Die „Pro Planet Week STP“ will Jahr für Jahr Bewusstsein schaffen für die massiven Auswirkungen des Klimawandels und dabei die vielfältigen Wege zeigen, die wir gehen können, um eine gute Welt für alle zu ermöglichen. "Wir wollen heuer besonders das Gemeinsame hervorheben. Wir stehen gemeinsam vor den großen Problemen der Energiekrise und wollen auch gemeinsam Lösungen dafür finden“, erklärte Organisator Martin Gruber-Dorninger. stp*Plattform-Generalsekretär Matthias Weiländer pflichtete bei: "Nur gemeinsam mit der Wirtschaft können wir die Probleme unserer Zeit lösen."
Die Kosten des Nichthandelns
Nichthandeln ist teurer als Handeln, erklärte Umweltökonomin Sigrid Stagl in ihrem spannenden Vortrag. Ein Zick-Zack-Kurs in der Wirtschafts- und Klimapolitik sei ökonomisch noch unvernünftiger, noch teurer und bringe langfristig deutliche Wettbewerbsnachteile mit sich, belegte die Wissenschaftlerin des Jahres 2024 anhand der zögerlichen Aktivitäten von Mercedes bei der Umstellung auf Elektro-Antrieb. Es brauche also konsequente Investitionen in die nachhaltige Transformation der Wirtschaft. Das sei nicht billig, aber „alle seriösen Berechnungen zeigen uns, dass Nichthandeln oder zögerliches Handeln deutlich teurer kommt.“
Klimaneutralität ist volkswirtschaftlich sinnvoll
Erneuerbare Energien sind günstiger und effizienter, ein Umstieg koste ein Fünftel der Folgekosten fossilen Weiterwirtschaftens, zeigte Sigrid Stagl auf: "Daher ist Klimaneutralität volkswirtschaftlich sinnvoll." Die Ökonomin warnt davor, kurzfristig Kosten zu sparen, indem man Klimaschutzmaßnahmen kürzt und damit Strukturen fördert, "die nicht zukunftsfit sind und die uns viel mehr kosten, wirtschaftlich und natürlich ökologisch". Denn die langfristigen Kosten, wenn der Klimakrise nicht adäquat gegengesteuert wird, seien um ein Vielfaches höher als das Budgetloch, das es aktuell zu stopfen gilt.
Bio macht's billiger
Mit einer brandneuen Studie aus den Niederlanden ließ die WU-Professorin aufhorchen: Eine Milliarde Euro bringt Deloitte zufolge die Umstellung auf Biolandbau, weil dieser weniger fossile Energien und Pestizide einsetzt. Ertragseinbußen ließen sich durch innovative Präzisionstechnologien teilweise auffangen. Einsparungen von 5,3 Milliarden Euro wären in den Niederlanden durch eine Proteinwende möglich. Dafür müsste der Anteil tierischer Proteine in der Ernährung auf ein Drittel reduziert werden – im Einklang mit den Empfehlungen der Ernährungspyramide. "In Österreich gelten sicher ähnliche Werte", so Stagl.
Umweltschäden durch intensive Landwirtschaft
Aktuelle Studien zeigen außerdem, dass Umweltschäden durch intensive Landwirtschaft längst den Wert der Produktion übersteigen. Dennoch werde ein volkswirtschaftlich ineffizientes System mit viel Steuergeld künstlich aufrechterhalten – getragen von starkem politischem Lobbying jener, die davon profitierten, und entgegen aller ökonomischen Prinzipien. Derzeit fließen 82 Prozent der Agrarsubventionen der EU in tierische Produktion, die nur 36 Prozent des Kalorienbedarfs deckt, dem Klima und – bei übermäßigem Konsum – der Gesundheit schadet, gibt Stagl zu bedenken. Sie hinterfragt auch Fleischexporte: Damit gelange ein Teil der Subventionen in Märkte wie China, während Österreich Strafen für überhöhte Treibhausgasemissionen zahle.
Wirtschaft am Podium
Am Podium zeigten die Diskutanten Thomas Salzer (Vize-Präsident der NÖ Industriellenvereinigung), Martin Wurzl (Firma Egger), Roswitha Reisinger (Herausgeberin BusinessArt) und Rainer Handlfinger (Bürgermeister Ober-Grafendorf und Vorstandsvorsitzender vom Klimabündnis Österreich) auf, mit welchen Erkenntnissen und auch Hindernissen sie und ihre Firmen in Transformationszeiten konfrontiert sind.