Sperrgebiet wird endlich Naherholungsgebiet

Vor zehn Jahren hat die Stadt St. Pölten den ehemaligen Truppenübungsplatz bei Völtendorf gekauft. Der Kauf wurde allerdings beeinsprucht. Der Verwaltungsgerichtshof hat nun alle Einsprüche zurückgewiesen. Damit kann der wertvolle Grünraum für die Bevölkerung gesichert und zugänglich gemacht werden. Der größte Grundstückskauf in der Stadtgeschichte ist endgültig bestätigt.
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"Eine gute Entscheidung für die St. Pöltner Bevölkerung", nennt Bürgermeister Mag. Matthias Stadler das Verwaltungsgerichtshoferkenntnis. Die Stadt ist nun endlich Eigentümerin des ehemaligen Truppenübungsplatzes.

Wertvoller Grünraum

Früher war der Truppenübungsplatz als militärisches Gebiet nicht zugänglich. Der St. Pöltner Bevölkerung wurde nun durch das positive Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes ein hochwertiger Grünraum als Naherholungsgebiet zugesprochen, denn es sind ökologisch wertvollen Flächen, die seltene Tier- und Pflanzenarten beherbergen.
„Nur durch den Verbleib dieser Flächen im öffentlichen Eigentum – dem Eigentum der Stadt – ist eine Erhaltung dieser Flächen sicherzustellen. Darüber hinaus ist eine Unterschutzstellung von Teilflächen einfacher zu bewerkstelligen, da wirtschaftliche Interessen privater Eigentümern dieser Zielstellung zumeist entgegenlaufen“, sagt das Stadtoberhaupt.
Der ehemalige Truppenübungsplatz ist Teil des übergeordneten Grünzuges im Westen der Stadt (westlicher Wagram), der sich als Grüne Ader von Radlberg über den Stadtwald, den Heirats- und Geburtenwald bei der Teufelhofsiedlung bis zum Brunnenfeld Spratzern und der südlichen Stadtgrenze in St. Georgen erstreckt. Langfristig ist es geplant, hier eine durchgehende grüne Verbindung als „Klimaschutzgürtel“ im Westen der Stadt zu schaffen.
„Die Größe des Areals stellt uns in der Stadtverwaltung auch vor neue Herausforderungen, denen wir uns allerdings gerne stellen werden“, erläutert Stadler die Auswirklungen des Grundstückskaufs.

10 Jahre Rechtsstreit

Vor 10 Jahren hat die Stadt St. Pölten das Gelände des Truppenübungsplatzes im Bereich des St. Pöltner Stadtteils Völtendorf um knapp über 2,5 Millionen Euro in einem Bieterverfahren von der Republik Österreich, vertreten durch die SIVBEG, strategische Verwertungs- Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft m.b.H., erworben. Der Kauf wurde allerdings beeinsprucht und nun nach einer Vielzahl von behördlichen und gerichtlichen Entscheidungen durch den Verwaltungsgerichtshof endgültig bestätigt. Der Verwaltungsgerichtshof hat nämlich die Revision der NÖ Landesregierung abgewiesen und die der Land- und forstwirtschaftliche Boden- und Grunderwerbsgenossenschaft für NÖ zurückgewiesen. Damit ist das angefochtene Erkenntnis des NÖ Landesverwaltungsgerichthofes, mit dem der Stadt die grundverkehrsbehördliche Genehmigung für den Kauf des ehemaligen Truppenübungsplatzes von der Republik erteilt wurde, bestätigt worden. So ist nun der größte Grundstückskauf in der Stadtgeschichte endgültig besiegelt, der Kaufvertrag kann im Grundbuch eingetragen werden und wird die Stadt somit Eigentümerin des Areals.

Jahrhundertchance genutzt

Mit diesem Erkenntnis wird ein für die Stadt erfreulicher Schlussstrich gezogen. 10 Jahre mussten durchs Land ziehen, bis die Stadt mit ihrer Rechtsansicht bei den Behörden in allen Instanzen durchdringen konnte.
„Wir haben lange darum gekämpft und dadurch ist es gelungen diese Jahrhundertchance zur Sicherung dieser Grünflächen für die Bevölkerung zu nutzen. Das Areal ermöglicht uns eine nachhaltige Stadtentwicklung mit hoher Lebensqualität“, ist Stadler zufrieden.

„Das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes ist ein besonderer Anlass zur Freude für die Bevölkerung und ein Meilenstein in der Stadtentwicklung“, sagt Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und verweist darauf, „ dass die Stadt nun nach 10 Jahren Rechtsstreit endlich auch offiziell Eigentümerin des 140 ha großen Areals ist. Wir wollen den ehemaligen Truppenübungsplatz bei Völtendorf für einen verträgliche Freizeitnutzung als stadtnahes Erholungsgebiet mit viel Natur und wertvollen Waldflächen für die Zukunft erhalten und weiter entwickeln. Es ist sogar angedacht bestimmte Teilbereiche unter Schutz zu stellen.“
Extensive Landwirtschaft wird es nur stellenweise geben.