Kulturbezirk und "Kulturachse"
Das historisch-geistige Zentrum St. Pöltens bildet sei jeher der Domplatz. 1997 formte sich wenige Hundert Meter entfernt ein Gegengewicht, das nach einem neuen Gleichgewicht rief:
Mit Klangturm, Festspielhaus, Landesbibliothek und dem ORF-Landesstudio nahm der „Kulturbezirk“ Kontu-ren an. Wenig später, im Jahr 2005, folgte das Landesmu-seum NÖ mit der Handschrift von Stararchitekt Hans Hollein.
Altstadt und Kulturbezirk: vom Gegengewicht zum Gleichgewicht.
Schon die internationale Ausschreibung für den Kulturbezirk hatte gefordert: Eine „Auseinandersetzung mit der Bezie-hung zum historischen Stadtraum und zum Naturraum der Traisenauen“. In die gleiche Kerbe schlug die Stadt 2006 mit dem Masterplan Innenstadt: Die „Kulturachse“ zwischen Alt-stadt und Kulturbezirk wurde zum Schlüsselprojekt erklärt.
Ein Großprojekt, das kräftigen Rückenwind erforderte. Mit dem Kulturschwerpunkt 2024 kam der schließlich auf: Kinderkunstlabor, die renovierte Ehemalige Synagoge, der neu-gestaltete Domplatz mit Stadtbibliothek und Museum am Dom haben kulturelle Leitinstitutionen des modernen St. Pölten „auf Achse“ gebracht. Eine Achse anderer Art durch-zieht die Stadt, wenn es um Live-Kultur geht: Mit dem Fest-spielhaus, dem NÖ Landestheater und der Bühne im Hof sind in St. Pölten drei rund um das Jahr bespielte Bühnen aktiv.
Kultur-Schwerpunkt 2024

450 Acts und Performances sind Geschichte. Die kulturelle und städtebauliche Infrastruktur aus dem Kulturschwerpunkt 2024 bleibt.
Im Mittelpunkt stand „Gegenwartskultur“: Klar, dass die Tangente nicht in allem „mehrheitsfähig“ war. Sehr wohl die große Mehrheit hat den breiten Entwicklungsschub bemerkt, der die Stadt im Zuge des Kulturschwerpunkts 2024 erfasst hat: Mit dem „neuen Domplatz“ verfügt die Innenstadt über einen Veranstaltungsort, von dem auch ORF III Konzerte live überträgt. (So geschehen bei der Gala der Tonkünstler NÖ mit rund 7.000 Besu-chern.)
Das Kinderkunstlabor und der neue Grillparzer Campus führen Kinder und Jugendliche an Kultur heran. Die Ehemalige Synagoge erstrahlt sensibel renoviert und wirkt als lebendiges Zentrum vor allem jüdischer Kultur. Die Stadtbibliothek bezog nächst dem Domplatz ihr neues, großes Haus mit hippem Ambiente. In all dem blühte die Freie Kulturszene der Stadt auf. Im Sonnenpark präsentierte sich das Haus des Vereins Solektiv frisch saniert.
2024 war mehr als ein Kulturschwerpunkt, es war ein regionalpolitischer Meilenstein im Zusammen-wirken von Land und Stadt. St. Pölten ist sichtba-rer geworden: Mehr als 300.000 Besucher haben die Veranstaltungen in diesem Jahr besucht. Für jeden dritten davon war es der erste Besuch in St. Pölten.
Foto: Josef Bollwein