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Religionsvielfalt in St. Pölten

Diese neue Kolumne vom Büro für Diversität gibt einen Überblick über die Glaubensvielfalt der Bevölkerung St. Pöltens.

Mag.a. Martina Eigelsreiter, Leitung Büro für Diversität
Mag.a. Martina Eigelsreiter, Leitung Büro für Diversität. (Foto: Josef Vorlaufer)

 

Österreich hat als multikultureller Staat eine lange Tradition als Heimat von Personen verschiedenster Religionsgemeinschaften. Der Gedanke der Gleichberechtigung der Konfessionen setzte sich im Laufe der Zeit immer mehr durch. Die freie Religionsausübung ist unabhängig davon gewährleistet – in Österreich ist die Religionsfreiheit in der Bundesverfassung festgeschrieben. Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht und bedeutet: Jede Person darf glauben, woran sie möchte. Ab dem 14. Lebensjahr darf in Österreich selbst entschieden werden, welcher Religion man angehören will. Jeder Mensch darf den Glauben frei und ungestört leben. Jeder Mensch darf seine Religion wechseln. Jeder Mensch hat auch die Freiheit, keiner Religion anzugehören. Für die Glaubensentscheidung darf niemand verfolgt oder benachteiligt werden. Kirche und Staat sind in Österreich getrennt. Die gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften haben eine besondere Rechtsstellung, sie können z.B. an öffentlichen Schulen Religionsunterricht anbieten. Sie dürfen auch private Schulen errichten oder Menschen, die im Krankenhaus sind, religiösen Beistand leisten. Grundsätzlich nehmen sie Aufgaben des öffentlichen Interesses, die dem Gemeinwohl dienen, wahr.

Religion ist Privatsache

In Österreich sind 16 Kirchen- und Religionsgemeinden gesetzlich anerkannt. Des Weiteren gibt es derzeit neun staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaften. Sie genießen weniger Vorteile als gesetzlich anerkannte Religionsgesellschaften. Seit 2001 wurden keine genauen Zahlen mehr über die Religionszugehörigkeit der Menschen in Österreich erhoben – Religion ist Privatsache! Als multikulturelle und multireligiöse Stadt bietet St. Pölten ideale Voraussetzungen für einen Dialog der Religionen. Respekt, das gemeinsame Lernen mit- und voneinander, den Blick für das Verbindende - dies und vieles mehr ist im interreligiösen Dialog möglich. Der Interreligiöse Dialog wurde im Mai 2015 vom Büro für Diversität initiiert und ist ein gleichberechtigter, respektvoller Ideen- und Gedankenaustausch zwischen den verschiedenen staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften. Ein Anliegen der Mitglieder der Interreligiösen Dialogplattform ist es, Projekte und Maßnahmen zu initiieren, um die religiöse Vielfalt in St. Pölten sichtbar zu machen.