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Regenwassermanagement im Einsatz

Starkregenereignisse stellen immer öfter eine Herausforderung für die Kanäle in den Städten und Gemeinden dar, besonders wenn die Böden nach langen Hitzeperioden bereits sehr trocken sind. Im Bereich der Neuerschließung Eisbergsiedlung soll nun ein neuartiges System für intelligentes Regenwassermanagement zum Einsatz kommen.

Eisbergbogen Wiese. (Foto: Werner Jäger)
Am Eisberg kommt ein Spezialsubstrat zum Einsatz, das Regenwasser wie ein Schwamm aufsaugt und es anschließend langsam wieder in den Boden abgibt. (Foto: Werner Jäger)

In einem Zusammenschluss verschiedener Departments mehrerer involvierter Universitäten unter Führung von Prof. Thomas Ertl, Unternehmen und der Politik plant die Stadt St. Pölten im Bereich der Neuerschließung Eisbergsiedlung ein System für intelligentes Regenwassermanagement zum Einsatz zu bringen. Im Zuge der Neugestaltung der Unterwagramer Straße wird das bewährte „DrainGarden“ System bereits erfolgreich eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein Spezialsubstrat, welches aus rein mineralischen Bestandteilen und organischen Komponenten besteht. Es saugt überflüssiges Regenwasser auf wie ein Schwamm und gibt es dann nach und nach wieder ab.

Trockene Böden als Herausforderung

Trockene Böden stellen oftmals eine Herausforderung dar. Durch den Einsatz ökologischer und retentiver Bauweisen wie am Eisberg, kann der Oberflächenabfluss verringert und mehr an Wasser vor Ort gehalten werden. Das einzigartige am Eisberg ist, dass trotz Versiegelung in Folge der retentiven Rückhaltemaßnahmen die Ableitung zukünftig geringer sein wird, als noch im unverbauten Zustand. „Durch das Baumbegleitgrün in Form des intelligenten Regenwassermanagements entlang der Straßen, können die Rückhaltebecken kleiner und damit weniger kostenintensiv ausgeführt werden“, erklärt der Bürgermeister Matthias Stadler.

Unterwagramer Straße als Vorbild

Das System ermöglicht auch in dicht besiedelten Gebieten, wie der Unterwagramerstraße, die Pflanzung von Bäumen. Dabei wird erreicht, dass für die Neupflanzung genügend Wurzelraum zur Verfügung steht, sodass es in Zukunft zu keinen Bauschäden durch die Bepflanzung kommt. Ebenfalls wird ein Teil des Oberflächenwassers in die Pflanzenflächen geleitet, durch das Substrat gespeichert und schließlich durch die Pflanze wieder an die Umgebung abgegeben oder gereinigt in den Untergrund abgeführt. Mit dem Einsatz neuartiger Technologien will St. Pölten aktiv etwas für ein gesundes Klima und für den Lebensraum der AnrainerInnen tun und eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen.

Umgebungskühlung durch Verdunstung

Mit Hilfe von Bodenanalytikern und Siedlungswasserbauern werden für die jeweiligen Gegebenheiten die passenden Substrate entwickelt. Diese sind in der Lage, die anfallenden Oberflächenwässer auch bei Starkregenereignissen rasch aufzunehmen, zu speichern und damit pflanzenverfügbar zu machen bzw. stark verzögert und gefiltert dem Grundwasser zuzuführen. Die in dem Substrat gepflanzten Bäume, Sträucher und Gräser bauen einerseits durch Ihr im Wurzelbereich befindliches Bodenleben die eingebrachten Schadstoffe ab und kühlen andererseits (inzwischen berechenbar bzw. messbar) die naheliegende Umgebung. Die eigentliche Kühlung findet aber durch die Aufnahme der Strahlungswärme statt, die der Baum oder das Grün in Zucker umwandelt und somit schädliches CO² bindet. Der Einsatz des Substrates ist damit gut für unsere Umwelt und ein weiterer Meilenstein für ein grünes und lebenswertes St. Pölten.

Grünraumoffensive begleitet qualitatives Wachstum

„Uns als Stadt ist es ein großes Anliegen unser St. Pölten noch grüner zu machen. Durch die bereits gestartete Grünraumoffensive konnten wir schon einige tolle Projekte umsetzten, bzw. starten. Am St. Pöltner Eisberg im Bereich der Kunrathstraße wird beispielsweise ein neuer Erholungsraum erschaffen. Die Stadt stellt hierfür eine Fläche von über vier Hektar mit einem Gesamtwert von rund 7,2 Millionen Euro zur Verfügung. Damit erhöhen wir die Lebens- und Wohnqualität maßgeblich“, berichtet Bürgermeister Stadler.

Westlich der Kunrathstraße sind größere Aufforstungen, Spiel- und Sportflächen, sowie ein Hügel geplant, der im Winter auch als Rodelberg genutzt werden kann.

Sensortechnik prüft die Ergebnisse

Die Vorteile des Spezialsubstrates werden wissenschaftlich fundiert mittels Sensortechnik aufgezeichnet und in einer Doktorarbeit international dargestellt.