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Peter Eigelsreiter: Wir sind gerüstet

Mag.(FH) Peter Eigelsreiter ist seit Juli Leiter des Geschäftsbereiches „Gesundheit, Soziales und Umwelt“. Das St. Pölten Konkret sprach mit dem Nachfolger von Dr. Doris Schweitzer über den bevorstehenden Schulstart, die Herausforderungen der Coronakrise und über aktuelle Projekte sowie die neue duale Führung, die er gemeinsam mit Departmentleiterin Mag. Barbara Kalteis ausübt.

Peter Eigelsreiter im Gespräch mit Michael Koppensteiner. (Foto: Josef Vorlaufer)
"Ein Sprung ins kalte Wasser", war für Peter Eigelsreiter der Einstieg als Leiter des Geschäftsbereiches "Gesundheit, Soziales und Umwelt" mitten in der Corona-Krise.Für die Zukunft sieht er die Abteilung gemeinsam mit Departmentleiterin Barbara Kalteis gut aufgestellt. (Foto: Josef Vorlaufer).

St. Pölten Konkret: Der Schulstart steht unmittelbar bevor. Wir alle hoffen auf einen reibungslosen Ablauf. Dennoch die Frage: Was passiert im Verdachtsfall bzw. bei einem bestätigten Corona-Fall an einer Schule oder in einem Kindergarten?
Peter Eigelsreiter: Es gibt hier klare Vorgaben des Ministeriums, beziehungsweise des Landes. Seitens des Gesundheitsamtes ist die Vorgehensweise gleich, wie bei allen anderen Verdachtsfällen. Die Betroffenen müssen umgehend in Quarantäne bleiben und die Personen im direkten Umfeld bekommen einen Bescheid, wie sie sich zu verhalten haben. Über einen Absonderungs- oder Quarantäne-Bescheid ist dann im Einzelfall zu entscheiden.
Seit kurzem leiten Sie den Geschäftsbereich Gesundheit, Soziales und Umwelt. Zuerst einmal herzliche Gratulation – den Einstieg hätten Sie sich aber wohl anders vorgestellt.
Es war sicher so, dass ein Teil der Einstiegsphase in der Corona-Zeit einfach untergegangen ist. Die bisherige Leiterin Dr. Doris Schweitzer hat mit Ausbruch der Pandemie bis zu ihrem Pensionsantritt tatsächlich fast jeden Tag ihren Dienst als Amtsärztin versehen, dort Bescheide erstellt, Testungen veranlasst, etc. Dementsprechend wenig Luft blieb für eine Einarbeitungsphase. Für mich war das dann halt der Sprung ins kalte Wasser – es gab jedenfalls von Anfang an genug zu tun.
Die Zuständigkeiten wurden ja durch die Strukturreform gänzlich neu aufgeteilt. War diese Aufteilung schon in dieser Zeit hilfreich?
Sicher. Durch die duale Führung gemeinsam mit Mag. Barbara Kalteis konnten wir alle Aufgaben strukturiert abarbeiten. Sie hat sich von Anfang an sehr stark im Gesundheitsamt eingebracht – zusätzlich zu den juristischen Tätigkeiten. Das war extrem hilfreich. Gerade in der ersten Phase, waren viele rechtliche Belange zu klären und sie hat auch teilweise die Personalführung in dieser Zeit übernommen.
Was waren die größten Herausforderungen?
Wir hatten in allen Bereichen zwei Teams, die im Wochenrhythmus gewechselt haben. Im Büro wurden Anfragen, Telefonate etc. abgewickelt und zuhause wurden Bescheide geschrieben – auch am Wochenende. Wir haben zusätzlich eine Epidemie-Ärztin des Landes zur Verfügung gestellt bekommen, die nur für Covid-19 Fälle zuständig war und auch noch immer bei uns tätig ist. Zusätzlich erschwert wurde die Situation dadurch, dass durch die Änderungen bei der Sozialhilfe erst eine Woche bevor der Shutdown erfolgt ist, begonnen werden konnte, diese Anträge zu bearbeiten. Gerade in der Anfangszeit war das parallel zum Umstieg auf Homeoffice eine große Herausforderung. Zusätzlich hatten wir einen deutlich höheren Aufwand bei „Essen auf Rädern“ – die Bezugszahlen sind in dieser Zeit um 20 bis 30 Prozent angestiegen. Einige freiwillige Helferinnen und Helfer konnten Aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe nicht mehr eingesetzt werden und wir mussten Tag für Tag die Teams neu einteilen. Hier möchte ich allen zusätzlichen Freiwilligen in dieser Zeit meinen großen Dank aussprechen, dass alles so reibungslos funktioniert hat.
Immer wieder für Irritation sorgten auch die Angaben zu Fallzahlen des Bundes, die oft unterschiedlich zu jenen des Gesundheitsamtes waren.
Durch den Standort des Universitätsklinikums in der Stadt und die Bezirksunschärfe zwischen „St. Pölten“ und „St. Pölten Land“ war es sehr oft so, dass Fallzahlen zuerst uns als Stadt zugerechnet wurden und erst im Nachhinein bereinigt wurden. Dadurch dass die Bescheide hier abgefertigt werden, können die St. Pöltnerinnen und St. Pöltner auch in Zukunft auf die Zahlen des Gesundheitsamtes vertrauen.
Wie ist der Gesundheitsbereich auf möglicherweise steigende Fallzahlen im Herbst vorbereitet?
Mit der ersten Welle haben wir sehr viel an Erfahrung gesammelt. Wir haben intern zusätzlich eine Task-Force gegründet – das sind über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Magistratsbereichen, die im Falle eines Clusters oder allgemein markanten Anstieges die Personen-Kontakt-Nachverfolgung für das Gesundheitsamt durchführen und auch teilweise Bescheide ausstellen, damit wir für den Fall eines noch höheren Aufwandes, gerüstet sind. Die Zusammenarbeit mit dem städtischen Krisenstab, ebenso wie mit den übergeordneten Behörden von Land und Bund, hat im Ablauf reibungslos funktioniert. Es gibt weiterhin laufend Video-Konferenzen von allen zuständigen Akteuren, um Maßnahmen abzustimmen.
„Gesundheitsamt“ wäre ja zu kurz gegriffen. Was fällt genau in den Bereich „Gesundheit, Soziales und Umwelt“?
Insgesamt ist der Bereich in neun Referate gegliedert, das Gesundheitsamt, die beiden Umweltreferate, die Jugendhilfe, die Sozialhilfe, das Referat Märkte und Lebensmittel, das Seniorenwohnheim Stadtwald, das Jungendzentrum Steppenwolf und die Veterinärmedizin.
Sie sind seit mittlerweile 22 Jahren im Sozialbereich im Rathaus tätig. Begonnen haben Sie allerdings die Ausbildung mit einem Schauspielstudium. Was gab dann schlussendlich den Ausschlag für ihre Entscheidung einen Sozialberuf zu ergreifen?
Das war wohl eine Mischung aus Zufall und Bestimmung. Von Jugend an war es mir wichtig, zuzuhören und ausgleichend zu wirken. Die Möglichkeit am Sozialamt zu beginnen, hat sich dann eher zufällig ergeben. In weiterer Folge habe ich dann nebenberuflich Matura und Fachhochschule absolviert und 2009 die Sozialhilfe übernommen. Dieses Referat mit 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leite ich seit mittlerweile 10 Jahren. Als ich dann vom Bürgermeister angesprochen wurde, ob ich mir vorstellen könne, die Leitung zu übernehmen, habe ich nach einem kurzen Nachdenkprozess zugesagt, die Abteilung in die Zukunft zu führen.
Stichwort Zukunft: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Die Suche nach AmtsärtztInnen ist voll in Gange. Das ist wirklich eine der wichtigsten Aufgaben, hier geeignete Personen zu finden, die das Team des Gesundheitsamtes unterstützen und die gesundheitsbehördlichen Tätigkeiten weiterhin gut abdecken – auch nach Corona-Zeiten. Die Tätigkeit ist sicher sehr abwechslungsreich von schulärztlichen Untersuchungen bis zu arbeitsmedizinischen Fragen oder wie aktuell Aufgaben im Epidemiebereich, etc.
Auch das Seniorenwohnheim ist natürlich großes Thema. Da steht jetzt die Kernsanierung des Hauses A an. Die Arbeiten im Haus B und C ist so gut wie fertig. Dann ist das Haus in absehbarer Zeit wirklich gut für die Zukunft aufgestellt – sowohl baulich als auch von der Personalstruktur her.
Derzeit wird ja auch der Eingangsbereich der Heßstraße 6 umgebaut. Was war der Grundgedanke des Umbaus?
Schlussendlich gab es drei Grundgedanken: Mehr Service und Information gleich im Eingangsbereich, die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Barrierefreiheit, die so besser gewährleistet werden kann. Die Fertigstellung soll noch Ende September erfolgen.

Zur Person
Mag.(FH) Peter Eigelsreiter
geboren am 20.10.1973 in St. Pölten

Berufserfahrung
Seit 1998 Magistratsbediensteter
2004 – 2009 Sozialarbeiter
2009 – lfd. Referatsleiter
Seit 2015 nebenberuflicher Dozent an der FH St. Pölten – Studiengang Soziale Arbeit

Ausbildung
1996 Schubertkonservatorium Wien: 1 Semester Schauspielstudium
1998 – 2002 Realgymnasium Henriettenplatz / Wien
2002 – 2006 Fachhochschule St. Pölten / Studiengang Sozialarbeit

sk09 06 Gesundheitstamt Bereiche

Gesundheitsamt, Jugendhilfe, Sozialhilfe, die beiden Umweltreferate, Märkte, Veterinärmedizin, Seniorenwohnheim und Jugendzentrum sind im Geschäftsbereich "Gesundheit, Soziales und Umwelt" zusammengefasst. (Skizziert von Peter Eigesreiter, Foto: Josef Vorlaufer).

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