Lesungen

In der Stadtbibliothek wirbeln die Blätter

Im März finden gleich drei Lesungen am historischen Dachboden statt. Präsentiert werden eine Anthologie über das Mostviertel sowie zwei Bücher der Autorinnen Cornelia Travnicek und Zdenka Becker.

Autorin Cornelia Travnicek. (Foto: Paul Feuersänger)
Cornelia Travnicek präsentiert am 7. März in der Stadtbibliothek ihr Buch „Ich erzähle von meinen Beinen“. (Foto: Paul Feuersänger)

Um die schönsten Plätze im Mostviertel geht es am Freitag, dem 6. März, wenn der Band „Mein Mostviertel II“ mit Lesung und Gespräch vorgestellt wird. Die Anthologie enthält Beiträge von insgesamt fünfzehn Autor:innen mit Mostviertel-Bezug und erscheint genau zehn Jahre nach dem ersten Band. Die Bilder stammen von Evi Leuchtgelb. Wenn alles so gekommen wäre, wie es sich nicht wenige in Niederösterreich erträumt hatten, dann wäre die Mostviertel-Metropole St. Pölten im Jahr 2024 nicht nur niederösterreichische Landeshauptstadt gewesen, sondern auch europäische Kulturhauptstadt geworden. Während die einen um die verpasste Gelegenheit trauern, die Landeshauptstadt noch bekannter zu machen, für den Tourismus noch besser zu positionieren, mögen andere heilfroh sein, dass so manches im Mostviertel auch weiterhin Geheimtipp bleiben darf.

Wie sich das Leben mit Neurodivergenz anfühlt

Am Samstag, dem 7. März präsentiert Cornelia Travnicek um 19 Uhr ihr Buch „Ich erzähle von meinen Beinen“. Die vielfach ausgezeichnete Niederösterreicherin beschreibt darin, wie sich das Leben für Wallys Familie mit Neurodivergenz anfühlt. Ihr Mann, ihre Tochter, das Haus, die Laufenten: Wally hat alles im Griff, bis sie eines Tages zusammenbricht und sich im Krankenhaus wiederfindet. Alles, was davor geschah, bekommt so eine verschobene Bedeutung. Bei ihrer Tochter wurde ADHS diagnostiziert. Wallys Zusammenbruch und die fast zeitgleiche Überschwemmung ihres Hauses bilden gleichermaßen die Klimax einer Überforderung – und die Erlösung daraus.

Eine Pflegerin zwischen Tragik und Hoffnung

Am Donnerstag, dem 26. März liest die Wahl-St. Pöltnerin Zdenka Becker um 19 Uhr aus ihrem neuen Werk über eine Pflegerin zwischen Tragik und Hoffnung mit dem Titel „Tanzen im Kopf“.

Mara, eine Pflegerin slowakischer Herkunft, nimmt eine neue berufliche Herausforderung in Österreich an. Ihre Auftraggeberin ist Elvira – einst gefeierte Tänzerin und Choreografin, deren vielversprechende Karriere durch die Diagnose der unheilbaren Nervenkrankheit ALS jäh unterbrochen wurde. Drei Jahre später ist Elviras Körper vollständig gelähmt, während ihr geistiges Vermögen ungebrochen bleibt. Trotz der unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründe entwickelt sich zwischen den beiden Frauen sowie Elviras gelegentlich zur Unterstützung hinzukommenden Vater eine überraschende, fragile Form familiärer Verbundenheit. Die Lesung wird musikalisch von Veronika Humpel und Wolfgang Seierl begleitet.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung aber erforderlich.

Nähere Infos und Anmeldung unter st-poelten.bibliotheca-open.de sowie unter stadtbibliothek@st-poelten.gv.at.

Die kunstsinnige Stadt 

Stärke gewinnt ein Zentrum nicht zuletzt aus kultureller „Soft-Power“. Dafür bildet der Masterplan stp*25|50 die städtische „Kulturstrategie 2030“ nicht nur ab, er vertieft und konkretisiert sie. (mehr dazu)