Plattform verbindet
Obmann Dominik Mesner brennt für den Standort St. Pölten, so wie weitere 368 Plattform-Mitglieder.
Für die Entwicklung des Standortes gibt es Fachabteilungen im Magistrat. Warum braucht es zusätzlich eine Einrichtung wie die Plattform St. Pölten?
Der Magistrat ist die maßgebliche Instanz, wo es um die Rahmenbedingungen geht und um die Umsetzung etwa der Bau- und der Raumordnung. Die meisten Immobilien in der Stadt sind aber im privaten Eigentum. Als Plattform bauen wir an einer gemeinsamen Basis für Behörde-Bürger-Wirtschaft-Politik. Wir kanalisieren und artikulieren die vielfältige regionale Wirtschaft. Wo erforderlich, machen wir Mut und dienen als Drehscheibe in der Kommunikation und als Übersetzer. All das ist nicht Aufgabe des Magistrats, unterstützt aber den Standort.
Hat die Plattform auch Dynamiken entwickelt, die man bei der Gründung vielleicht noch gar nicht im Blick hatte?
Mit der Plattform ist eine ganze Armee an Fürsprechern und Multiplikatoren für die Stadt St. Pölten herangewachsen. Was wir heute an standortpolitischer Wirksamkeit entfalten, fernab jeder politischen „Schlagseite“, hat uns selbst überrascht. Daneben hat sich die Marketing St. Pölten GmbH zu einer schlagkräftigen Umsetzungsmaschinerie entwickelt, die heute vieles sehr effizient für die Stadt leistet.
Auf welchen Wegen reden und gestalten Mitglieder der Plattform in St. Pölten mit?
Mit Fachexpertise in der Entwicklung der Masterpläne wie auch bei spezifischen Projekten. In Form ihrer finanziellen oder ideellen Beteiligung an Projekten, die den St. Pöltner Spirit ausmachen und auf diese Weise erst möglich werden: zum Beispiel das Glockenspiel im Rathausturm oder der Windfänger. Wo es gewünscht wird, bieten wir in unserem Netzwerk auch direkten und vertraulichen Austausch.
Auf die nächsten 20 Jahre gesehen: Worin liegt die größte Chance für St. Pölten?
Ganz klar: im Tourismus und der Hauptstadtregion! Wir sind die Stadt, die überrascht. Mit gemäßigtem Qualitätstourismus stehen wir für Vielfalt in einer wundervollen Kulturlandschaft. Wenn wir den Trend der letzten zwanzig Jahre insgesamt fortsetzen, können wir das Potenzial der Landeshauptstadt und ihrer Region noch gründlicher ausschöpfen. Viele Flächenreserven im gesamten Stadtgebiet bieten Chancen für Transformation und zukunftsfähiges Wachstum. Hier hinken aktuell landesgesetzliche Raumordnungsbestimmungen hinterher und blockieren viele gute, insbesondere klimafreundliche Projekte. Da wird die Politik gefordert sein.