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Hier entsteht das neue Domviertel

Bereits im März beginnen die Bauarbeiten für den neuen Domplatz. Auch die Diözese öffnet ihre Tore und arbeitet mit der Stadt gemeinsam Konzepte für Garage sowie Bibliothek aus.

Visualisierung des neuen Domplatzes. (Foto: ZOOM VP.AT / Jabornegg-Palffy)
Die Neugestaltung des Domplatzes beginnt in den nächsten Wochen und soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein. (Foto: ZOOM VP.AT / Jabornegg-Palffy)

Vor über zehn Jahren begannen die ersten Planungen und damit einhergehend die vom Bund vorgeschriebenen archäologischen Untersuchungen am Domplatz. Das Bauprojekt zur Oberflächengestaltung des Domplatzes soll nun nach den Planungen des Büros Jabornegg & Palffy umgesetzt werden. Baubeginn ist bereits im März, die Fertigstellung wird noch im nächsten Jahr angestrebt.

Die Gesamtbaukosten am Domplatz belaufen sich auf 3,7 Millionen Euro. Der Bau ist etappenweise von Norden nach Süden vorgesehen, wobei der Markt nach Möglichkeit aufrechterhalten werden soll. Die Parkplätze werden von Abschnitt zu Abschnitt weniger, südseitig wird eine Baumreihe gepflanzt und Raum für Gastronomie mit Schanigärten geschaffen. Details zu Möblierung und möglicher Kunst im öffentlichen Raum sollen noch heuer präsentiert werden.

Domplatz Gestaltung

Baudirektor DI Wolfgang Lengauer, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz und der renommierte Architekt DI Christian Jabornegg präsentieren die Pläne für den neuen Domplatz. Im Zuge der Pressekonferenz wurden auch die Steine aus dem Waldviertel hergezeigt und eine Zeitkapsel mit persönlichen Utensilien - von der Espresso-Tasse bis zur Anstecknadel - für die Nachwelt am Domplatz gefüllt. (Foto: Vorlaufer)

Barrierefreier Platz für Kultur & Begegnung

„Der gesamte Platz wird barrierefrei hergestellt, um für zukünftige Veranstaltungen keine Einschränkungen zu haben. An der Südseite ist eine Funktionszeile mit Bäumen und Sitzmöglichkeiten geplant“, verrät Bürgermeister Mag. Matthias Stadler. Er möchte wieder „stimmungsvolle Momente der kulturellen Extraklasse auf den Domplatz bringen“, verweist Stadler etwa auf die Auftritte von David Bowie und Bonnie Tyler dort in der Vergangenheit.

Auch der Dombezirk wird attraktiviert, wie Bischof Dr. Alois Schwarz festhält. Weiterhin besteht das Commitment, dem Wunsch der Stadt zu entsprechen und den Bischofsgarten für die Vergabe eines Baurechts zur Errichtung einer Tiefgarage zur Verfügung zu stellen. Die Pläne des Bischofs gehen zudem weiter: „Das Domviertel im Herzen der Domstadt ist mir ein persönliches Anliegen. Hier finden Begegnung und Austausch, Leben und Alltag statt, hier ist Nähe zu den Menschen möglich. Die Attraktivierung und Öffnung dieses Lebensortes sind Zukunftsthemen“, so das St. Pöltner Kirchenoberhaupt.

Naturstein, Bäume & Sprühnebel

Die Flächengestaltung am neuen Domplatz erfolgt weitestgehend ident zum Herrenplatz, wie DI Wolfgang Lengauer verrät: „Die Oberfläche des Platzes soll durch Natursteine im Format 60 x 60 cm - im Randbereich im Format 18 x 18 cm - hergestellt werden. Die Natursteinmaterialien kommen zwecks Ebenflächigkeit, Behindertenfreundlichkeit und Rutschsicherheit an der Oberfläche gesägt und gestrahlt zur Ausführung. Die im nördlichen Bereich des Platzes befindliche mittelalterliche Kirche wird in Form einer Ortbetonplatte an der Oberfläche dargestellt. Als Gestaltungselement soll im Randbereich, der in Platzmitte liegenden großflächigen Natursteinplatten, eine Hochdrucknebelanlage errichtet werden. Diese 400 Düsen sollen auch zur Verbesserung des Umgebungsklimas dienen. Der Betrieb dieser Anlage erfolgt in Abhängigkeit der Lufttemperatur, wobei die einzelnen Sprühsektionen unterschiedlich und in gewissen Zeitabständen in Betrieb genommen werden können“, so der Stadtbaudirektor.

Weiters wurden im Projekt zwei mögliche Bühnenstandorte festgelegt und Fundamente zur Abspannung der Bühnenelemente im Untergrund vorgesehen. Für eine mögliche Aufstellung eines Weihnachtsbaumes werden ebenso Vorkehrungen durch die Herstellung eines Fundamentes getroffen.

Domplatz Nacht

Der multifunktionale Platz soll künftig für den Wochenmarkt, Open-Air-Musik, Filmveranstaltungen oder liturgische Zwecke genutzt werden können. (Foto: ZOOM VP.AT / Jabornegg-Palffy)

Für DI Christian Jabornegg entspricht der Plan dem Anspruch der Multifunktionalität. Bis zu den Sitzbänken und Fahrradständern ist dabei alles durchdacht. Auch für die Lichtgebung gibt es ein eigens Konzept: „Die künstliche Platzbeleuchtung erfolgt frei von Beleuchtungsmasten von den Fassaden der angrenzenden Häuser und ermöglicht auf diese Weise eine gleichmäßige, im Betrieb wirtschaftliche Ausleuchtung des Stadtraumes. Eine Effektbeleuchtung ist von dieser Stelle auch mit RGB-Leuchten für den Turm des Domes vorgesehen“, so der renommierte Architekt.

Öffnung des Dombezirkes mit Garage

Auch die Diözese sieht im neuen Domplatz große Chancen. Im Frühjahr 2021 wurde von Bischof Alois Schwarz eine Machbarkeitsstudie zur Öffnung und Nutzung des Domviertels beauftragt; nach einer intensiven, mehrmonatigen Arbeitsphase liegen nun die Ergebnisse vor.

„Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift St. Pölten mit seinem einzigartigen Dom und seiner Bedeutung als Diözesansitz inmitten der Landeshauptstadt war Kern unserer Überlegungen. Das Domviertel als pulsierender Teil der Innenstadt kann Identifikationspunkt mit attraktiven Angeboten für Gläubige, für die MitarbeiterInnen für die Bevölkerung, die Diözesanpfarren und seine touristischen Gäste sein“, so Bischof Schwarz.

Dazu gibt es Überlegungen, relevante Gebäudeteile zu attraktivieren sowie Infrastruktur und sanfte Tourismusangebote mit einem weitgehend barrierefreien Zugang zu schaffen. Auch bei der neuen Stadt-Bücherei im ehemaligen Oberbank-Haus auf 1.200 Quadratmeter wird die Diözese als Kooperationspartner wirken, auch hier sollen noch heuer die Arbeiten beginnen.

 

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