Die kunstsinnige Stadt 

20 Jahre Festivalhauptstadt

Die 6’er Jahre sind offensichtlich gute für St. Pölten. 1986, vor 40 Jahren, wurde St. Pölten zur Landeshauptstadt erhoben. 20 Jahre später, 2006, wurde das Barockfestival ebenso aus der Taufe gehoben wie das Literaturfestival „Blätterwirbel“, und mit dem ersten Nuke Festival am VAZ-Gelände wurde die Großfestival-Ära der Stadt eingeläutet.

Groß, größer, Festivalhauptstadt St. Pölten – die Mainstage des Frequency Festivals im heurigen Jahr. (Foto: Max Peternell)
Groß, größer, Festivalhauptstadt St. Pölten – die Mainstage des Frequency Festivals im heurigen Jahr. (Foto: Max Peternell)
Groß, größer, Festivalhauptstadt St. Pölten – die Mainstage des Frequency Festivals im heurigen Jahr. (Foto: Max Peternell)
Was 2006 mit dem Nuke begann, ist mittlerweile zu 20 Jahre Festivalgeschichte in der Landeshauptstadt herangewachsen. Bürgermeister Matthias Stadler, Veranstalter Harry Jenner und VAZ-Hausherr René Voak mit einem klaren Bekenntnis zu Großveranstaltungen. (Foto: Josef Vorlaufer)
Groß, größer, Festivalhauptstadt St. Pölten – die Mainstage des Frequency Festivals im heurigen Jahr. (Foto: Max Peternell)
Bürgermeister Matthias Stadler glaubte von Anfang an das Potenzial der Festivals für die Stadt St. Pölten – hier im Bild mit Star DJ Avicii. (Foto: Helge Wöll)

Ö3 bezeichnete St. Pölten damals alsbald als „Nabel der Rockwelt“, heute kann man getrost sagen: Festivalhauptstadt! Denn neben dem Nuke fand im selben Jahr auch zum allerersten Mal überhaupt das Lovely Days Festival statt – und plötzlich standen wahrhaftig etwa The Who auf der Open-Air-Bühne des VAZ. Und rieb man sich damals als Besucher:in noch ungläubig die Augen, dass dies wirklich passierte, sollte der Starreigen über die kommenden Jahre zur St. Pöltner Realität werden. Das Nuke-Festival fand noch zwei weitere Fortsetzungen in St. Pölten, das Lovely Days Festival eine, bevor es in kleinere Locations weiterzog – denn eines zeigte sich: Das VAZ sowie die gesamte Infrastruktur herum und die Möglichkeiten in St. Pölten hatten das Potenzial für noch Größeres, ja, für das „Größte“ überhaupt: das Frequency Festival.

Gekommen, um zu bleiben

Jahrelang am Salzburg-Ring beheimatet und von Salzburger Schnürlregen begleitet, übersiedelte das damals größte Festival Österreichs 2009 nach St. Pölten. Seither pilgerten Millionen (!) vorwiegend junge Menschen in die junge Landeshauptstadt, um hier für viele lebensprägende Tage zu verbringen, die man fortan positiv mit St. Pölten assoziierte. „Begleitet“ wurden sie dabei von den größten Stars ihrer Zeit, wie u. a. 30 Seconds To Mars, Billie Eilish, Billy Idol, Billy Talent, Die Toten Hosen, Foo Fighters, Lenny Kravitz, Limp Bizkit, Linkin Park, Macklemore, Muse, Pixies, Robert Plant, Roxy Music, Snoop Dog, The Cure, The Killers, The Who, Twenty One Pilots.

Im Windschatten des Frequency etablierten sich auch weitere Festivals im VAZ wie etwa das Mittelalterspektakel oder das Beatpatrol, das in seinen St. Pöltner Jahren von 2009 und 2019 noch für Positiv-Schlagzeilen und Electronic-Music-Superstars am Fließband wie Armin van Buren, Avicii, Deadmau5, Faithless, Marshmello, Parov Stelar, Paul van Dyk, Paul Kalkbrenner, Robin Schulz, Tiësto uvm. sorgte.

„Es ist schon beeindruckend, welche Acts hier bei uns im VAZ St. Pölten über die Jahre aufgetreten sind“, zieht sodenn VAZ-Geschäftsführer René Voak zufrieden Bilanz: „Die Festivals – dafür ist allen voran Harry Jenner von Musicnet als Veranstalter des Frequency, ebenso aber auch der Stadt St. Pölten mit ihrem klaren Bekenntnis zu den Großfestivals zu danken – haben sich zu dem positiven Imagetreiber für die junge Hauptstadt St. Pölten entwickelt und ihren Ruf weit in die Welt hinausgetragen!“

Wir sind stolz

In dieselbe Kerbe schlägt Bürgermeister Matthias Stadler, welcher den Aufstieg St. Pöltens von Anfang an nachhaltig unterstützt hat. „2006 war für St. Pölten eine spannende Zeit. Ich war noch nicht lange Bürgermeister und wir waren als Stadt gerade dabei, uns in vielerlei Hinsicht neu zu positionieren. Für mich war entscheidend, nach vorne zu schauen und die Chancen zu erkennen, die solche Veranstaltungen für St. Pölten bieten: Umwegrentabilität, Image und natürlich auch ein Angebot vor Ort, das einer Landeshauptstadt und ihrer Hauptstadtregion würdig ist. Ich war überzeugt, dass wir den Mut haben sollten, neue Wege zu gehen und auch jungen Menschen etwas anzubieten. Eine Stadt braucht Orte und Veranstaltungen, auf die ihre Bewohnerinnen und Bewohner stolz sind. Die Großfestivals haben mitgeholfen, das Selbstverständnis St. Pöltens positiv zu verändern!“

Wie meinte Harry Jenner im Zuge der Gratulation durch Voak: „Auf die nächsten 20 Jahre!“

Die kunstsinnige Stadt 

Stärke gewinnt ein Zentrum nicht zuletzt aus kultureller „Soft-Power“. Dafür bildet der Masterplan stp*25|50 die städtische „Kulturstrategie 2030“ nicht nur ab, er vertieft und konkretisiert sie. (mehr dazu)