Die resiliente Stadt

Biomasseheizkraftwerk in Betrieb genommen

Regionale Wertschöpfung und Ökostrom für 15.000 Haushalte sowie Naturwärme für bis zu 30.000 Haushalte.

Fünf Personen in einem Hackschnitzellager mit Bagger und Tafel. (Foto: EVN/Matejschek)
Geschäftsführer der Salzer Gruppe Thomas Salzer, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Olympiasiegerin Katharina Huber, EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz und BürgermeisterMatthias Stadler präsentieren das neue Heizkraftwerk, welches Autonomie und regionale Wertschöpfung durch Biomasse inkl. Schadholz schafft. (Foto: EVN/Matejschek)

Das Fernwärmenetz in St. Pölten versorgt seit über 60 Jahren die Stadt mit umweltfreundlicher Wärme und Warmwasser. Mittlerweile ist das Netz auf eine Länge von 78 km angewachsen und etwa 40 Prozent der Haushalte und öffentlichen Gebäude in St. Pölten sind angeschlossen. Rund zwei Drittel des Wärmebedarfs werden über Österreichs längste Fernwärmetransportleitung aus der Abwärme der Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr bereitgestellt.

Um den Anteil an umweltfreundlicher Energie noch weiter zu erhöhen, geht nun aus Kooperation von Industrie, Stadt St. Pölten und EVN am Gelände der Salzer Gruppe an der Stattersdorfer Hauptstraße ein Biomasseheizkraftwerk in Betrieb. Das gesamte Investitionsvolumen dafür beträgt rund 50 Millionen Euro.

25.000 Tonen CO2 eingespart

„In Niederösterreich setzen wir weiterhin auf Erneuerbare Energien. Die aktuelle Situation im nahen Osten zeigt uns, wie wichtig es ist, auf Unabhängigkeit und heimische Wertschöpfung zu setzen. Das ist wichtig für unser Land und für unsere Zukunft“, so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Für die Turbinenpatenschaft konnte Olympiasiegerin Katharina Huber gewonnen werden: „Als Sportlerin weiß ich, wie wichtig es ist, aus eigener Kraft Großes zu bewegen. Diese Turbine steht für genau das: nachhaltige Energie, die Zukunft gestaltet. Ich freue mich, ihre Patenschaft zu übernehmen.“

Bürgermeister Matthias Stadler streicht ebenfalls die Bedeutung der Nachhaltigkeit hervor: „Mit der Errichtung des Heizkraftwerks wird das Fernwärmenetz auf CO2-neutrale Naturwärme umgestellt. Pro Jahr können so rund 25.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Das Projekt ist ein weiterer wesentlicher Meilenstein unserer Klima-Rahmenstrategie“, freut sich das Stadtoberhaupt. Er weiß: „Wir haben in St. Pölten eine anhaltend starke Nachfrage nach unserer Fernwärme, die vor allem durch die Ukraine-Krise und die aktuellen Unsicherheiten auf den Energiemärkten verstärkt wurde. Mit dem modernen Biomasseheizkraftwerk können wir diesen wachsenden Bedarf decken, unsere Autonomie noch mehr stärken und das Netz weiter zukunftsfit machen“.

Haushalte und Industrie profitieren

In der modernen Kraft-Wärmekopplungsanlage (KWK) wird in einem Biomassekessel aus Hackschnitzel Dampf erzeugt. Dadurch kann über eine Dampfturbine Ökostrom produziert und die entstehende Abwärme in das Fernwärmenetz der Stadt eingespeist werden.

Für EVN Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz ist das Heizkraftwerk ein weiterer Schritt in Richtung Unabhängigkeit: „Die seit rund 30 Jahren bestehende erdgasbetriebene KWK-Anlage wird jetzt durch das Biomasseheizkraftwerk ersetzt. Dadurch werden zukünftig umgerechnet rund 15.000 Haushalte mit Ökostrom und 30.000 Haushalte mit umweltfreundlicher Naturwärme versorgt“, so Szyszkowitz.

Neben den Haushalten in St. Pölten profitiert auch die Industrie der Landeshauptstadt von der Anlage. Hierfür wurde eine Partnerschaft mit der Salzer Gruppe eingegangen, auf deren Grundstück auch gebaut wurde. Durch die neue Biomasse-KWK soll der Dampfbedarf der Salzer Papier GmbH, Salzer Formtech GmbH und Sunpor Kunststoff GmbH abgedeckt werden. Laut Thomas Salzer, Geschäftsführer der der Gruppe, darf Klimaschutz auch in der Industrie nicht nur ein Lippenbekenntnis sein: “Mit der Realisierung des Biomasseheizkraftwerks setzen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Versorgungssicherheit und nehmen diese gemeinsam ein Stück weit selbst in die Hand. Die Nutzung regionaler, erneuerbarer Energiequellen ist zugleich ein klares Bekenntnis zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Zukunft.“

Die resiliente Stadt

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