Am Sonntag, dem 9. August ist Equal Pension Day, der die Differenz zwischen den Pensionen von Frauen und Männern sichtbar macht. Diese Kennzahl markiert jenen fiktiven Tag im Jahr, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende bekommen. Die Pensionsdifferenz beträgt aktuell 39,39 Prozent.
Gründe für die Pensionslücke
Die Ursachen für die große Pensionslücke sind vielfältig. Unser Pensionssystem orientiert sich an einer durchgehenden Vollzeitbeschäftigung ohne längere Erwerbsunterbrechungen. Zeiten der Karenz, Kinderbetreuung oder langjährige Teilzeitbeschäftigung wirken sich negativ auf die spätere Pensionshöhe aus. Bausteine für eine Veränderung dieser Situation sind Gleichstellung, gerechte Arbeitsbedingungen und gleiche Entlohnung für gleichwertige Arbeit. Dazu braucht es Lohntransparenz und Aufwertung der Frauenerwerbstätigkeit.
Folgen der Pensionsungleichheit
Die Folgen der Pensionsungleichheit sind gravierend: Frauen sind im Alter deutlich häufiger armutsgefährdet und oft finanziell vom Partner abhängig. Das erschwert ein selbstbestimmtes Leben. Deshalb braucht es Rahmenbedingungen, damit Frauen nicht in der Teilzeitfalle mit ihren langfristigen finanziellen Nachteilen landen. Finanzielle Unabhängigkeit ist zudem einer der wirksamsten Schutzfaktoren gegen Gewalt an Frauen. Wer über ein eigenes Einkommen verfügt, hat bessere Möglichkeiten, sich aus Gewaltbeziehungen zu lösen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
12. Equal Pension Day
Der Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes hat den Equal Pension Day im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Er findet heuer zum 12. Mal statt, um auf die ungleichen Pensionen zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu machen. Nach dem Motto „Schau auf dein Geld, JETZT“ leisten Städte österreichweit Aufklärungsarbeit – auch St. Pölten beteiligt sich wie jedes Jahr an der Sensibilisierungs- und Informationskampagne.