Im Zentrum des Programms steht Georg Philipp Telemanns Oratorium "Die Donnerode" (TWV 6:3), das als unmittelbare künstlerische Reaktion auf das verheerende Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 entstand. Die Auseinandersetzung mit Naturkatastrophen, menschlicher Ohnmacht und der Suche nach Deutung erhält angesichts heutiger globaler Herausforderungen und des Klimawandels eine neue Aktualität.
Telemann und Bach am Programm
Ergänzt wird dieses Werk durch Johann Sebastian Bachs Kantate Ich hatte viel Bekümmernis (BWV 21). In ihr gelingt es dem Thomaskantor auf eindrucksvolle Weise, zwischen Schmerz, Klage, Hoffnung und Trost zu vermitteln – eine musikalische Reflexion über Leid und Zuversicht, die sich unmittelbar in die Dramaturgie der Passionszeit einfügt.
Mit Joseph Haydns Symphonie d-Moll La Lamentatione (Hob. I:26) bereichert zudem ein rein instrumentales Werk das Programm. Die Symphonie greift liturgische Melodien eines spätmittelalterlichen Passionsspiels auf und verbindet geistliche Tradition mit klassischer Ausdruckskraft.
Unterstützung aus Linz und Sindelfingen
Für die Aufführung vereint die Domkantorei St. Pölten große klangliche Kräfte. Gemeinsam mit dem Kammerchor Sindelfingen/Stuttgart, Mitgliedern des Bruckner Orchesters Linz sowie renommierten Vokalsolistinnen und -solisten – Annemarie Pfahler (Sopran), Maria Hegele (Alt), Bernhard Berchtold (Tenor), Alexander York (Bass) und Günter Haumer (Bass) – entsteht ein vielschichtiges musikalisches Panorama.
Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Domkapellmeister Valentin Kunert, der mit der Domkantorei ein breit gefächertes Repertoire erarbeitet hat. Dieses reicht von der a-cappella-Literatur des 16. Jahrhunderts über barocke Meisterwerke bis hin zur zeitgenössischen Chormusik. In Zusammenarbeit mit internationalen Partnerensembles wie dem L’Orfeo Barockorchester oder den Brünner Philharmonikern wurden zuletzt bedeutende chorsymphonische Werke wie Haydns Schöpfung, Bachs Johannes-Passion, Honeggers Le Roi David und Mozarts Requiem zur Aufführung gebracht.
Nähere Infos und Karten unterwww.festspielhaus.at.
Werkeinführung
Für alle die schon zuvor mehr über die Werke erfahren will, gibt es um 17 Uhr eine Werkeinführung von Alexander Moore.