Wirtschaftsdelegation besucht Siemens in Frankfurt

Die Betriebsbesichtigung des Schaltanlagenwerkes von Siemens in Frankfurt und ein Treffen im Regionalverband FrankfurtRheinMain standen am letzten Tag der Wirtschaftsreise für die UnternehmerInnen aus St. Pölten auf dem Programm. Die Bilanz der zehnten Wirtschaftsreise fällt sehr positiv aus.
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Die Wirtschaftsdelegation aus St. Pölten bei der Besichtigung des Schaltanlagenwerkes von Siemens in Frankfurt.

Der letzte Tag der Wirtschaftsreise führte die St. Pöltner Delegation von Wiesbaden wieder nach Frankfurt.

Schaltanlagenwerk der Superlative

Zum Abschluss der zehnten Wirtschaftsreise besuchte die St. Pötlner Delegation das Schaltanlagenwerk von Siemens in Frankfurt. Die Betriebsbesichtigung wurde vom Direktor der Siemens AG für Niederösterreich Ing. Franz Proksch eingefädelt und organisiert. Der Siemens-Standort in Frankfurt ist auf die Entwicklung und Produktion von gasisolierten Mittelspannungsschaltanlagen spezialisiert. Diese Schaltanlagen sind für die Infrastruktur überaus wichtig. 100.000 solcher Schaltanlagen werden von derzeit 1.500 MitarbeiterInnen pro Jahr hergestellt. Dabei wird ein Umsatz von 1 Milliarde Euro erzielt. Nach der beeindruckenden Besichtigungstour durch das hoch technisierte Werk konnten die Delegationsmitglieder mit dem Werksleiter Robert Frank und einigen Mitarbeitern ein ausführliches Gespräch führen. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz um Energieeinsparungspotenziale zu finden und die Digitalisierung der Fertigung zur Effizienzsteigerung werden in der Entwicklungsabteilung vorangetrieben. Allerdings betont man hier bei Siemens, dass in vielen Bereichen Fachkräfte durch Maschinen nicht ersetzt werden können und verweisen auf den kontinuierlich steigende Mitarbeiterzahl. In der Ausbildung der 50 Azubis sind die Umstellung auf Industrie 4.0 und die in der Zukunft benötigten Fertigkeiten der Fachkräfte die Schulungsschwerpunkte.

Raumplanung für die Zukunft

Im Regionalverband FrankfurtRheinMain informierte Reinhard Henke die St. Pöltner Wirtschaftsdelegation über den Aufbau dieser Organisation und ihre Aufgaben. Eine ähnliche Institution gibt es in Niederösterreich nicht. Der Regionalverband ist für Raumplanung und vielen damit zusammenhängenden Fragen in der Metropolregion zuständig. Er besteht aus 75 Gemeindeparlamenten, die ihre Vertretung im Verband wählen. Der Vorteil dieser Organisation liegt darin, dass die raumplanerischen Interessen der Kommunen durch den Zusammenschluss bei den übergeordneten Körperschaften besser vertreten werden können. Der Verband ist zudem international gut vernetzt. In der Diskussion wurde über den Zusammenschluss von Kommunen in bestimmten Arbeitsbereich zu einer Gebietsgemeinde, aber auch über Gemeindezusammenlegungen und Bezirkszusammenlegungen diskutiert. Hingewiesen wurde zudem auf das Problem der überbordenden Flächenversiegelung, wobei es hier noch keine brauchbaren Lösungsansätze gibt.

Positives Resümee

„Städtebaulich sehr interessant war für mich das Bauprojekt „Neue Altstadt“ in Frankfurt, vor allem vor dem Hintergrund der geplanten Schutzzonenverordnung in St. Pölten. Auch die Lösung zur Präsentation der archäologischen Ausgrabungen vor dem Frankfurter Dom finde ich sehr gelungen. Das zieht tausende Touristen an und ist somit ein Vorbild wie man damit umgehen kann.
Aus dem Besuch bei den Mainzer Verkehrsbetrieben kann ich ableiten, dass wir in St. Pölten bisher die richtigen Entscheidungen für die Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs getroffen haben. Hier liegen wir sehr gut, insbesondere haben wir die Bus-Fahrzeugflotte beim LUP bereits auf die neue Abgasnorm umgestellt, in Mainz steht das erst bevor.
Sogar bei der Betriebsansiedelung können wir mit Frankfurt mithalten, wenngleich natürlich die Dimensionen ganz andere sind. Das Interesse des Frankfurter Wirtschaftsdezernenten Markus Frank an der Struktur der Plattform „St. Pölten 2020“ und der Marketing St. Pölten GmbH sowie unsere Idee für Baurechtsgründe im Gewerbe zeigen uns, dass wir hier sehr gut mithalten können. Die deutschen Experten halten unser Vorgehen für zielführend und nachahmenswert“, ist Bürgermeister Mag. Matthias Stadler zufrieden.
Die Delegationsmitglieder sind sich allesamt darüber einig, dass das Programm der diesjährigen Wirtschaftsreise wieder überaus abwechslungsreich und äußerst informativ war und es zahlreiche gute Möglichkeiten gab, neue Kontakte zu knüpfen. Alle Terminen fanden pünktlich statt, wofür den Organisatoren Christoph Schwarz und Mag. Bernadette Schwab von der Wirtschaftsservicestelle der Stadt „ecopoint“ gedankt wurde.
Bei der Heimreise waren sich alle TeilnehmerInnen einig, auch im nächsten Jahr eine von der Stadt organisierte Wirtschaftsreise auf eigene Kosten unternehmen zu wollen.