Die kunstsinnige Stadt 

Bürger:innen-Theater auf der Suche nach dem Glück

Das Bürger:innen-Theater präsentiert noch bis 29. Mai das Stück "Was fehlt Ihnen zum Glück" von Max Frisch in der Spitzenfabrik St. Pölten.

Das Bürger:innen-Theater präsentiert heuer ein Stück von Max Frisch. (Foto: Franzi Kreis)
Das Bürger:innen-Theater präsentiert heuer ein Stück von Max Frisch. (Foto: Franzi Kreis)

„Möchten Sie unsterblich sein?“, „Halten Sie sich für einen guten Freund?“, „Hätten Sie lieber einer anderen Nation (Kultur) angehört – und welcher?“ Solche Fragen des Schweizer Autors Max Frisch treffen direkt ins Persönliche. Sie sind schlicht formuliert, wirken aber lange nach. Genau darin liegt ihre Kraft: Sie sind keine Fragen, die schnell beantwortet werden wollen – sie fordern zur Selbstbefragung heraus.

Frisch hat im Laufe seines Lebens zahlreiche Fragen zu existenziellen Themen wie Freundschaft, Ehe, Heimat oder Humor gesammelt. Der „Fragebogen“ ist dabei weniger ein klassischer Text mit Antworten, sondern vielmehr ein literarisches Instrument der Irritation. Er entstand in einer Zeit, in der es noch kein Internet und keine sofortige Verfügbarkeit von Informationen gab – und gerade deshalb den Raum für eigene Gedanken offenließ.

Theater als gemeinschaftlicher Denkraum

In einer zeitgenössischen Theaterfassung wird dieses Konzept weitergedacht. Das Bürger*innentheater versteht sich als eine Gemeinschaft, die gesellschaftliche Themen nicht nur sichtbar macht, sondern aktiv verhandelt und mitgestaltet. Der „Fragebogen“ von Max Frisch dient dabei als Ausgangspunkt für ein vielschichtiges Bühnenerlebnis.

Die Idee ist, die Fragen nicht nur zu lesen oder zu hören, sondern sie sinnlich erfahrbar zu machen – als etwas, das alle betrifft und gleichzeitig zutiefst individuell bleibt. Die Bühne wird so zu einem Raum der Begegnung, in dem persönliche und gesellschaftliche Perspektiven aufeinandertreffen.

Mitwirkende:

Komposition und musikalische Einrichtung: Florian Kmet
Regiassistenz: Nelly Ebert

Mit Mircan Adtakan, Hasan Adtakan, Yüksel Arslan, Romana Bayer, Karin Dunky, Sonja Dürnberger, Robert Fallenstein, Sofia Farook, Doris Figl, Anita Freudenthaler, Ingrid Garschall, Elisabeth Graf, Gerald Grois, Anna Gromova, Renate Hubinger, Anna Jarosch, Doris Kraushofer, Astrid Krizanic-Fallmann, Martina Kuchler, Margit Leuthner, Monika Maurer-Auer, Siegrid Mayer, Roswitha Müllauer, Christine Nusterer, Sonja Oberreiter, Mathias Pichler, Hanna Pietsch, Margarete Purkarth, Auguste Reichel, Caroline Schindele, Maria Schmiedecker, Clara Schmieder-Sekyra, Philipp Spindler, Wolfgang Steinert, Gaby Wierts-Leb und Claudia Zawadil.

Bürger:innen-Theater

Spitzenfabrik
Spitzenfabrikstrasse 2, 3107 St. Pölten 
www.spitzenfabrik.at

Nähere Infos zum Stück und Karten unter www.landestheater.net.

Die kunstsinnige Stadt 

Stärke gewinnt ein Zentrum nicht zuletzt aus kultureller „Soft-Power“. Dafür bildet der Masterplan stp*25|50 die städtische „Kulturstrategie 2030“ nicht nur ab, er vertieft und konkretisiert sie. (mehr dazu)