Die mobile Mittelstadt

Mühlbachroute: Neue Ampelregelung verringert Wartezeit deutlich

Nach umfangreicher Analyse konnte eine Verbesserung für den Fuß- und Radverkehr an der Ampel beim Mühlbach in der Daniel Gran-Straße mit kürzeren Wartezeiten und längeren Grünphasen erreicht werden. Für den Kfz-Verkehr ergeben sich dadurch keine Verschlechterungen.

Vizebürgermeister Michael Kögl, Bürgermeister Matthias Stadler sowie die Mobilitätsplaner Raphael Rech und Manuel Hammel gehen über Schutzweg auf der Mühlbachroute. (Foto: Josef Vorlaufer)
Vizebürgermeister Michael Kögl, Bürgermeister Matthias Stadler sowie die Mobilitätsplaner Raphael Rech und Manuel Hammel machten sich zur Stoßzeit in der Früh Vorort ein Bild von der neuen Ampelregelung. (Foto: Josef Vorlaufer)

Die Mühlbachroute ist eine der wichtigsten Fuß- und Radverkehrsachsen in der nördlichen Kernstadt. Besonders auch als Verbindungsroute zwischen dem Bahnhof und der USTP sowie dem Schulzentrum Eybnerstraße wird der Weg täglich von bis zu 4.500 Personen genutzt. Eine Problemstelle war hier bisher die Querung der Daniel Gran-Straße. Lange Wartezeiten und kurze Grünphasen bei der Ampel führten gerade in der Früh zu einer Überlastung durch das hohe Aufkommen an Fuß- und Radverkehr. Vermehrt wurde die Straße auch bei Rot gequert.

Es bestand also Handlungsbedarf, die Situation zu verbessern. Die Problematik dabei: Die Ampelanlage an der Mühlbachroute hängt mit der Ampelanlage Daniel Gran-Straße und dem Mühlweg zusammen. Als Kerntangente und wichtige Nord-Süd-Verbindungen, auf denen auch einige LUP-Routen verlaufen, haben diese Straßen auch entsprechend große Kfz-Aufkommen. Jeglicher Eingriff hat daher große Auswirkungen und muss genau geprüft werden.

Im Vorfeld waren deshalb umfangreiche Verkehrserhebungen und Berechnungen notwendig, um zu gewährleisten, dass auf allen Relationen alle Verkehrsträger – ob mit dem Rad, zu Fuß, mit dem Bus oder mit dem Auto – sicher und flüssig vorankommen. Vor einem Monat wurde nun ein neues Ampelprogramm in Betrieb genommen, das die Situation für alle Beteiligten sicherer und effizienter machen soll.

Die Änderungen im Detail

Die Umlaufdauer der Ampel wurde gekürzt, was zu mehr Grünphasen pro Stunde und weniger Wartezeit führt. „Während man bisher im schlimmsten Fall bis zu 79 Sekunden warten musste, wird es jetzt spätestens nach 38 Sekunden wieder grün. Im Schnitt beträgt die Wartezeit sogar nur weniger als 20 Sekunden. Gleichzeitig haben wir die Dauer der Grünphase von Fuß- und Radverkehr von vorher 6 auf 8 Sekunden verlängert, um auch größeren Gruppen von und zur USTP bzw. dem Schulzentrum Eybnerstraße das sichere Queren zu ermöglichen“, erklärt Raphael Rech von der städtischen Verkehrsplanung. Die Rad- und Fußgängerampel wird jetzt auch bei jedem Umlauf grün. Ein aktives Drücken ist nicht mehr notwendig. „Mit etwas Glück wird die Ampel schon beim Hinkommen grün“, so der Mobilitätsplaner. Da sie weiterhin integraler Bestandteil der Blindenakustik sind, bleiben die Druckknöpfe vorerst montiert, haben aber keine Auswirkungen auf die Grünphase mehr.

Neue Regelung beweist sich nach Testphase

„Die Erfahrungen seit der Umstellung sind durchwegs positiv, die Änderungen haben sich schon gut eingespielt. Wir beobachten die Situation aber laufend und haben auch bewusst Stellschrauben im Programm, an denen wir bei Bedarf schnell Änderungen vornehmen können“, erklärt Rech. Für den Kfz-Verkehr und den LUP konnte durch die Änderungen weder rechnerisch noch bei Beobachtungen eine Verschlechterung festgestellt werden.

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