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Siegerprojekt für Promenade steht fest

Mit Herbst 2020 begann ein außergewöhnlicher Planungsprozess in der Landeshauptstadt: die Neugestaltung des Promenadenrings mit intensiver Beteiligung der Bevölkerung. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Atmosphärische Skizze: Linzer Tor © DnD Landschaftsplanung mit Rosinak & Partner
Die Umsetzung wird spätestens im Zuge der Nebenflächengestaltung des Europaplatzes 2023 in Angriff genommen. Linzer Tor © DnD Landschaftsplanung mit Rosinak & Partner

Der Promenadenring ist historisch betrachtet einer der bedeutungsvollsten öffentlichen Stadträume in St. Pölten, welcher der Innenstadt seit jeher ihre Kontur verleiht. Mit einer Gesamtlänge von rund 2,3 km umschließt er die Altstadt und vernetzt die angrenzenden Stadteile. Jedoch weist der Raum bezogen auf seine Aufenthalts- und Erlebqualität – insbesondere für FußgängerInnen und RadfahrerInnen - schon seit Langem Defizite auf.

„Bereits im Generalverkehrskonzept 1989 wurde die planerische Zielsetzung zur Verbesserung der verkehrlichen Situation entlang dieser, die Innenstadt umschließenden Achse festgehalten. In der Fortschreibung dieses Konzeptes im Jahr 2015 stellt die Verkehrsberuhigung, durch eine teilweise Verlagerung der Verkehrsströme auf die angrenzenden Landesstraßen, sowie die Attraktivierung des öffentlichen Raumes ebenfalls wichtige Ziele dar, welche auch im Stadtentwicklungskonzept St. Pölten Eingang fanden“, weiß Stadtplaner DI Jens de Buck.

Bürgermeister Mag. Matthias Stadler hält fest: „Mit der Bewerbung zur Kulturhauptstadt wurde im Zuge des dafür eingerichteten Arbeitskreises der Handlungsbedarf entlang der Promenade prioritär diskutiert und folglich der Grundstein zur Projektentwicklung des nun abgehaltenen Planungswettbewerbes gelegt.“

Dialog mit Bevölkerung wird großgeschrieben

Im September 2020 beschloss der Gemeinderat die Durchführung des Planungswettbewerbes, welcher in seiner Abwicklung eine ganz besondere Vorgehensweise erfahren sollte: „Bei der Neugestaltung des Promenadenrings wurde der Dialog mit der Bevölkerung großgeschrieben. Mit dem Ansatz einer dialogorientierten Stadtplanung hat sich die Stadt zum Ziel gesetzt, im Austausch mit allen interessierten BürgerInnen, mit VertreterInnen aus Politik und Verwaltung sowie mit VertreterInnen unterschiedlicher Interessensgruppen eine gemeinsam getragene Zukunftsvision für die Neugestaltung des Promenadenrings zu entwickeln“, so St. Pöltens Stadtoberhaupt. Dabei wurden auch die Nebenflächen des Europaplatzes sowie die Verbindungsachse zwischen Europaplatz und Promenade über das Linzer Tor berücksichtigt.

Der Planungswettbewerb selbst war folglich Teil einer Gesamtstrategie, die von einem breit angelegten Kommunikations- und Beteiligungsprozess begleitet wurde.

„Die BürgerInnen haben sich im Rahmen unterschiedlicher Formate – wie etwa dem Online-Dialog und Dialogkarten – mit wichtigen Hinweisen und Anregungen zum Planungsraum sowie mit Erwartungen und Ideen für den zukünftigen Prome­nadenring eingebracht. Des Weiteren wurden Gespräche mit lokalen Stakeholdern und aktiven BürgerInnenvereinigungen geführt“, berichtet DI Carina Wenda aus der Stadtplanung, die diesen Prozess maßgeblich begleitet hat.

Die Ergebnisse aus dem Dialogprozess wurden bereits im Februar 2021 im Rahmen einer Freiluftausstellung am Riemerplatz gezeigt.

Gewonnen hat der „Grüne LOOP“

Basierend auf den übergeordneten verkehrlichen sowie stadtplanerischen Zielsetzungen des Generalverkehrskonzeptes und Stadtentwicklungsplans wurde durch diesen umfassenden Beteiligungsprozess die Aufgabenstellung für den Planungswettbewerb vorbereitet. „Die gemeinsam entwickelte Vision für den neuen Promenadenring setzt einen klaren Fokus auf die Schaffung neuer Qualitäten im öffentlichen Raum für Aufenthalt und erlebbares Grün. Des Weiteren soll der Promenadenring zukünftig die aktive Mobilität (Fuß- und Radverkehr) und den öffentlichen Busverkehr priorisieren. Für den motorisierten Individualverkehr dient die Promenade künftig nur mehr für Erschließungszwecke und nicht mehr für den Durchzugsverkehr“, präzisiert Bürgermeister Stadler.

„Den aktuellen Verkehrsraum zu einem öffentlichen Raum umzugestalten, der nicht nur zum Bewegen, sondern auch zum Verweilen einlädt, der auf Personen jeder Generation Rücksicht nimmt und den Klimawandel und langfristigen Erhalt der Grünräume mitdenkt, waren zentrale Anforderungen der Aufgabenstellung, die es seitens der Planungsteams zu bewältigen galt. Diese und viele weitere Aspekte mussten sich in dem zukunftsweisenden, gesamtheitlichen Neugestaltungskonzept mit anschließender Realisierung zur nachhaltigen Aufwertung, Attraktivierung und verkehrlichen Neuorganisation des Promenadenrings wiederfinden“, erklärt de Buck die Anforderungen.

Insgesamt arbeiteten acht Teams an den Lösungsvorschlägen für die Neugestaltung des Promenadenrings. Als Sieger ging das Planungsteam bestehend aus dem Verkehrspla­nungsbüro Rosinak & Partner und Landschaftsplanungsbüro DnD mit dem Konzept „Grüner LOOP“ hervor. Der Grüne LOOP transformiert den Promenadenring in eine nachhaltige Nachbarschaft und verbindet sie auf mehreren Ebenen mit der Innenstadt.

Anna Detzlhofer, Landschaftsplanerin des Gewinnerprojektes, berichtet: „Priorität war es, den Ring im Stadtgefüge zu stärken und gleichzeitig die Identität des Ortes zu bewahren. Der neue Promenadenring ist der Vorgarten an dem gesportelt, erholt und gelebt wird. Mobilität, Freiraum und Natur werden dabei zukunftsfähig verbunden. Der Ring definiert sich als multifunktionaler Freiraum und kooperativer Identifikationsort deren zusammenhängende Struktur deutlich lesbar ist.“

Stadtforum PromenadengestaltungBei der Pressekonferenz berichteten die PlanerInnen des Siegerentwurfs, Jurymitglieder sowie VertreterInnen der Stadt vom Prozess. (Foto: Vorlaufer)

Ein wesentliches Element in der Belebung des Promenadenrings sieht das Gewinnerprojekt im Zusammenspiel von Erdgeschosszone und Frei­raum.  Für die Transformation des Verkehrsraumes zum vielfältigen Aufenthaltsraum werden unter anderem Kreuzungsplateaus zur Geschwindigkeitsreduktion angehoben und hochwertige Aufenthaltsqualitäten mit unterschiedlichem Stadtmobiliar und Wasserspielen geschaffen. Eine kohärente Farbgebung zieht sich durch die Gestaltung wie ein roter Faden: Fahrradbügel, Lampen, Mistkübel, LOOP Boxen – alles wird als zusammengehörend erkennbar sein. Der grüne LOOP um das St. Pöltner Stadtzentrum transformiert die aktuelle monofunktionale Struktur zu einem Möglichkeitsraum mit vielfältigen Chancen.

Vorrang für Rad- und Fußverkehr

Neben der Aufwertung für den Fußverkehr wird auch der Radverkehr künftig in hoher Qualität geführt. In der verkehrsberuhigten Promenade mit Tempo 30 bewegen sich Radfahrende auf Radstreifen. Die Linienbusse befahren die Promenade künftig unverändert wie bisher. Die vorgeschlagene Kreuzungslösung beim Linzer Tor schafft Spielräume für die Gestaltung und wertet diesen neuralgischen Bereich spürbar auf.

„Es ist mir eine große Freude, dass der Wettbewerb zur Neugestaltung des Promenadenrings erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Damit sind wir unserem Ziel ein gutes Stück nähergekommen, für mehr Sicherheit aller VerkehrsteilnehmerInnen am Promenadenring zu sorgen und eine spürbare Qualitätssteigerung im öffentlichen Raum zu schaffen. Der Siegerentwurf schaffte es, die gemeinsam entwickelte Vision der neuen Promenade zu erfüllen und somit sowohl die fachlichen als auch zivilgesellschaftlichen Ansprüche bestmöglich zu vereinen“, so Bürgermeister Matthias Stadler.

Die Wettbewerbsjury hebt die Qualität des Entwurfs besonders hervor: Uli Hellweg, Juryvorsitzender, berichtet aus der Bewertung: „Im Entwurf lässt sich eine klare Haltung zur Schaffung eines Flanier- und Verweilraumes erkennen, der sich mit dem Verkehrsraum gut in den Stadtraum integriert. Durch eine geschickte und angepasste Wahl der Gestaltungsprinzipien öffnet sich der Straßenraum zu beiden Seiten und lässt somit die geforderte notwendige Flexibilität, Adaptierbarkeit und Integration in den Stadtraum zu. Das Projekt reagiert auf den städte­baulichen Kontext, in dem von Fassade zu Fassade – also der ganze Stadtraum – gedacht wird.“

DnD Rosinak Gestaltungsplan 300dpi
(c) DnD Landschaftsplanung mit Rosinak & Partner

Grüner Loop - PDF Download

Öffentliche Präsentation im Stadtforum

Am 5. November um 17 Uhr wird das Konzept der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Veranstaltung findet im VAZ St. Pölten statt. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, sich genauer über das Projekt zu informieren und in direkten Austausch mit dem Planungsteam zu treten. Kommen Sie vorbei!

Wann: Freitag, 5. November, 17-19 Uhr (Einlass ab 16:30)

Wo: VAZ St. Pölten

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Eingeschränkter Parteienverkehr

Aufgrund des Lockdowns (22. November bis mindestens 12. Dezember 2021) wurde der Parteienverkehr eingeschränkt. Die Abteilung Bürgerservice und Einwohnerangelegenheiten ist Montag bis Freitag von 8 bis 11.30 Uhr erreichbar. Bitte besprechen Sie Ihre Anliegen an den Magistrat während des Lockdowns bei Möglichkeit telefonisch mit der zuständigen Abteilung oder unter 02742/333-0. Nutzen Sie auch das Angebot der Online-Formulare oder nehmen Sie schriftlich mit den Fachabteilungen Kontakt auf bzw. senden Sie eine E-Mail mit dem Anliegen an rathaus@st-poelten.gv.at. Wenn Sie ein Anliegen vor Ort besprechen müssen, rufen Sie vorab an und vereinbaren Sie einen Termin bei der zuständigen Abteilung oder unter 02742/333-0. Vor Ort ist der Mindestabstand von zwei Meter einzuhalten und eine selbst mitgebrachte FFP2-Maske ohne Atemauslassventil zu tragen. Es sind auch ausreichend Desinfektionsständer vorhanden, bei denen Sie sich bitte die Hände desinfizieren. Im Eingangsbereich wird der Zutritt geregelt.

Alle Informationen zu den Corona-Maßnahmen in St. Pölten sowie Infos zu Impf- und Testmöglichkeiten finden Sie unter: www.st-poelten.at/coronaupdate