Die resiliente Stadt

PV-Anlage bringt mehr Power nach St. Pölten

In weniger als drei Monaten wurde die erste stadteigene PV-Freiflächenanlage errichtet. Diese erneuerbare Energie kommt sowohl der Stadt, als auch den Mitgliedern der EnergieRegion St. Pölten zugute.

Die PV-Module aus der Nähe. (Foto: Christian Krückel)
Insgesamt 1032 PV-Module wurden auf der Fläche neben der S33 verbaut. (Foto: Christian Krückel)
Die PV-Module aus der Nähe. (Foto: Christian Krückel)
Vier kompakte Batteriemodule mit einer Speicherkapazität von jeweils 250 KWh wurden installiert. (Foto: Christian Krückel)

St. Pölten startet mit voller Energie ins neue Jahr. An der S33 wurde in den letzten Monaten eifrig an der Errichtung der ersten stadteigenen PV-Anlage gearbeitet. Nun wird diese gemeinsam mit einem Riesenspeicher in Betrieb genommen. Besonderes Augenmerk wurde bei der Errichtung auf die Energie gelegt.

Mit einem wahren Sonnen-Kraftwerk geht die EnergieRegion St. Pölten einen weiteren Schritt in die Energiezukunft der Pionierstadt St. Pölten. Diese bedeutet einen starken Ausbau der erneuerbaren Energie für die St. Pöltner:innen. Mit einer 670 Kilowatt-Peak-Anlage in Ost-West-Ausrichtung und einem 1-Megawatt-Batteriespeicher geht der Ausbau der EnergieRegion stetig voran. „Durch die neue Anlage können wir den Mitgliedern der Energiegemeinschaften und der Genossenschaft noch mehr bieten. Der kontinuierliche Ausbau führt zu einer weiteren Stärkung der EnergieRegion St. Pölten“, ist der Leiter der Klimakoordinationsstelle St. Pölten, Franz Gruber überzeugt. Ein besonderes Feature des Projekts ist der zusätzliche Speicher. „Dadurch erhöhen wir die Kapazität in den Abendstunden und können so auch beispielsweise Strom für die Straßenbeleuchtung zur Verfügung stellen“, so Gruber.

Bürgermeister Matthias Stadler, der sich ebenfalls über die Umsetzung dieses wegweisenden Projektes freut: „Die EnergieRegion St. Pölten wächst und gedeiht. Mit erneuerbarer Energie bleibt die Wertschöpfung in der Region und wir sorgen damit gleichzeitig für eine günstigere, umweltfreundlichere und konstantere Energieversorgung.“

PV AnlageIm Beisein der Projektbeteiligten von Stadt, Netz NÖ und den ausführenden Firmen PKE & KWI wurde die Anlage trotz Schnee und Kälte feierlich eröffnet. (Foto: Josef Vorlaufer)

Besonderes Augenmerk liegt auf ökologischer Umsetzung

Für die Umsetzung wurde lange nach einer geeigneten Fläche gesucht. Fündig wurde man in Wagram, in unmittelbarer Nähe zu der Autobahn-Raststation sowie Auf- und Abfahrt St. Pölten Ost. „Das Gebiet ist infrastrukturell vorbelastet und als öffentliche Verkehrsfläche gewidmet, da sie eine Erweiterungsfläche für die Raststation St. Pölten Ost gewesen wäre. In Abstimmung mit der ASFINAG wurde geklärt, dass eine Erweiterung in dem Ausmaß nicht notwendig ist“, erklärt Projektleiterin Carina Wenda von der Klimakoordinationsstelle des Rathauses. Das Niederösterreichische Raumordnungsgesetz lässt die Nutzung von Verkehrsflächen für die Produktion von erneuerbaren Energien zu. „Anstelle der Schaffung neuer Flächen für den motorisierten Verkehr kann somit das Grundstück für einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende genutzt werden“, so Wenda.

Die PV-Module werden in den Untergrund gerammt, wodurch kein Betonfundament erforderlich ist. Zudem bleibt beim Bauprojekt die vorhandene Böschung erhalten und wird zusätzlich noch rund um die neue PV-Fläche ökologisch aufgewertet. An den Grundstücksgrenzen der östlichen, westlichen und südlichen Seite wird jeweils eine zweireihige Hecke nach Biodiversitätsrichtlinien errichtet. Nördlich vom Fundament der Batteriemodule wird innerhalb vom Grundstück ebenfalls eine zweireihige Hecke gepflanzt. Gelbe Kornelkirsche, Weißdorn, Sanddorn, Liguster, Heckenkirsche, Schlehdorn, Hundsrose, Wolliger Schneeball und Gemeiner Schneeball sorgen für ökologische Vielfalt. Zudem wird die Zufahrtsstraße versickerungsfähig ausgestaltet. Auch die Einfriedung wird gerammt, dadurch sind keine Punktfundamente notwendig. Dafür berücksichtigt diese, dass Niederwild und Kleinsäuger die Fläche weiterhin nutzen und durchwandern können. Rehe werden hingegen abgehalten, damit sie nicht innen eingesperrt sind. Nur für den Speicher ist ein Fundament erforderlich.

Daten und Fakten

Anstelle der ursprünglich geplanten Südausrichtung wird eine Ost-West-Ausrichtung der Anlage umgesetzt. Dies ermöglicht eine Erhöhung der Anlagenleistung von ursprünglich 500 kWp auf 670 kWp. Dementsprechend erhöht sich die Anzahl der zu verbauenden Module von 850 auf 1.032. Auch die geplante Batteriespeicherlösung wurde optimiert: Anstelle eines Container-Systems kommen nun kompakte, eigenständige Batteriemodule zum Einsatz, für die keine zusätzliche Einhausung erforderlich ist.

Auf dem Grundstück ist die Widmung öffentliche Verkehrsfläche – Gemeinde rechtskräftig. Gem. NÖ Raumordnungsgesetz 2014 § 19, Abs 3 i.d.g.F. dürfen auf Verkehrsflächen Anlagen für die alternative Energiegewinnung (z.B. Photovoltaikanlagen) errichtet werden.

  • Baubeginn/Baustelleneinrichtung: ab 6. Oktober 2025
  • Fertigstellung der Bauarbeiten: Mitte/Ende November 2025
  • Probebetrieb und Übergabe: Mitte/Ende Dezember 2025
  • Gesamtkosten, inklusive Planung und Umsetzung: 978.780 Euro, finanziert über Mittel des Kommunalen Investitions-Programmes zu 50 Prozent.
  • Um weitere Förderungen wird derzeit noch angesucht
  • Auftragnehmer: PKE Gebäudetechnik (Generalunternehmer), KWI (Örtliche Bauaufsicht)

Die resiliente Stadt

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