Bereits seit einigen Jahren wird das Thema Katastrophenschutz und -vorsorge in St. Pölten besonders ernst genommen: Mittels eigenem Sicherheitsbeauftragten wurden etwa regelmäßig Übungen abgehalten, die Bevölkerung zu thematischen Informationsabenden eingeladen und eine eigene Blackout-Broschüre herausgegeben.
Ziel ist es, das Bewusstsein für Eigenvorsorge zu stärken und Bürger:innen zu motivieren, sich aktiv mit möglichen Vorsorgemaßnahmen auseinanderzusetzen. Denn ein Blackout kann nicht allein durch staatliche Stellen bewältigt werden – die Vorbereitung jedes Einzelnen spielt eine entscheidende Rolle.
„Ein Blackout ist kein abstraktes Szenario, sondern eine reale Herausforderung, auf die wir vorbereitet sein müssen. Die Stadt St. Pölten investiert seit Jahren intensiv in Vorsorge und Krisenmanagement – genauso wichtig ist aber, dass jede und jeder Einzelne Verantwortung übernimmt und sich mit dem Thema Eigenvorsorge auseinandersetzt“, betont Bürgermeister Matthias Stadler.
Notfall- und Krisenpläne für den Ernstfall
Für den Fall eines Blackouts – also ein länger andauernder Strom-, Versorgungs- und Infrastrukturausfall – verfügt die Stadt über umfassende Notfall- und Krisenpläne. Diese regeln Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Prioritäten, insbesondere bei der Versorgung kritischer Infrastruktur wie Trinkwasser, medizinischer Einrichtungen oder öffentlicher Sicherheit.
Im Katastrophenfall tritt der städtische Krisenstab zusammen, der im Schichtbetrieb arbeitet und durch Verbindungsoffiziere von Einsatzorganisationen unterstützt wird. Die Pläne werden regelmäßig überprüft und an neue Rahmenbedingungen oder Erkenntnisse angepasst, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.
Informationsveranstaltungen und direkter Austausch
Neben schriftlichen Informationen setzt die Stadt auch auf persönliche Kommunikation. In Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen werden Informationsveranstaltungen, Vorträge und Workshops zum Thema Krisen- und Blackout-Vorsorge angeboten. Weitere Veranstaltungen sind geplant, um die Bevölkerung laufend über richtiges Verhalten im Ernstfall, Vorsorgemaßnahmen und Unterstützungsangebote zu informieren. Der direkte Austausch soll helfen, Fragen zu klären und Unsicherheiten abzubauen.
Zusammenarbeit mit Einsatzorganisationen und Netzbetreibern
Ein zentraler Bestandteil der Blackout-Vorsorge ist die enge Zusammenarbeit mit externen Partnern. Dazu zählen insbesondere Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei sowie der Netzbetreiber Netz Niederösterreich und die Austrian Power Grid (APG). In gemeinsamen Übungen und Abstimmungen mit dem städtischen Krisenstab werden Abläufe für den Ernstfall geprobt, Schnittstellen geklärt und die Einsatzfähigkeit sichergestellt.
Technische Übungen und Tests, etwa im Zusammenhang mit Hochspannungsleitungen, liegen im Zuständigkeitsbereich der Netzbetreiber. Die Stadt steht hierzu in laufendem Austausch, um relevante Informationen zeitnah zu erhalten und städtische Maßnahmen entsprechend abzustimmen.
Selbsthilfebasen und Anlaufstellen
Da bei einem Blackout auch Kommunikationsmittel wie Mobiltelefonie und Internet ausfallen können, spielt die lokale Selbsthilfe eine wichtige Rolle. Bereits jetzt sind in St. Pölten mehrere sogenannte Selbsthilfebasen vorbereitet, die im Krisenfall als fußläufig erreichbare Anlaufstellen dienen. Dort können Informationen weitergegeben, Notrufe abgesetzt und erste Unterstützung organisiert werden.
Für das Jahr 2026 ist geplant, diese Selbsthilfebasen insbesondere in den Ortsteilen weiter auszubauen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf einer besseren medizinischen Ausstattung, um die Versorgung vor Ort zu stärken und das Universitätsklinikum im Ernstfall zu entlasten.
Eigenvorsorge als Schlüssel
Eine der größten Herausforderungen bleibt die Sensibilisierung der Bevölkerung. Viele Menschen nehmen das Risiko eines Blackouts als abstrakt wahr. Die Erfahrungen aus Krisen zeigen jedoch, dass Eigenvorsorge entscheidend ist. Die Blackout-Broschüre der Stadt gibt dazu konkrete Empfehlungen, etwa zur Bevorratung von Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten, zur Nutzung eines batteriebetriebenen Radios oder zur gegenseitigen Unterstützung in der Nachbarschaft.
Gleichzeitig arbeitet die Stadt daran, die Krisenkommunikation weiter zu verbessern und Schulungs- sowie Informationsangebote laufend auszubauen. Ziel ist es, die Bürger:innen nicht zu verunsichern, sondern ihnen sachliche Informationen und praktische Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben.
Weitere nützliche Infos zum Blackout sind auch auf der Seite des Zivilschutzverbandes zu finden.