Die attraktive Wachstumsstadt

Heidenheimer Straße wird nun saniert

Genaue Prüfungen haben ergeben: die Sicherheit erfordert eine Erneuerung des Baumbestandes.

Visualisierung der Straße, KI-generiert. (Grafik: Blooming Cities/KI)
Die Heidenheimer Straße wird saniert, dabei werden bereits knapp fünf Meter hohe, neue Bäume nach dem Schwammstadtprinzip gepflanzt. (Grafik: Blooming Cities/KI)

Seit dem Gemeinderatsbeschluss im Mai wurden Prüfungen bzw. Erhebungen durchgeführt, jetzt ist fix: die Heidenheimer Straße wird noch 2026 saniert – mit begleitenden Maßnahmen. Der derzeitige Baumbestand habe nur mehr eine begrenzte Lebensdauer, die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer:innen sei sowohl dadurch, als auch durch den schlechten Straßenzustand nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet.

Auf Initiative der Stadtregierung wurden deshalb umfangreiche Maßnahmen gesetzt: Ersatzpflanzungen von vier bis fünf Meter hohen Bäumen mit großen Flächen nach dem Schwammstadtprinzip, die Erweiterung der grünen Achsen in Richtung Grillparzer Straße, eine schmälere Fahrbahn, breitere Gehwege sowie reduzierte Geschwindigkeit.

Bäume angeschlagen

Die Stadtverwaltung hatte nach den intensiven Diskussionen rund um die Heidenheimer Straße und Eingaben an die zuständigen politischen Vertreter:innen der Stadtregierung mit einer neuerlichen Prüfung des Projekts reagiert. Auch ein vorgelegtes Privatgutachten zum Erhalt der Bäume wurde durch die Expert:innen im Magistrat genau geprüft.

Der dauerhafte Erhalt des bestehenden Baumbestandes ist nach allen Abwägungen leider nicht möglich, lautet die Einschätzung der Expert:innen. Die Bäume seien bereits angeschlagen und würden durch die anstehenden Bauarbeiten weiter belastet, wird von Seiten der Stadtgärtnerei betont. „Wir haben in St. Pölten bereits ein tragisches Ereignis zu verzeichnen gehabt, das sich nicht wiederholen darf und das vor Augen geführt hat, wie wichtig es ist, dass wir unsere Bäume genauestens prüfen und bei schlechtem Zustand auch entsprechend ersetzen. Es geht um die Sicherheit“, betont Stadtgärtner Robert Wotapek.

Martin Petermann vom technischen Büro hält fest: „Derartige Eingriffe stellen bei dem bereits dokumentierten schlechten Zustand der Bäume ein nicht kalkulierbares Risiko bezüglich der Standsicherheit der Bäume dar, die sich aus den gesetzlichen Grundlagen des ABGB §1319a, 1319b sowie der ÖNORM ergeben. Aufgrund der massiven Aufwurzelungen einiger Bäume durch die Hebung des Straßenbelages kann nicht gewährleistet werden, diese entsprechend schützend zu überbauen und gleichzeitig die dem Regelwerk entsprechenden Längs- und Querneigungen, zwecks Oberflächenentwässerung und barrierefreier Ausführung des Straßenraums, zu gewährleisten.“

Arbeiten beginnen noch im Oktober

Die Heidenheimer Straße, in der es dringend baulichen Handlungsbedarf gibt, wird noch heuer saniert, letzte Arbeiten erfolgen im Frühjahr 2027.

Die ornithologischen Maßnahmen wurden bereits abgeschlossen, die Anrainer:innen wurden informiert. Die Fahrbahn wird zugunsten der Grünflächen und der Gehwege verschmälert, die Geschwindigkeit auf Tempo 30 reduziert. Damit wird mehr Verkehrssicherheit geschaffen.

Baulich wird die Heidenheimer Straße auf einen Stand gebracht, der den Gegebenheiten entspricht – die Nutzung durch Anrainer:innen, die Fahrbahn für Rad-, Auto und Busverkehr und natürlich auch als mögliche Route für die An- und Ablieferung von Gütern auf das Voith-Areal bringen besondere Herausforderungen mit sich.

Mehr Grün im Grätzel

Der Park- und Grünraum wird neu organisiert. Anstelle der bestehenden Linden werden vier bis fünf Meter hohe Linden, Ahorn, Buchen und Lederhülsenbäume gepflanzt. Damit sind sie noch in einem Lebensalter, in dem sie rasch wachsen, haben aber gleichzeitig schon eine Größe, mit der sie ab dem ersten Jahr Schatten spenden. Der Untergrund wird nach dem Schwammstadtprinzip gestaltet, damit eine gesunde Entwicklung auch in trockenen Sommern gesichert ist.

Auch in der angrenzenden Viktor-Adler-Straße werden Bäume gepflanzt um schattige Wege zwischen Wohngebieten, Nahversorger und Freizeitinfrastruktur zu schaffen, was mehr Grün in das gesamte Grätzel bringen wird. Neuralgische Punkte wie die Kreuzung zwischen Heidenheimer Straße und Viktor-Adler-Straße sollen mit Blick auf die Sicherheit verbessert werden. Die neuen Stellplätze werden den Dimensionen heutiger Fahrzeuge gerecht.

Sichere Wärme, sicheres Wasser, sichere Straße und sicheres Grün

Durch die Sanierung der Fernwärme und der Wasserleitung wurde die Versorgungssicherheit der Bevölkerung verbessert. Breitere Gehwege und Tempo 30 führen zu mehr Sicherheit und Komfort für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen. Die Planung erfüllt die Bedürfnisse der Bewohner:innen und sichert die Zu- bzw. Abfahrt zum Firmenareal sowie die Route des LUP in Richtung Süden. „Nach genauer Planung vor dem Beschluss und genauen Überprüfungen in Folge der Eingaben durch Bürger:innen haben wir jetzt alle Fakten auf dem Tisch liegen, um die notwendigen Bauarbeiten durchzuführen und noch dieses Jahr abzuschließen – letzte Arbeiten sollen dann noch im Frühjahr finalisiert werden“, so Baudirektor Wolfgang Lengauer.

Die Stadtregierung ist sich einig, dass weiterhin Maßnahmen gesetzt werden müssen, um St. Pölten noch klimafitter zu machen. Neben der Erstellung eines Entsiegelungskatasters und einer Begrünungsoffensive für Kindergärten und Schulen wird auch intensiv an einer Baumschutzverordnung für St. Pölten gearbeitet.

Die attraktive Wachstumsstadt

„Wenden” bewältigt St. Pölten seit bald 2.000 Jahren. Im Hinblick auf die Klima-, Energie- und Mobilitätswende verbindet der Masterplan stp*25|50 klaren Fokus mit langfristiger Perspektive. (mehr dazu)