Landestheater

Neue Leitung, neue Formate und neue Perspektiven

Mit der Spielzeit 2026/27 übernimmt Patricia Nickel-Dönicke die künstlerische Leitung des Landestheaters Niederösterreich. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte sie das Programm ihrer ersten Saison vor. Zwölf Regisseur:innen, ein erweitertes Ensemble, ein neues Stadtensemble sowie zahlreiche regionale Kooperationen und neue Formate prägen den Neustart.

Patricia Nickel-Dönicke und ihr Team präsentierten den Plan für die neue Spielzeit. (Foto: Philine Hofmann)
Patricia Nickel-Dönicke und ihr Team präsentierten den Plan für die neue Spielzeit. (Foto: Philine Hofmann)

Unter dem Motto „Zwischen uns beginnt (jede) Geschichte“ setzt Patricia Nickel-Dönicke auf ein Theater, das professionelle Kunstproduktion, Teilhabe, Nachwuchsförderung und gesellschaftlichen Diskurs miteinander verbindet. Internationale Regiehandschriften treffen dabei auf regionale Vernetzung, große Klassiker auf Uraufführungen und partizipative Arbeitsweisen.

Die Eröffnungspremiere bildet Bertolt Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“. Zwölf Regisseur:innen – darunter Paul-Georg Dittrich, Julia Hölscher, Wolfgang Menardi, Leonie Rohlfing und Lars-Ole Walburg – entwickeln gemeinsam mit Ensemble und Stadtensemble einen vielstimmigen Theaterabend über autoritäre Verführbarkeit und demokratische Fragilität.

Die erste Spielzeit umfasst vier Uraufführungen, drei österreichische Erstaufführungen, internationale Gastspiele, Lesungen sowie zahlreiche Vermittlungs- und Beteiligungsformate. In der Theaterwerkstatt entstehen unter der Regie von Bert Zander die Uraufführungen „Faust Gretchen Margarete“ sowie „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Mit „Der Trinker“ nach Hans Fallada widmet sich Ilario Raschèr einem regional verankerten Stoff, während Wolfgang Menardi mit „Die Geierwally“ feministische Gegenwartsfragen mit Volksmusik, Tanz und regionalen Performer:innen verbindet.

Klassiker und zeitgenössische Stücke

Zeitgenössische Literatur steht ebenso im Mittelpunkt wie klassische Stoffe. So wird Ferdinand Schmalz’ „Sanatorium zur Gänsehaut. Eine Entfaltung“ als österreichische Erstaufführung gezeigt. Ebenfalls erstmals in Österreich ist Caroline Wahls „22 Bahnen“ zu sehen. Frank Wedekinds „Musik“ ergänzt das Programm um eine Wiederentdeckung der klassischen Dramatik.

Ein besonderes Augenmerk legt Patricia Nickel-Dönicke auf das junge Publikum. Mit „JuLa – Junges Landestheater“ entsteht erstmals eine eigene Sparte für Kinder- und Jugendtheater unter der Leitung von Leonie Rohlfing. Das Programm reicht von Produktionen für Kinder ab zwei Jahren bis hin zum Familienstück „Die unendliche Geschichte“. Die offizielle Eröffnung erfolgt am 26. September 2026 mit einem Fest und der Premiere von Christine Nöstlingers „Die Sache mit dem Gruselwusel“.

Kooperation mit Wiener Neustadt wird ausgebaut

Auch die Kooperation mit dem Stadttheater Wiener Neustadt wird weiter ausgebaut. Produktionen des Großen Hauses sowie sämtliche Stücke des Jungen Landestheaters werden dort ebenfalls gezeigt. Ergänzt wird das Angebot durch Projekte mit dem KinderKunstLabor, Veranstaltungen im Löwinnenhof sowie neue Gesprächsformate wie „Nachspielzeit“ und „Expert:innen-Gespräche“.

Internationale Gastspiele bringen Arbeiten des Berliner Ensembles und des Badischen Staatstheaters Karlsruhe nach St. Pölten. Lesungen mit Marc Elsberg, Gaea Schoeters und Sky du Mont ergänzen das Programm.

Mit ihrer ersten Saison etabliert Patricia Nickel-Dönicke ein Theater, das gesellschaftliche Vielfalt, Offenheit und kollektive Arbeitsweisen in den Mittelpunkt stellt. Das Ensemble wird dafür deutlich erweitert und paritätisch besetzt.

Auch optisch präsentiert sich das Landestheater neu. Die Wiener Agentur exex entwickelte einen neuen grafischen Auftritt, bei dem das Ensemble und die Menschen hinter den Geschichten bewusst ins Zentrum der Kommunikation gestellt werden.

Spielzeit 2026/27

Der Vorverkauf für Abonnent:innen startete bereits am 19. Mai, der Einzelkartenverkauf beginnt am 16. Juni 2026.
Weitere Informationen gibt es unter www.landestheater.net
Das Programmheft gibt es hier zum Download.

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