„In St. Pölten lebt sich’s gut und lang“, hält Matthias Stadler fest. St. Pölten zählt gut 60.000 Einwohner:innen mit Hauptwohnsitz. Rechnet man die Zweitwohnsitze ein, sind es sogar rund 66.000 Menschen, die das Stadtbild prägen. Besonders stark vertreten ist auch hier die Altersgruppe ab 60 Jahren.
Menschen wie Margarete Zaufal, Franz Wielander oder das Ehepaar Ortmair stehen stellvertretend für eine Stadt, die ihren Bewohner:innen in jeder Lebensphase viel bietet: Von der Kindheit über die Berufsjahre bis ins hohe Alter. Moderne Betreuungsangebote und zahlreiche Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe machen die niederösterreichische Landeshauptstadt zu einem Ort an dem man nicht nur gut lebt, sondern auch gerne alt wird.
Margarate Zaufal feierte im Juli den 101. Geburtstag. Dem Bürgermeister erzählte sie über spannende Arbeits- sowie Lebensjahre und sprach mit ihm über die gelungene Stadtentwicklung. (Foto: Vorlaufer)
Ein Jahrhundert Stadtgeschichte miterlebt
Als Margarete Zaufal 1925 geboren wurde, war St. Pölten noch eine deutlich kleinere Stadt. Später arbeitete sie als OP-Schwester auf der HNO-Abteilung des St. Pöltner Krankenhauses. Im August 1945 trat sie der Gewerkschaft der Gemeindeangestellten und Arbeiter der Stadt bei – ein Schritt, den sie bis heute als selbstverständlich bezeichnet.
Heute lebt die Jubilarin im Seniorenheim und hat die Entwicklung ihrer Heimatstadt über ein ganzes Jahrhundert miterlebt: Aus einer regionalen Stadt wurde eine moderne Landeshauptstadt mit wachsender Bevölkerung, vielfältigem Kulturangebot und einer Infrastruktur, die auch älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.
Auch Franz Wielander schrieb ein außergewöhnliches Kapitel der St. Pöltner Stadtgeschichte. Der 1914 geborene St, Georgener galt laut Statistik Austria als ältester Mann Österreichs. Sein 109. Geburtstag wurde im Jänner 2023 noch gemeinsam mit Familie gefeiert, wenige Wochen später verstarb er am 1. April 2023 im 110. Lebensjahr. Er erlebte zwei Weltkriege und den Wiederaufbau sowie den Aufstieg St. Pöltens zur Landeshauptstadt.
Dem 2023 ältesten Österreicher aus St. Pölten gratulierte natürlich auch Stadtoberhaupt Matthias Stadler. Franz Wielander betonte bis zuletzt, wie gerne er in St. Pölten wohnte. (Foto: Vorlaufer)
Lebensqualität auch im Alter
In St. Pölten altert man nicht ohne Grund besonders gut und gesund. Hier wird seit Jahren in Angebote investiert, die älteren Menschen ein selbstbestimmtes und aktives Leben ermöglichen. Wer sich helfende Hände an die Seite holen möchte, kann auf ein flächendeckendes Angebot an sozialmedizinischen und sozialen Betreuungsdiensten zurückgreifen. Hauskrankenpflege, Heimhilfe und therapeutische unterstützen Seniorinnen und Senioren ebenso wie ihre Angehörigen. Ergänzt werden diese umfangreichen Leistungen durch die Aktion „Essen auf Rädern“, bei der ehrenamtliche Fahrer:innen täglich warme Mahlzeiten zu Menschen bringen, die den Alltag nicht mehr ganz allein bewältigen können. Ebenso wichtig sind das gesellschaftliche Leben und das seelische Wohlbefinden. In St. Pölten gibt es zahlreiche Angebote, die Seniorinnen und Senioren aktiv zusammenbringen – vom großen Best-Ager-Ball im VAZ über regelmäßige Spielenachmittage und E-Bike-Kurse bis hin zu Tagesausflügen und Sportaktivitäten des Pensionistenverbandes. Auch das Rote Kreuz lädt in Seniorentreffs und Tageszentren zu Bastelrunden, Musik, Kartenspielen und gemeinsamen Nachmittagen ein. So wird St. Pölten ein Ort für ein unbeschwertes Leben im Alter, an dem man sich einfach rundum wohlfühlt.
Dass sich Menschen hier wohlfühlen, zeigen auch Berta und Ernst Ortmair. Das Ehepaar feierte erst kürzlich den jeweils 95. Geburtstag. Anlässlich der gemeinsamen Geburtstagsfeier des Ehepaars gratulierte Bürgermeister Mathias Stadler den beiden Jubilaren am 9. Juli persönlich vor Ort. Ein weiteres Jubiläum steht bereits bevor: Am 17. November begehen die beiden ihre Kronjuwelenhochzeit und damit 75 Ehejahre: ein leuchtendes Beispiel für Zusammenhalt, auch für das Land und seine Hauptstadt – immerhin 40 Jahre hält diese „Ehe“ ja auch schon, wie auch der Bürgermeister anerkennt.