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Dommusik

Foto: Lukas Kalteis

Die Dommusik pflegt die alte Tradition der Sakralmusik, die in St. Pölten bereits seit über 1.000 Jahren hochgehalten wird.

Musikalische Leitung

Domkapellmeister Valentin Kunert

Valentin Kunert ist seit 2022 Domkapellmeister am Dom zu St. Pölten. Er leitet die Domkantorei, den Domchor, das Jugendensemble, das Prandtauer-Ensemble, die Choralschola und das Domorchester. Mit den Ensembles pflegt er die gesamte Vielfalt sakraler Musik von der Gregorianik bis ins Heute und gestaltet an fast allen Sonn- und Feiertagen im Jahr den Hauptgottesdienst um 10.30h in der Kathedrale. Auf dem Konzertprogramm stehen sowohl die großen Werke der Chorsymphonik und des Oratoriums, als auch Raritäten und Neuentdeckungen. Außerdem ist er Dozent für Chorleitung und Gregorianik am Konservatorium für Kirchenmusik St. Pölten.

Vor seiner Berufung nach St. Pölten war Valentin Kunert von 2019 bis 2022 als Domkantor am Wetzlarer Dom tätig. In dieser Zeit arbeitete er u.a. mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie, der Philharmonie Südwestfalen und der Neuen Philharmonie Frankfurt zusammen. Von 2015 bis 2019 war er Stellvertretender Musikdirektor und musikalischer Leiter des Jungen Ensembles am Friedrichstadt-Palast Berlin.
Als vielseitiger Kapellmeister hat sich Valentin Kunert ein breit gefächertes Repertoire von der Sakralmusik bis zum Musiktheater erarbeitet und eine Reihe von Ur- und Erstaufführungen dirigiert.
Gastiertätigkeiten führten ihn u.a. zum WDR Funkhausorchester, dem Radio-Sinfonie-Orchester Bukarest, der Staatsphilharmonie Satu Mare und der Nordwestdeutschen Philharmonie. Seit 2009 wirkt er außerdem als künstlerischer Leiter des Kammerchors der Konrad-Adenauer-Stiftung, mit dem er konzertant im gesamten deutschsprachigen Raum zu erleben ist.

Der gebürtige Rheinländer erhielt seine akademische Ausbildung zum Kapellmeister, Chordirigent und Kirchenmusiker an den Staatlichen Hochschulen für Musik in Köln und Detmold sowie an der Königlichen Musikhochschule Stockholm.

Als Leiter der Dommusik ist er auch Intendant der Internationalen Kirchenmusiktage Niederösterreichs, dem Festival Musica Sacra.

Domorganist Ludwig Lusser

Ludwig Lusser, geboren 1969 in Innervillgraten/Osttirol, studierte zunächst am Konservatorium der Stadt Innsbruck Klavier (Theo Peer) und Orgel (Reinhard Jaud). Von 1989–1999 absolvierte er die Studien Katholische Kirchenmusik, Orgel-Konzertfach und IGP-Orgel an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien (Orgel bei Michael Radulescu). 1993 und 1995 wurde ihm zweimal der Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Kunst verliehen. Zusätzlich zu seiner Ausbildung in Wien besuchte er Meisterkurse bei Luigi Ferdinando Tagliavini, William Porter, Jean-Claude Zehnder, Jean Boyer, Guy Bovet und Piet Kee.

Von 1995 bis 2006 wurde er wiederholt zur Mitwirkung als Organist bei vielen Konzerten (Janacek Glagolithische Messe, Saint-Saens Orgelsymphonie, Martin Glogotha, u. a.) mit bedeutenden Orchestern und Dirigenten der Gesellschaft der Musikfreunde Wien und im Wiener Konzerthaus eingeladen (Wolfgang Sawallisch, Michel Plasson, Gerd Albrecht, Georges Prêtre u.a.; Wiener Symphoniker, Orchestre National du Capitol de Toulouse, u. a.). Seit 1996 unterrichtet er am Diözesankonservatorium für Kirchenmusik der Erzdiözese Wien. Von 1999 bis 2006 unterrichtete er an den Universitäten für Musik und darstellende Kunst in Graz und Wien.

Er ist seit 2006 Domorganist in St. Pölten und unterrichtet am dortigen Diözesankonservatorium für Kirchenmusik. Schwerpunkte seiner interpretatorischen Arbeit ergeben sich für das Werk Johann Sebastian Bachs und Max Regers einerseits, sowie der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts andererseits. Besonderes Anliegen ist ihm dabei die Orgelmusik seit 1945 in Österreich. Mehrere Komponisten vertrauten schon bisher Ludwig Lusser österreichische Erstaufführungen und Uraufführungen an. (z. B. 2013 „Polyphonie“ für Orgel, von Erich Urbanner für die Uraufführung im Rahmen des Festivals „Klangspuren Schwaz“ im Innsbrucker Dom).

Ein weiterer Schwerpunkt seines Repertoires ist die Orgelkammermusik. Seit 2006 ergaben sich dabei zahlreiche Partnerschaften mit bedeutenden Musikern wie beispielswiese Robert Wolf, Soloflötist der Wiener Symphoniker und des Concentus Musicus, Gabor Tarkövi, Solotrompeter der Berliner Philharmoniker, Walter Voglmayr, Soloposaunist der Wiener Symphoniker, Lorenz Raab, Solotrompeter der Volksoper Wien, dem Kreislertrio Wien, dem Ensemble Zeitgeist und der Musicbanda Franui. Eine langjährige Zusammenarbeit vielfältigster Art entwickelte sich seit 2006 auch mit der bemerkenswerten Sopranistin Martina Daxböck.

Drittes wichtiges Feld seiner musikalischen Arbeit ist die intensive Beschäftigung mit allen Fragen zur Orgelimprovisation. Neben seinen Auftritten als Improvisator an der Orgel in Konzert und Liturgie entwickelten sich seit 2006 zwei Improvisationspartnerschaften mit den Saxophonisten Bernd Oliver Fröhlich und Wolfgang Puschnig.

Die Konzertreihe ORGEL PLUS wurde 2007 von Ludwig Lusser ins ins Leben gerufen. Als künstlerischer Leiter präsentiert er außergewöhnliche Programme durch die Kombination von Orgel mit anderen Instrumenten (Trompete, Saxophon, Stimme, Cello u. a.) als auch anderen Kunstformen (Tanz, Malerei, Dichtung, Film).

2009 erschien bei Gramola/Wien seine Gesamteinspielung von Johann Sebastian Bachs Clavierübung III. Theil.

Geschichte der Dommusik

Die Pflege der 'musica sacra' hat in St. Pölten eine mehr als 1200-jährige Tradition. Seit Gründung des Benediktinerklosters in St. Pölten um 800 sangen die Mönche (später Augustiner Chorherren) über beinahe 1000 Jahre das Chorgebet und die Liturgie der Heiligen Messe.
Nach der Aufhebung des Klosters 1784 im Rahmen der josephinischen Reformen wurde St. Pölten 1785 Bischofssitz und die ehemalige Stiftskirche, ursprünglich eine dreischiffige romanische Basilika (barockisiert in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts), Domkirche.

Bis 1784 waren eine reich ausgestattete Instrumentalmusik und die 'Stifts-Cantorey' für die Figuralmusik im Chorherrenstift verantwortlich, ehe ab 1785 die Geschichte der Dommusik begann. Ausgestattet mit einem ansehnlichen Gehalt bestand der Domchor aus drei Knaben- und sechs Männerstimmen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde eine Neuformierung der Dommusik mit einem aus ehrenamtlichen Mitgliedern bestehenden Domchor eingeleitet.

Die Dommusik unter der Leitung ihres Domkapellmeisters setzt sich heute aus acht Ensembles mit insgesamt 180 Mitgliedern zusammen: Kinderchor, Jugendensemble, Domkantorei, Choral- und Frauenschola, Jakob-Prandtauer-Ensemble, Domorchester und Domchor. Zu ihren Hauptaufgaben zählt die kirchenmusikalische Gestaltung der Gottesdienste an der Dom- und Kathedralkirche.

Der Domorganist, wie der Domkapellmeister hauptamtlich bestellt, ist zuständig für den liturgischen Orgeldienst und das Spielen und Organisieren von Orgelkonzerten auf einer der klangprächtigsten Orgeln Österreichs.

Mehr Infos dazu

Adresse

Domplatz 1, 3100 St. Pölten

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