Pension: Das Ungleichgewicht zwischen Frau und Mann

Equal Pension Day: Frauen verrichten den Großteil unbezahlter Haus- und Betreuungsarbeit und können dann trotz jahrelanger Berufstätigkeit nicht von ihrer Pension leben!
Foto: Corina Muzatko © Foto: Corina Muzatko
Jede Stunde zählt: Mitglieder der Frauenplattform St. Pölten informierten mit Flyer und Lineal als Pensionsrechner am Donnerstag, 25. Juli am Herrenplatz, wie sich Teilzeitarbeit, Karenzzeiten und andere Lücken im Arbeitsleben auf die Pensionen von Frauen auswirken. v.l.: Ilse Knell und Mag.a Martina Eigelsreiter (Büro für Diversität), Mag.a FH Olinda Albertoni (Leiterin Haus der Frau/Frauenhaus St. Pölten), Barbara Seyrl (Projektleiterin fairwurzelt) und Mag.a Silke Lohberg (Teamleitung Frauenberufszentrum St. Pölten).

Der Equal Pension Day markiert jenen Tag, an dem Männer bereits schon so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende. Dieser Tag fällt heuer österreichweit auf den 28. Juli. Die Frauenplattform St. Pölten machte, in Kooperation mit dem Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes, auch heuer wieder auf die riesige Pensionslücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Dazu wurde ein Lineal verteilt, das vor allem aufzeigt, wie sich Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen auf die Pensionshöhe und das Lebenseinkommen auswirken. Eines ist klar: je länger Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitphasen ausfallen, desto niedriger wird die Pension und damit das Lebenseinkommen. Kurzfristige Entscheidungen für Teilzeitarbeit haben oft langfristige Folgen wie armutsgefährdende Alterspensionen. Jede Wochenstunde, die Frauen also mehr arbeiten, wirkt sich positiv auf das Lebenseinkommen aus, sichert Unabhängigkeit und Lebensstandards, auch im Alter.

43 Prozent weniger Pension für Frauen

Der durchschnittliche Rückstand (Gender Pension Gap) beträgt bei den 2017 neu zuerkannten Alterspensionen von Frauen 43 Prozent zu den Männerpensionen. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Frauen haben im Schnitt zehn Beitragsjahre weniger als Männer, größtenteils bedingt durch betreuungsbedingte Erwerbsunterbrechungen – denn das durchschnittliche Antrittsalter zur Alterspension unterscheidet sich nur durch rund drei Jahre. Das österreichische Sozialversicherungssystem bestraft jedes fehlende Jahr: bei den 2017 neuzuerkannten Alterspensionen erreichten nur zwei Prozent der Frauen, aber auch nicht mehr als 52 Prozent der Männer jene 45 Versicherungsjahre, die 80 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens als Pension garantieren.

Weniger Lohn für die gleiche Arbeit

Dazu kommt die Lohnschere: Frauen verdienen in Österreich in Vollzeit für die gleiche Tätigkeit 22,2 Prozent weniger als Männer in derselben Position, was deutlich über dem EU-Durchschnitt von 16,7 Prozent liegt.
Frauen arbeiten oft in sogenannten Frauenbranchen, die wesentlich schlechter bezahlt sind als Branchen, in denen vorwiegend Männer arbeiten. Auch das trägt zur Lohndifferenz bei.

Wichtige Info-Stellen:

Pensionsberatung der Arbeiterkammer

Informationen des Bundeskanzleramtes auf help.gv.at