voranschlag für 2025 haben sich die Erträge um 16,3 Millionen Euro erhöht, gegenüber dem Vorjahr sind es um 7,7 Millionen mehr. Das Nettoergebnis beläuft sich auf 8,6 Millionen Euro vor Rücklagenbewegungen und ist somit ebenfalls deutlich besser als das Vorjahresergebnis.

„Die Ertragsanteile haben sich erfreulicherweise auch um 1,2 Millionen positiver entwickelt als im Voranschlag angenommen. Bei den eigenen Erträgen sticht besonders der Verkauf der Grundstücke für das Sicherheitszentrum hervor. Weiters sind hier auch die Rückersätze für die Hochwasserschäden gebucht“, weiß Finanzdirektor Thomas Wolfsberger.

Spürbar eingespart wurde beim eigenen Personalaufwand sowie beim Sachaufwand – zusammen lagen die beiden Posten nochmal fast 7 Millionen Euro unter dem Budgetplan.

Die Ertragsanteile sind die wichtigste Einnahmequelle für die Stadt. Bundesabgaben, wie die Umsatzsteuer, werden hier auf die einzelnen Gebietskörperschaften verteilt. Die Einnahmen daraus im Jahr 2025 betragen in St. Pölten 96,4 Millionen Euro. Die Umlagenzahlungen dagegen entwickeln sich weiterhin dynamisch nach oben, alleine die Sozialhilfe stieg um über 15 Prozent auf fast 22 Millionen Euro. „Von den Ertragsanteilen blieben 2025 nach Abzug der Umlagen weniger als 40 Prozent zur Finanzierung der kommunalen Aufgaben übrig“, so Thomas Wolfsberger.

Rücklagen gebildet & deutlich mehr Vermögen als Schulden

Die Bilanzsumme steigt seit 2020 kontinuierlich an. Das liegt auch an der Zunahme des langfristigen Vermögens. Vor allem die Investitionen in Sachanlagen, wie Gebäude oder Wasserversorgung und Kanal steigen.

„Im letzten Rechnungsjahr sind die liquiden Mittel um 9,3 Millionen, das langfristige Vermögen um 6,7 Millionen gestiegen. In der gleichen Zeit wurden die Rücklagen auf 55,6 Millionen Euro erhöht“, so Wolfsberger. Er erklärt: „Mit dem hohen Investitionsvolumen seit 2024 und der dadurch notwendigen Aufnahme neuer Darlehen steigt der Schuldenstand 2025 zwar auf 175,7 Millionen, die größte Position hier sind aber bekannterweise die alten Krankenhauskredite mit insgesamt 52,3 Millionen, welche 2027 als endfälliges Darlehen rückbezahlt werden.“ Dieser Summe steht auf der Habenseite ein Vermögen in der Höhe von mehr als 600 Millionen Euro gegenüber.

„Die Verschuldung pro Kopf in St. Pölten liegt nun mit knapp 2.000 Euro nicht nur unter jener im Land, sondern liegt beläuft sich nur auf knapp ein Fünftel des Vermögens pro St. Pöltner:in, welches inzwischen deutlich über 10.000 Euro liegt“, hält St. Pöltens Stadtoberhaupt abschließend fest. Er mahnt jedoch – ebenso wie Österreichs Städte- und Gemeindebund – vor einem Investitionsrückstau durch die öffentliche Hand als wesentlicher heimischer Wirtschaftsfaktor: „Machen wir alle so weiter, gefährden wir unzählige Arbeitsplätze, und auch die Infrastruktur sowie der hohe Lebensstandard leiden darunter.“

 

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