Der Abend vereint zwei Autoren, deren Arbeiten sich auf je eigene Weise mit Sprache als Erfahrungs- und Erkenntnisraum auseinandersetzen – einmal aus einer jungen, interdisziplinären Perspektive zwischen Literatur und Bildkunst, einmal aus einer langjährig entwickelten poetischen Praxis. Veranstaltet wird der Abend von Johannes Schmid.
Wolfgang Mayer König – Poesie als Langform und Denkbewegung
Der Schriftsteller und Universitätsprofessor Wolfgang Mayer König hat sich besonders der anspruchsvollen Form des „Long Poem“ verschrieben. Seine Arbeiten versuchen, subjektive Erfahrung und historische Wirklichkeit in einem energetisch gedachten Vers miteinander zu verbinden.
Seine Gedichte öffnen vielfältige Aussageebenen, bei denen nicht eine Theorie des Gedichts im Vordergrund steht, sondern das Gedicht selbst als sprachliche Realität entsteht.
Neben der Lyrik widmet er sich auch essayistischen Fragestellungen. In seinem Buch über Ist Schillers Ode an die Freude ein politisches Gedicht? untersucht er literarisch wie wissenschaftlich die politische Deutung von Schillers Text und zeichnet dessen Entstehung sowie ideengeschichtliche Wirkung nach.
Dabei verbindet er Analyse mit erzählerischen Elementen, sodass die Argumentation „wie ein Kriminalroman“ angelegt ist.
Florian Mayer König – Kunst, Literatur und visuelle Gestaltung
Seit seiner Kindheit beschäftigt er sich mit Malerei, Grafik, Fotografie und medialer Gestaltung und veröffentlichte bereits mehrere künstlerische Publikationen und Bildbände.
Sein Werdegang ist zudem von Reisen durch zahlreiche europäische Länder geprägt, die seine ästhetische und kulturelle Wahrnehmung erweiterten.
Neben der künstlerischen Tätigkeit ist er auch in einem traditionsreichen Familienweinbau verwurzelt, den er als junger Winzer mitführt.
Dialog der Generationen
Die Lesung verspricht einen spannungsreichen Austausch zwischen zwei Stimmen, die sich aus unterschiedlichen biografischen und künstlerischen Kontexten entwickeln: hier die reflektierte, formal weit gespannte Dichtung Wolfgang Mayer Königs, dort die experimentelle Offenheit eines jungen Autors, der Literatur, Bildende Kunst und Lebenserfahrung verbindet.
Nähere Infos unter www.loewinnenhof.at.