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Dir geht’s so, mir geht’s so. Gemeinsam schaffen wir das.

Wir leben in einer Zeit, in der wir soziale Kontakte mehr brauchen als je zuvor. Menschen verlieren ihre Jobs, vereinsamen, müssen ihr Lokal auf ungewisse Zeit schließen und ein schrecklicher Terrorakt erschüttert das Land. Und dennoch dürfen wir uns nicht in die Arme nehmen.

Bemalte Steine auf einem Asphaltweg. Foto: Matthias Stadler
Die bemalten Steine sind ein Symbol des Zusammenhalts in der Bevölkerung. Foto: Matthias Stadler

Keiner weiß wie es weiter gehen wird, keiner kann sagen wann das alles ein Ende hat. Doch je mehr wir von einander körperlich distanziert werden, umso näher rücken wir im Herzen zusammen. Menschen gehen für einander einkaufen, plötzlich findet man beim Nachbar seelischen Zuspruch und alte Freundschaften finden wieder zusammen.

Die Corona Krise ist auf der ganzen Welt die gleiche - jeder ist davon betroffen - aber alle haben eine andere Geschichte zu erzählen:

Dominik T., Student:

„Ich komme aus dem westlichen Teil anderen Ende von Österreich und bin hier um zu Studieren. Ich kenne hier noch niemanden keine Leute und verbringe den ganzen Tag allein im Zimmer. Zwölf Stunden am Tag sitze ich vor meinem Laptop und nehme an Onlinekursen teil. Ich bin hier sehr einsam und spiele sehr oft mit dem Gedanken das alles hier abzubrechen und nach Hause zu meiner Familie zu fahren. Ich studiere zum Glück ein theoretisches Fach. Alle die ein praktisches Fach wie Physiotherapie ausgesucht haben, wie Physiotherapie, können nicht mehr an den Praxisübungen teilnehmen. Ich weiß nicht wie die das Studium abschließen sollen. Ich telefoniere viel mit meiner Familie und halte beim Onlinegaming Kontakt zu meinen Freunden. Ich kann dennoch positives von der Krise abgewinnen. Ich habe meine Prinzipien relativiert. Viele Dinge, über die ich mich geärgert habe erscheinen für mich nun nur noch als Kleinigkeiten. Ich freue mich, wenn das Frequency wieder stattfinden kann und ich ein warmes Bier im Regen genießen kann (lacht).“

Gertrude B., Pensionistin:

„Seit dem zweiten Lockdown fehlen mir die sozialen Kontakte, die ich sonst durch meine Arbeit mit den Senioren hatte. Trotz des trüben Novemberwetters nütze ich jede Gelegenheit und schätze mich dabei auch sehr glücklich, in meinem Garten zu arbeiten und mich auch von Gemüse, Obst und Kräutern jeden Tag Kreatives zu kochen. Ich habe auch kaum jemanden gebraucht, der für mich die Einkäufe erledigt, da ich vorwiegend vegetarisch kochte und mich einfach versorgte. Viele meiner Senioren fühlen sich einsam und wir versuchen, telefonisch oder mit Newsletters regelmäßig mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Ich habe in der Krise gelernt, zu mir selbst bzw. zurück zu meinen Wurzeln zu finden. Zum Beispiel mache ich jeden Vormittag ein Paar Bewegungsübungen, das fertige Gestrickte gibt mir das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Es ist immer wichtig, Ziele zu haben und gerade in dieser Krisenzeit. Mein Hund bringt außerdem etwas Leben in mein Haus. Ich hoffe, dass all die Einschränkungen und Regeln bald vergessen sind und wir wieder frei zu unseren vielen Aktivitäten zurückkehren können.

Thomas S., Selbständig:

„Als ich das erste Mal vom Lockdown gehört habe hatte ich gedacht: Alles was ich mir die letzten 20 Jahre aufgebaut habe, geht nun den Bach runter. Mich hat das erstmal sehr mitgenommen. Ich konnte kaum mehr klar denken. Meine Familie hat mir Gott sei Dank den Rücken gestärkt. Wir haben in kürzester Zeit den Betrieb aufs minimalste runtergefahren. Es hat uns sehr weh getan unsere MitarbeiterInnen, die uns schon jahrelang treu sind, zu kündigen. Das Kurzarbeitsmodell war anfangs nicht sehr ausgereift. Man kann nicht beschreiben wie es sich anfühlt, wenn die eigene Existenz bedroht ist. Der jetzige Lockdown macht mir jetzt noch weniger Sorgen ich habe meine MitarbeiterInnen wieder eingestellt und werde vom Staat gut unterstützt. Außerdem haben wir sehr kreativ auf die Wünsche der Kunden reagiert, um so den Umsatz stabil zu halten. Ich versuche durch viel Sport und Bewegung im Freien mit dem ganzen klar zu kommen. Ich hoffe, dass ein Weihnachtsfest in der Familie möglich sein wird. Dann holen wir auch das Martini Gansl nach (schmunzelt). Ich habe in der Krise gelernt wie wichtig eine positive Einstellung ist und versuche mich nur noch mit positiven Menschen zu umgeben.“

Michaela B., Angestellte:

„Ich bin nun seit Anfang der Corona Krise im Homeoffice. Was anfänglich sicher eine Herausforderung und ungewohnt war, können mittlerweile sämtliche Arbeiten in annähernd vollem Umfang in gewohnter Art und Weise von daheim aus durchgeführt werden. Beeindruckt hat mich, wie schnell diverse Digitalisierungsprojekte in meinem Arbeitsbereich umgesetzt werden konnten, die schon sehr lange geplant waren. Da die Kommunikation vorwiegend über Online Konferenzen läuft und der soziale Kontakt fehlt, ist es sehr anstrengend von daheim aus zu arbeiten. Ich vermisse das Büro, den Kaffee in der Küche, den Heißhunger am Nachmittag, das Lachen, Diskutieren und Reden mit meinen KollegInnen. Zusätzlich musste ich längere Zeit wegen Lungenentzündung in Spitalsbehandlung und war in großer Sorge an Corona erkrankt zu sein. Die Tests waren aber alle negativ. Jetzt muss ich allerdings umso mehr aufpassen und genieße nun die Ruhe und das Entschleunigen. Ich habe nicht mehr das Gefühl ich könnte etwas verpassen. Wenn diese schwierige Zeit vorbei ist, freue ich mich auf ein lautes Eros Ramazotti Konzert.“

Magdalena S., Verkäuferin:

„Ich bin seit Beginn der Corona Krise im ständigen Kontakt mit Menschen. Ich mache mir natürlich Sorgen ich könnte mich anstecken. Es überwiegt jedoch die Angst ich könnte es meinen Eltern nach Hause bringen. Die Krise belastet mich sehr. Es ist eine nicht enden wollende Diskussion mit den Kunden, dass sie im Geschäft ihre Masken tragen müssen. Ich habe schon oft erleben müssen wie manche sogar aggressiv geworden sind und vor Kindern und anderen Kunden wüst geschimpft haben. Es hat mich manchmal sehr traurig gestimmt. Am meisten vermisse ich Livekonzerte. Ich habe kein Problem mit dem Lockdown. Ich habe die Zeit genutzt, um mir alte Konzerte auf Youtube anzusehen. Um mich seelisch fit zu halten bin ich jeden Tag eine Stunde mit meinem Hund spazieren gegangen. Manchmal sogar zwei. Ich finde es erfrischen wie die Gesellschaft zusammenhält. Auch wenn es paar Ausnahmen gibt und ich habe die Möglichkeit gehabt mehr Zeit mit meinem Hund zu verbringen. Wenn das alles vorbei ist besuche ich meine Familie in Leeds, England.“

Emily M., Schülerin: 

„Ich fühle mich vom zweiten Lockdown sehr belastet. Wir haben nun wieder Homeschooling und wir müssen uns alles selbst lernen. Zu Hause haben wir einen viel größeren Arbeitsaufwand als in der Schule. Wenn ich etwas nicht verstehe, kann ich nichts machen, es wird trotzdem zur Schularbeit kommen. Dafür ist der Sportunterricht verkürzt. Die machen wir aber auch gemeinsam am Laptop (lacht). Ich verbringe fast den ganzen Tag im Bett und kann kaum noch schlafen. Es gibt auch nichts mehr worauf man sich am Wochenende freuen kann. Dennoch finde ich es sehr schön wie sich die Natur erholt. Ich bin mir auch sicher, dass nach Corona die Menschen mehr Sinn für Hygiene haben. Wenn das alles vorbei ist, geh ich mit meinen Freundinnen mal so richtig fort.“