Flächenverbrauch, Bodenversiegelung und Klimawandel gefährden zunehmend die landwirtschaftliche Produktion und damit die Ernährungssicherheit in Österreich. Das Abendsymposium zum Thema "Boden-Missbrauch" des ORTE-Architekturnetzwerkes widmet sich daher am Donnerstag, den 19. November in der NÖ Landesbibliothek der Frage, wie wertvolle Böden geschützt und nachhaltige Lösungen für die Zukunft gefunden werden können. Beginn ist um 17:30 Uhr.
Flächenverbrauch, Bodenversiegelung und Klimawandel gefährden zunehmend die Ernährungssicherheit in Österreich. Wertvolle Ackerflächen gehen durch Siedlungsbau, Einkaufszentren, Logistik- und Rechenzentren verloren. Allein dem Land Niederösterreich liegen derzeit rund 100 Anfragen für neue Rechenzentren vor.
Laut dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) sind zwischen 1999 und 2020 mehr als 72.000 Hektar Ackerfläche verloren gegangen. Dadurch könnten fast 500.000 Menschen weniger mit Lebensmitteln versorgt werden. Besonders betroffen sind ertragreiche Böden im nordöstlichen Niederösterreich. Gleichzeitig erschweren Hitze, Dürre und sinkende Grundwasserspiegel die landwirtschaftliche Produktion.
Um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten, braucht es ein Umdenken in Politik, Raumplanung und Gesellschaft. Ein Abendsymposium widmet sich daher der Frage, wie wertvolle Böden besser geschützt und konkrete Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden können. Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter aus Politik und Verwaltung, Landwirt, Raumplaner und Bürger. Fachvorträge, Diskussionen und eine „Ideengärtnerei“ bieten Raum für Austausch und neue Lösungsansätze.
Mit dabei ist der Künstler, Filmemacher und Umweltaktivist Edgar Honetschläger, der sich mit seiner Initiative "gobugsgo" für Biodiversität und den Schutz von Flächen einsetzt. Er wird mit einer Brandrede auf die Dringlichkeit des Bodenschutzes aufmerksam machen.
Nähere Infos unter www.orte-noe.at/boden-missbrauch.
Programm
17:30 – 18:30:
Begrüßung und einführende Worte von ORTE
Einführungsvorträge von:
- Barbara Birli, Umweltbundesamt: „Boden – Unsere Lebensgrundlage?“
- Simon Pories, WWF Österreich: „Aktueller Stand des Bodenschutzes: der WWF-Bodenreport“
- Edgar Honetschläger, Künstler, Filmemacher und Umweltaktivist: Kurzfilme „Give Nature a Break“ und „GoBugsGo-Intro“ und Brandrede.
18:30 – 19:40:
Impulsfeuerwerk von:
- Jakob Tuna, Experte für Logistikzentren und Güterverkehr: "Wohin mit der Logistik"
- Romana Drexler, Sprecherin der Bürgerinitiative Bodenschutz St. Pölten: "Bauen gegen die Landschaft? - Ein Logistikcenter im Hochwassergebiet"
- Julia Balasch, Vereinsobfrau Global Youth Biodiversity Network Austria: "Gebt der Zukunft den Boden zurück! Warum ein gesunder Boden unverzichtbar für Generationengerechtigkeit ist"
- Ewald Grünzweil, Biobauer aus dem Mühlviertel: - „Letzte Fruchtfolge: Baugrund. Warum Bauern ihren Boden verkaufen – und warum ich beinahe selbst verkauft hätte“
- Elias Grinzinger, Experte für Ortskernstärkung und Mobilitätswende am Forschungsbereich Regionalplanung und Regionalentwicklung der TU Wien: „Der Preis der Wege: Zwischen Flächenverbrauch und Erreichbarkeit“
- Sigrid Stagl, Ökonomin am Department für Sozioökonomie der WU Wien: „Das haben wir davon. Gedanken zum Thema aus ökonomischer Sicht.“ (Arbeitstitel)
- Peter Klein und Matthias Weinmayr, Treibende Kräfte hinter der Initiative Hinterbrühl: „Verkaufsfläche versus Lebensraum. Von der Rettung der grünen Wiese“
- Christoph Miler, Autor, Designer und Künstler: „Ein Fluss durchströmt die Cloud: Der versteckte Ressourcenverbrauch von Rechenzentren“
19:45 – 20:30: Fish Bowl. Diskurs und Deklarationspodium
20:30 – 21:00: Ideengarten und Ausklang bei „Brot&Wein“
Um Anmeldung unter forms.gle wird gebeten.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.