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Niveaufreimachung der Ochsenburger Straße

Am 6. April wurde mit den Brückenbauarbeiten für die Bahnunterführung an der Ochsenburger Straße in St. Georgen am Steinfelde begonnen.
Bagger auf Baustelle. (Foto: Josef Vorlaufer)
Baubstart für die neue Aufschließungsstraße in St. Georgen am Steinfelde. (Foto: Josef Vorlaufer)

Zwischen Land NÖ, ÖBB Infrastruktur AG und der Stadt St. Pölten gibt es ein Übereinkommen zur Auflassung von Eisenbahnkreuzungen im Raum St. Pölten. In diesem Übereinkommen wurde eine Drittelfinanzierung mit einem Gesamtvolumen von rund 14 Millionen Euro vereinbart.

Auf Grund der gegebenen Gefahrensituation an der Eisenbahnkreuzung im Zuge der Ochsenburger Straße in St. Pölten-St. Georgen/Steinfelde wurde eine Niveaufreimachung durch Errichtung einer Unterführung im Zuge der L 5102 (Ochsenburger Straße) unter der Landesstraße B 20 (Mariazeller Straße) und der ÖBB-Strecke Hainfeld-St. Pölten beschlossen.
Die Zahl der Eisenbahnübergänge wurde seit dem Jahr 2000 nahezu halbiert – von rund 6.100 auf rund 3.200. Wie bereits in den letzten Jahren wird sich auch heuer zu Jahresende diese Zahl weiter verringert haben. Denn: die sicherste Eisenbahnkreuzung ist die, die es nicht gibt.

Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko:„Mit dem Neubau einer Bahnunterführung in der Ochsen-burger Straße wird eine wichtige Maßnahme im Sinne der Verkehrssicherheit umgesetzt. Die schrecklichen Unfälle, die sich dort ereignet haben, sollen der Vergangenheit angehören. Wir wol-len in guter Zusammenarbeit neuralgische Punkte im Verkehr in der bzw. durch die Landeshaupt-stadt entschärfen. Deshalb investieren wir hier auf der Landesstraße B 20 und im Zugverkehr kräf-tig. Eine Win-Win-Situation für die Bevölkerung der Landeshauptstadt und der Region.“

„Unser Ziel als ÖBB ist es, gemeinsam mit Bund, Land und Gemeinden niveaugleiche Bahnüber-gänge laufend zu reduzieren. Bahnunterführungen und -überführungen tragen wesentlich zu mehr Verkehrssicherheit bei, verhindern Wartezeiten im Bereich der Eisenbahnkreuzung und optimieren den Verkehrsfluss“, so Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG und betont be-zugnehmend auf die aktuelle Situation „Dabei unternehmen wir gemeinsam mit unseren Vertrags-partnern alle Anstrengungen, um die Gesundheit der auf der Baustelle tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Erfüllung ihrer Aufgaben bestmöglich zu schützen und im öffentlichen Interesse liegende Bauprojekte weiterzuführen“ .

Bürgermeister Matthias Stadler: „Gemeinsam mit dem Land NÖ und den ÖBB konnten wir in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Maßnahmen die Verkehrssicherheit deutlich erhöhen. Gera-de an dieser Stelle gab es immer wieder tragische Unfälle mit Todesfolge. Mit dieser Bahnunterführung in der Ochsenburger Straße steht der Bevölkerung somit bald eine sichere Verbindung zur Verfügung, ohne dass die Gleise gequert werden müssen.“

Informationen zur Niveaufreimachung Ochsenburger Straße

Ausgangssituation
An der schienengleichen Eisenbahnkreuzung im Zuge der L 5102 Ochsenburger Straße in St. Pölten – St. Georgen und der Koschatgasse (nächst Ganzendorf) mit der parallel zur B 20 führenden ÖBB Strecke Hainfeld - St. Pölten ereigneten sich in den letzten Jahren immer wieder Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang. Aus diesem Grund haben das Land NÖ, die ÖBB Infrastruktur AG und die Stadt St. Pölten beschlossen, die niveaugleiche Eisenbahnkreuzung bei der Ochsenburger Straße und der Koschatgasse zu schließen und durch die Errichtung einer Unterführung unter der ÖBB-Strecke und der B 20 bzw. einer neuen Aufschließungsstraße zu ersetzen.
Neue Trasse der Landesstraße L 5102 und der neuen Aufschließungsstraße
Die neue Trasse der Landesstraße L 5102 mit einer Länge von rund 670 m beginnt nächst der Zantgasse. Von hier aus biegt die Trasse in einem Linksbogen Richtung Süden ab. Danach fällt die Trasse bis auf das bestehende Niveau der ehemaligen Schottergrube ab. Weiter führt die neue Trasse in einem Rechtsbogen (nächst der Baufirma Gruber und Fa. Henzl Media) Richtung Westen, wo sie unter der ÖBB-Bahnlinie Hainfeld-St. Pölten und unter der Landesstraße B 20 Mariazel-ler Straße geführt wird. Danach erfolgt der Anschluss an die bestehende B 20 mittels eines anstei-genden Rechtsbogens.
Weiters werden für die Fußgänger Stiegenanlagen errichtet um die fußläufigen Verbindungen zu den Busbuchten möglichst kurz zu halten. Ein behindertengerechter Zugang ist entlang der gesam-ten Trasse durch einen einseitig kombinierten Geh- und Radweg ebenfalls gewährleistet.
Eine neue Aufschließungsstraße entsteht östlich der B 20 mit einer Länge von ca. 860 m. Sie be-ginnt gegenüber der Fa. Gruber in Richtung Süden, steigt nach einem Rechtsbogen ca. auf das Ni-veau der ÖBB-Bahnlinie Hainfeld-St. Pölten an um anschließend nach einem Linksbogen in den bestehenden Weg entlang der ÖBB-Bahnlinie Hainfeld-St. Pölten Richtung Süden einzumünden.

Ausführung-Straßenbaumaßnahmen
Die Kronenbreite der neuen Landesstraße L 5102 beträgt 12,25 m, bestehend aus 7,0 m Fahrbahn-breite, Banketten, Grünflächen und einem kombinierten 3,0 m breiten Geh- und Radweg. Die lich-te Durchfahrtshöhe im Zuge der neuen L 5102 beträgt 4,70 m. Dafür werden ca. 11.000 m³ Schüttmaterial, 12.000 m³ Erdaushub und rund 3.900 t Asphalt benötigt.
Die Kronenbreite der neuen Aufschließungsstraße beträgt 4,50 m. Dafür werden
ca. 8.200 m³ Schüttmaterial und rund 2.000 t Asphalt benötigt.
Weiters erfolgt nach der Baufertigstellung der Abtrag der Eisenbahnkreuzungen durch die ÖBB.

Ausführung-Brückenobjekte
Das Brückenobjekt der B 20 wird als einfeldriges Rahmentragwerk ausgeführt und weist eine Län-ge von 16,65 m zwischen den Widerlagern und eine lichte Weite von 10,95 m auf. Die Gründung erfolgt mittels Bohrpfählen als Tieffundierung. Die Fahrbahnbreite auf dem Brückenobjekt beträgt 9,50 m zwischen den Randbalken.
Die Bauarbeiten der ÖBB-Brücke werden von der Fa. Strabag AG bzw. in Eigenriege durch die ÖBB ausgeführt.
Die Straßen- und Brückenbauarbeiten seitens des Landes Niederösterreich und der Stadt St. Pölten befinden sich derzeit noch im Vergabeverfahren und werden im Herbst 2020 im Anschluss an die ÖBB-Brückenbauarbeiten starten.
Die Bauaufsicht für die ÖBB-Brücke wird von der ÖBB wahrgenommen. Die Bauaufsicht der Stra-ßen- und Brückenbauarbeiten erfolgt durch das Land NÖ.
Die Gesamtkosten von rund € 6,7 Millionen werden zu je einem Drittel von Land NÖ, ÖBB und der Stadt St. Pölten getragen.

Zahlen/ Fakten/ Daten:

  • Gesamtlänge der neuen L 5102 ca. 670 m
  • Gesamtlänge der neuen Aufschließungsstraße ca. 860 m
  • Fahrbahnbreite 3,5 bis 7,0 m
  • Brückenlänge 16,65 m
  • Brückenbreite 12,00 m
  • Gesamtkosten rund € 6,7 Mio. (Je 173 Land NÖ, ÖBB und Stadt St. Pölten)
  • Verkehrsfreigabe Oktober 2021