Viele Freiwillige rund um Susanne Wegenkittl vom Naturschutzbund NÖ kümmern sich derzeit rührend in den Abendstunden darum, Amphibien sicher über die Straßen zu bringen. In WhatsApp-Gruppen organisieren sich die Krötenretter:innen. Für die Sicherungsmaßnahmen sind einige Mitarbeiter:innen der Stadt zuständig.
Erwin Sulzer vom Wirtschaftshof kümmert sich mit seinem Team um das Aufstellen der Zäune und das Einfassen der Fangeimer. Es ist wichtig, dass sich darin auch Stöckchen befinden. „Es fallen neben den Amphibien auch andere Kleintiere wie Käfer oder Mäuse in die Kübel. Über dünne Äste, die über den Rand reichen sollen, können sie wieder herausklettern“, erklärt Biologin Vanessa Nowotny, die in der Magistratsabteilung Nachhaltigkeit, Umwelt und Energiewirtschaft arbeitet. Sie unterstützt dabei Tatjana Fischer, die sich um das Organisatorische der Amphibienrettung kümmert. Unterstützt werden sie dabei von Geschäftsstellenleiter Franz Gruber und auch von Bürgermeister Matthias Stadler. Direkt vor Ort helfen auch Robert Wotapek und die Mitarbeiter:innen der Stadtgärtnerei mit einem geschulten Auge auf die Fangkübel, die mindestens zweimal täglich entleert werden.
Aktivität der Amphibien
Besonders in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung ist die Aktivität der Amphibien besonders hoch. „Wichtig ist es die Tiere einfach über die Straße zu bringen und hinter dem Zaun wieder abzusetzen, damit sie sich ihren Weg selbstständig zu den Laichgewässern bahnen können“, erklärt Nowotny.
Besonders aufpassen müssen in dieser Zeit auch die Autofahrer:innen, nicht nur auf querende Amphibien, sondern auch auf die vielen Helfer:innen. Weitere Amphibienzäune im Stadtgebiet befinden sich in Pottenbrunn und Windpassing, an Landesstraßen. Erhöhtes Amphibienaufkommen in St. Pölten gibt es am Eisberg in der Kunrathstraße, beim Augebiet nördlich des Ratzersdorfer Sees (beim Naturlehrpfad Feldmühle), in Pottenbrunn beim Wasserschloss und beim GÜPL Völtendorf.
Wissenswertes und Kontakt
Erdkröten legen im Frühjahr 3.000 bis 8.000 Eier in charakteristischen, bis zu vier Meter langen Gallertschnüren ab, die sie um Unterwasserpflanzen wickeln. Die schwarzen Eier entwickeln sich nach zwei bis vier Wochen zu Kaulquappen. Frösche hingegen legen ihre Eier in Klumpen (sogenannten Laichballen) ab. Der GÜPl ist mit zehn Amphibienarten (Kammmolch, Teichmolch, Feuersalamander, Gelbbauchunke, Erdkröte, Wechselkröte, Laubfrosch, Grasfrosch, Springfrosch und Wasserfrosch) das artenreichste und quantitativ bedeutendste Amphibien-Vorkommen im Großraum St. Pölten. Am Eisberg werden jährlich 800 Meter Zaun und 60 Fangkübel verbaut.
Sollte Interesse an freiwilliger Mithilfe bestehen, besteht eine Kontaktmöglichkeit unter: noe@naturschutzbund.at