Von 10. bis 20. Juni warten über zehn Veranstaltungen, die sich der Welt des Barocks widmen. Von prachtvollen Konzerten, Literatur, Tanz und Kunst sowie Rückblicken auf die zwanzigjährige Geschichte startet das Festival in eine neue Dekade.
„Unserem künstlerischen Leiter Alois Mühlmacher ist es einmal mehr gelungen, eine enorm vielfältige Mischung aus Künsten von Musik über Tanz bis zu Literatur zusammenzustellen. Auf diese Weise weiß das Festival auch nach zwei Dekaden noch jedes Jahr aufs Neue zu überraschen und zu begeistern. Doch nicht nur das Festival hat heuer etwas zu großes feiern. St. Pölten begeht heuer sein 40. Jubiläum der Erhebung zur Landeshauptstadt.“ sagt Bürgermeister Matthias Stadler.
„Zum 20-jährigen Bestehen versteht sich das Barock Festival St. Pölten nicht nur als Anlass zum Feiern, sondern auch als Bekenntnis zur Kontinuität. Als Ort künstlerischer Beständigkeit, an dem Musik und Kunst in höchster Qualität gepflegt und zugleich weitergedacht wird. Mit internationalen sowie heimischen Spitzenmusiker:innen der Barockszene haben wir jedes Jahr die Möglichkeit St. Pölten als Barock-Stadt hochleben zu lassen“, erklärt Intendant Alois Mühlbacher.
Den Auftakt bildet bereits am Mittwoch, dem 8. April, eine besondere Live-Ausgabe der Ö1-Reihe „Alte Musik – neu interpretiert“ mit Alois Mühlbacher im ORF Radiokulturhaus. Am Mittwoch, dem 10. Juni, wartet ein interdisziplinärer Kunst-Abend mit Musik im Löwinnenhof.
Kaiserliche Klänge zur Eröffnung im Dom
Das offizielle Eröffnungskonzert am Donnerstag, dem 11. Juni, führt in den Dom zu St. Pölten. Unter dem Titel „AEIOU“ widmen sich Alois Mühlbacher und das Ensemble Pallidor der Sakralmusik der kaiserlichen Hofkapelle. Werke von Caldara, Ziani, Kerll und Kaiser Joseph I. entfalten im Kirchenraum ihre volle klangliche Wirkung und verankern das Jubiläumsjahr bewusst in der barocken Hof- und Liturgietradition.
Ein reflektierender Blick auf Vergangenheit und Zukunft folgt am Samstag, dem 13. Juni, um
18 Uhr. In einem moderierten Gespräch diskutieren Bürgermeister Matthias Stadler, Intendant Alois Mühlbacher und der Influencer Constantin Pelka, bekannt als „baroqueblockbuster“ auf Instagram, über 20 Jahre Festivalgeschichte, neue Zugänge zur Barockmusik und deren Vermittlung an ein junges, digitales Publikum.
Am selben Abend, um 20 Uhr, erklingt im Dom das große Festkonzert zum Jubiläum. Die Cappella Nova Graz unter der Leitung des emeritierten Domkapellmeisters Otto Kargl stellt geistliche Musik Johann Sebastian Bachs in einen bewegenden Dialog mit Werken des erst kürzlich verstorbenen Komponisten Thomas Daniel Schlee.
Musik, Literatur und Kunst verschmelzen
Ein besonderer Liederabend erwartet das Publikum am Dienstag, dem 16. Juni, in der ehemaligen Synagoge. Mezzosopranistin Hannah Fheodoroff und Pianist Helmut Deutsch spüren barocken Linien im romantischen Lied nach. Von Purcell-Bearbeitungen Brittens bis zu Schubert, Brahms und Mahler reicht das Repertoire an diesem Abend, an dem Schauspielerin Mavie Hörbiger zusätzlich die Musik mit literarischen Texten verbindet und so neue Perspektiven auf das Thema „Die Umarmung der Welt“ öffnet.
Mit internationalem Glanz setzt das Festival am Mittwoch, dem 17. Juni, fort. Das gefeierte Ensemble Il Pomo d’Oro präsentiert in der Ehemaligen Synagoge gemeinsam mit Blockflötist Max Volbers eine musikalische Wunderkammer Georg Philipp Telemanns. Humor, Nationalstile und klangliche Fantasie verschmelzen zu einem facettenreichen Porträt eines der einfallsreichsten Komponisten des Barock.
Am Donnerstag, dem 18. Juni, folgt gleich ein weiterer Höhepunkt in der Ehemaligen Synagoge, wenn sich Mezzosopranistin Lea Desandre und das Jupiter Ensemble unter Thomas Dunford Händels englischen Oratorien widmen. „With Darkness Deep“ entfaltet sich als dramatisches, emotionsgeladenes Vokalprogramm, das barocke Virtuosität und zeitlose menschliche Leidenschaften verbindet.
Auch das junge Publikum kommt nicht zu kurz, denn am Freitag, dem 19. Juni, lädt das Festival Familien mit Kindern zwischen ein und fünf Jahren zum „Wolkentöne“-Konzert, bei dem Musik, Tanz und Bewegung aus der Barockzeit spielerisch erfahrbar werden.
Am selben Abend widmet sich um 19.30 Uhr das Ensemble Castor unter der Leitung von Petra Samhaber im Sommerrefektorium der Faszination des Fremden. Werke von Couperin, Telemann und Vivaldi zeigen, wie der sogenannte „gemischte Stil“ im Barock das Beste aus unterschiedlichen musikalischen Welten vereint.
Mitmach-Tanz und Orchester-Pracht zu Ehren Bachs bilden Abschluss
Der letzte Festivaltag am Samstag, dem 20. Juni, hat es in sich und steht ganz im Zeichen Johann Sebastian Bachs. Am Nachmittag lädt ein Barocktanz-Workshop am Domplatz zum Mitmachen ein, bevor im Cinema Paradiso eine Diskussion dem „Phänomen Bach“ nachspürt.
Den festlichen Abschluss bildet am Abend in der Franziskanerkirche das Konzert BACH – Anfang und Ende mit weltlichen Kantaten und Orchestermusik der Wiener Akademie unter Martin Haselböck, doch auch danach hält der Abend noch ein weiteres Highlight bereit. Zum nächtlichen Ausklang des Festivals gibt es ab 22 Uhr eine weitere Auflage der Barocklounge, diesmal mit Mira Lu Kovacs und Georg Forstreiter, sowie den DJs Lichtfels und Meltosh aka Andi Fränzl und Meltem Erisöz-Richter im Cinema Paradiso.
Barock Festival St. Pölten – Die Umarmung der Welt
10. bis 20. Juni 2026
Nähere Infos zum gesamten Programm gibt es unter www.barockfestival-stp.at
Tickets sind online unter www.close2fan.com sowie in der Kulturabteilung des Magistrats (Karmeliterinnenplatz 1b, 3100) sowie im Stadtmuseum (Prandtauerstraße 2, 3100) und per Mail unter karten@st-poelten.gv.at erhältlich.