Die resiliente Stadt

Hochwasserschutz wird weiter forciert

Die Stadt investiert mit hoher Priorität in den Schutz der Bevölkerung vor Hochwasser- und Starkregenereignissen. Neben dem Ankauf eines neuen mobilen Hochwasserschutzes gibt es auch zahlreiche Fortschritte bei der Umsetzung der baulichen Projekte.

Vertreter von Stadt, Feuerwehr und der Firma eumatex posieren für ein gemeinsames Foto hinter dem mobilen Hochwasserschutz. (Foto: Christian Krückel)
Das neue Hochwasserschutzsystem wurde kürzlich an die Stadt geliefert und offiziell an die Freiwillige Feuerwehr St. Pölten Stadt übergeben, die für die Verwaltung, Lagerung und den Einsatz des Systems verantwortlich ist. (Foto: Christian Krückel)
Vertreter von Stadt, Feuerwehr und der Firma eumatex posieren für ein gemeinsames Foto hinter dem mobilen Hochwasserschutz. (Foto: Christian Krückel)
Das neue Hochwasserschutzsystem wurde kürzlich an die Stadt geliefert und offiziell an die Freiwillige Feuerwehr St. Pölten Stadt übergeben, die für die Verwaltung, Lagerung und den Einsatz des Systems verantwortlich ist. (Foto: Christian Krückel)

Wie viele andere Gemeinden in Niederösterreich befindet sich die Stadt aktuell aufgrund der angespannten landes- und bundesweiten Finanzlage in einem Konsolidierungsprozess. Die Sorge, dass diese Konsolidierung auch Hochwasserschutzmaßnahmen verzögern oder verhindern könnte, ist laut Bürgermeister Matthias Stadler aber unbegründet: „Bei den städtischen Investitionen werden die Schwerpunkte aktuell auf die wesentlichen Kernaufgaben und einzelne Sonderprojekte gelegt. Der Hochwasserschutz ist einer dieser Kernbereiche, bei dem nicht gespart, sondern mit hoher Priorität zum Schutz der Bevölkerung investiert wird. Der neu angekaufte mobile Hochwasserschutz und die Fortschritte bei den baulichen Projekten der Taskforce Hochwasserschutz sind jüngste Zeugnisse davon.“

Mobiler Hochwasserschutz stärkt Sicherheit

Mit der Lieferung und Übergabe eines neuen mobilen Hochwasserschutzsystems wurde ein weiterer wichtiger Schritt zur Vorsorge gegen Hochwasser- und Starkregenereignisse gesetzt. Der mobile Hochwasserschutz dient dem Schutz der Bevölkerung, der historischen Bausubstanz sowie wichtiger Straßenzüge und Infrastruktur im gesamten Stadtgebiet. Durch seinen schnellen und gezielten Aufbau kann das System flexibel in besonders gefährdeten Bereichen eingesetzt und mit einer variablen Länge von bis zu 500 Metern an unterschiedliche Hochwasserszenarien angepasst werden. Im Bedarfsfall kann das System auch für andere oder punktuelle Ereignisse Anwendung finden. Die wiederverwendbaren Elemente sind platzsparend lagerbar und stellen eine kosteneffiziente Ergänzung zu bestehenden stationären Hochwasserschutzanlagen dar. Die Gesamtkosten für die Anschaffung des mobilen Hochwasserschutzes belaufen sich auf rund 150.000 Euro.

Zahlreiche Projekte in Planung und Umsetzung

Unmittelbar nach der Hochwasserkatastrophe im September 2024 wurde von der Stadt eine eigene Taskforce ins Leben gerufen, die bereits geplante und aus den jüngsten Lehren abgeleitete bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen zusammenfasst und konsequent forciert. Unter anderem sind Projekte in folgenden Bereichen in laufender Bearbeitung: Nadelbach, Saubach, Harlander Bach, Gartenstadt am Kremserberg, Radlberg (mit ÖBB-Ausbau), Teufelhof, Siedlung Reith, Brünnerstraße, Pottenbrunn-Fünfhausgasse und Pottenbrunn-Traisen. Hinzu kommen diverse Dammsanierungen an der Traisen. „In jedem dieser Projekte sind mehrere Maßnahmen und Varianten zu diskutieren und zu entwickeln. Es gilt, zu planen, zu genehmigen, um Förderungen anzusuchen, auszuschreiben und schlussendlich umzusetzen. Aber nicht nur dafür ist Zeit aufzuwenden, es sind meist auch entsprechende gremiale Beschlüsse erforderlich“, erläutert Baudirektor Wolfgang Lengauer.

Updates zu aktuellen Maßnahmen

RRHB Nadelbach: Für die Erweiterung des Regenrückhaltebeckens Nadelbach werden derzeit die Ausschreibungsunterlagen erstellt und in den kommenden Wochen veröffentlicht. Ein Baustart ist im Mai 2026 vorgesehen, eine Fertigstellung im Herbst 2027.

Harlanderbach: Für das Regenrückhaltebecken am Harlanderbach wurde bereits ein Monitoringsystem zur Überwachung des Beckens im Einstaubereich sowie zur Messung des Durchflusses im Einlaufbereich in den Werksbach beauftragt. Die Umsetzung soll in den kommenden Wochen erfolgen. Weiters soll ein Sonderkatastrophenschutzplan ausgearbeitet werden, um zukünftig im Ereignisfall die Koordination und das Zusammenspiel der betroffenen Dienststellen und Einsatzkräfte weiter zu verbessern.

Teufelhof: Für das Gebiet der Kothbauerstraße wurden von einem externen Ziviltechniker verschiedene Maßnahmen ausgearbeitet, um das Siedlungsgebiet besser vor Hangwässern zu schützen. Dieses Projekt wurde bereits mit Vertretern des Landes NÖ zwecks Einreichung um Fördermittel abgestimmt. Eine Förderzusage ist noch ausständig.

Traisen Hochwasserschutz Pottenbrunn: Für das Hochwasserschutzprojekt der Traisen für den Stadtteil Pottenbrunn haben in den vergangenen Monaten umfangreiche Abstimmungsgespräche mit den betroffenen Stellen wie Land NÖ, Werksbachbetreiber, etc. stattgefunden. Nun werden diese Erkenntnisse im Projekt dargestellt, um in weiterer Folge Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern aufzunehmen. Eine bauliche Umsetzung ist nach Rücksprache mit der Förderstelle des Landes frühestens im Jahr 2028 möglich.

Siedlung Reith: Für die Grabenertüchtigung im südlichen Abschnitt in Ochsenburg an der Stadtgrenze zu Wilhelmsburg erfolgte in den vergangenen Wochen die behördliche Abstimmung und somit die Freigabe zur Umsetzung dieser Maßnahme. Derzeit wird an der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen gearbeitet. Eine bauliche Umsetzung ist unmittelbar nach einem erfolgreich abgeschlossenen Vergabeverfahren im Jahr 2026 geplant.

Traisen Hochwasserschutzdamm Spratzern: Aufgrund der Zustandsbewertung des Sekundärdammes der Traisen soll dieser Abschnitt vom Sportplatz Spratzern bis zur A1-Westautobahn saniert werden. Dazu werden zurzeit die wasserrechtlichen Einreichunterlagen erstellt, die bauliche Umsetzung ist für 2027/28 projektiert.

Saubach Zwischenbrunn: Auf Basis der Ereignisdokumentation, die nach der Hochwasserkatastrophe vom September 2024 erstellt wurde, sollen nun in einem weiteren Schritt Maßnahmen zur Verbesserung der Abflusssituation des Einzugsgebietes des Saubaches erfolgen. Diese Untersuchung soll unter Berücksichtigung der Abflusssituation, der Topografie und der zu schützenden Objekte einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der wasserbaulichen Gesamtsituation ausarbeiten.

Traisen Hochwasserschutz Radlberg: Nachdem das Hochwasserereignis vom September 2024 Schäden an Betriebsstätten sowie an privaten Liegenschaften in Unterradlberg verursachte, erfolgt derzeit eine hydraulische Bearbeitung des Hochwasserabflusses der Traisen für dieses Gebiet. Auf Basis dieser Daten sollen bauliche Maßnahmen im Vorlandbereich der Traisen ausgearbeitet werden.

Die resiliente Stadt

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