Das Jubiläumsjahr 40 Jahre Landeshauptstadt ist nicht nur ein Anlass, auf die Entwicklung der Stadt seit 1986 zurückzublicken. Es bietet auch Gelegenheit, den Blick nach außen zu richten und bestehende internationale Kontakte zu vertiefen. Im Rahmen der Feierlichkeiten waren Delegationen aus den Partnerstädten Brünn, Clichy und Heidenheim in St. Pölten zu Gast.
Gerade die Verbindung zu den drei europäischen Partnerstädten blickt auf eine lange Geschichte zurück. Mit Heidenheim besteht die Städtepartnerschaft seit 1968, mit Clichy seit 1968 und mit Brünn seit 1990. St. Pölten verfügt insgesamt über ein internationales Netzwerk von sechs Partnerstädten auf drei Kontinenten.
Neue Kontakte und konkrete Projekte
Ein besonderer Schwerpunkt des Besuchs lag auf dem Austausch zwischen St. Pölten und Heidenheim. Für Johannes Krombach-Champiomont war es ein erster Besuch in seiner neuen Funktion. Der Jurist trat im Juni 2026 sein Amt als Beigeordneter der Stadt Heidenheim an und ist dort unter anderem für die Bereiche Kultur, Bildung und Schule zuständig.
Aus dem Besuch entwickelte sich auch eine konkrete Kooperation im Hochschulbereich. Die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten und die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) aus Heidenheim vereinbarten eine strategische Hochschulpartnerschaft. Geplant sind unter anderem Mobilitäten für Studierende und Lehrende, gemeinsame Forschungsprojekte sowie Aktivitäten im Wissenstransfer. Besonders im Bereich dualer Studienangebote schafft die Zusammenarbeit neue Perspektiven für den internationalen Austausch und die Vernetzung von Hochschule, Praxis und Region.
„Die Zusammenarbeit eröffnet neue Möglichkeiten für gemeinsame Forschungs- und Transferaktivitäten sowie für den internationalen Austausch von Studierenden, Lehrenden und Forschenden. Damit stärken wir die Verbindung von Wissen, Praxis und Anwendung und schaffen neue Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit unserer beiden Hochschulen“, so Gabriele Permoser, Leiterin des Service- und Kompetenzzentrums für Forschung und Kooperation an der USTP.
Damit bekommt die langjährige Städtepartnerschaft eine zusätzliche Ebene. Neben politischen und gesellschaftlichen Kontakten entstehen Verbindungen zwischen Bildungseinrichtungen, Studierenden und Forschenden. Besonders interessant ist die Zusammenarbeit aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungen im Bereich dualer Hochschulbildung. Die USTP bietet selbst mehrere duale Studiengänge an, bei denen Studium und berufliche Praxis eng miteinander verbunden werden.
Auch Brünn und Clichy waren vertreten
Auch aus Clichy reiste eine Delegation nach St. Pölten. Für Alice Le Moal war der Besuch eine Gelegenheit, die österreichische Partnerstadt kennenzulernen und bestehende Kontakte weiter auszubauen.
Die Partnerschaft zwischen den Städten ist Teil einer besonders eng verflochtenen europäischen Beziehung. St. Pölten, Heidenheim und Clichy sind nicht nur jeweils bilateral miteinander verbunden, sondern haben über Jahrzehnte ein gemeinsames Netzwerk entwickelt. Bereits bei früheren Jubiläumstreffen standen deshalb Begegnungen von Jugendlichen, Vereinen und Kulturschaffenden im Mittelpunkt. Ein Beispiel dafür ist die Initiative „Youth unlimited“, die den Schüleraustausch zwischen den Partnerstädten fördert. Auch kulturelle Projekte, Sportveranstaltungen und Begegnungen von Vereinen haben über die Jahre immer wieder neue Kontakte entstehen lassen.
Mit Brünn war auch die tschechische Partnerstadt bei den Begegnungen vertreten. Die zweitgrößte Stadt Tschechiens ist zugleich Hauptstadt der Region Südmähren, Universitätsstadt und ein bedeutender Standort für Messen und internationale Kontakte.
Gäste erkundeten St. Pölten
Neben den Arbeitsgesprächen kam auch das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Landeshauptstadt nicht zu kurz. Die internationalen Gäste konnten St. Pölten bei verschiedenen Veranstaltungen kennenlernen. Dazu gehörte unter anderem der Besuch des Marktes am Domplatz sowie die beiden Open-Air Konzerte, die den Delegationen die Möglichkeit boten, die Stadt von ihrer kulturellen Seite zu erleben. Auf dem Programm standen unter anderem ein Konzert der Tonkünstler und Friends sowie ein Pop-Abend mit LEA, BIBIZA und Lukascher.