matomo image Zur Navigation Zum Inhalt

Premiere als Zeichen des Aufbruchs

Keine Frage – der Saisonstart der St. Pöltner Bühnen im Herbst ist ein besonderer, gehen doch nach dem zwangsgedrungenen Lock-Down wieder die Vorhänge hoch.
Schauspielerinnen und Schauspieler stehend bei weißen Säulen. (Foto: Alexi Pelekanos.)
Das Landestheater Niederösterreich startet am 18. September mit Moliéres Komödie „Schule der Frauen“ in die Spielzeit 2020/21. (Foto: Alexi Pelekanos).

Und auch wenn sich, den jeweiligen Sicherheitskonzepten entsprechend, das eine oder andere ändern wird, so versprechen die Auftaktveranstaltungen vor allem das, wofür die St. Pöltner Bühnen mittlerweile auf höchstem Niveau und solide stehen: Hochkarätiger Kulturgenuss, dessen Niveau weit über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung findet – wenn man etwa nur daran denkt, dass die österreichische Erstaufführung von Elfriede Jelineks „Am Königsweg“ im Landestheater Niederösterreich von der New York Times zu einer der besten deutschsprachigen Theater-Inszentierungen Europas (!) 2019 gewählt wurde.

Witz und Ironie im Landestheater

Das Landestheater Niederösterreich startet am 18. September mit der Premiere von Molières „Schule der Frauen“. Der alte, reiche Arnolphe will seine Pflegetochter nicht nur – abgeschirmt von der Welt – zum braven, pflegeleichten Ehedummchen erziehen, sondern sie praktischerweise auch gleich selbst heiraten. Wenn da nicht der junge Horace auftauchen würde und Agnès ihre eigenen Gedanken zu spinnen beginnt, brennende Liebe für den jungen Galan inklusive. „In der hohen Kunst der Molière’schen Komödie wird die Figur des paranoiden Alten lustvoll demontiert. Temporeiche Dialoge, viel Witz und Ironie stellen männliche Dominanz und allzu enge Geschlechterklischees auf den Kopf.“ Wenig verwunderlich, dass das Stück 1662 noch einen handfesten Theaterskandal auslöste, waren Kritik am Ehestand oder gar die Frage nach der Emanzipation der Frau ein Tabu. Und wie sieht es rund 350 Jahre später aus?
Infos: www.landestheater.net

Tanz und Musik im Festspielhaus

Das Festspielhaus St. Pölten gibt seine Visitenkarte zu Beginn der Saison gleich mit dem Genre ab, mit dem man sich zu einem der führenden Häusern der Republik entwickelt hat: Tanz.
Niemand Geringerer als Musik-Theater-Genie Robert Wilson hat sich für eine Ko-Produktion des Théâtre de la Ville-Paris und des Festspielhauses St. Pölten Rudyard Kiplings Klassiker „Dschungelbuch“ vorgeknöpft, das am 26. September in St. Pölten Österreichpremiere feiert (weitere Termine 27. und 28. September). Das verspricht vor allem fantasievoll, knallig bunt und bildstark zu werden, noch dazu, wo die grandiosen Tänzer in der Rolle von Mowgli, Baloo & Co. musikalisch vom extzentrischen Indie-Pop-Duo CocoRosie in Szene gesetzt werden. Ein Spaß für Jung (ab 10 Jahren) und Alt.
Infos: www.festspielhaus.at

Kleinkunst in der Bühne im Hof

Die Bühne im Hof beginnt am 16. September, wenn man es so formulieren möchte, gleich mit einem „Kleinkunst“-Blockbuster. Immerhin spielt Publikumsliebling Viktor Gernot mit „his best friends“ auf und zelebriert die besten Songs von Frank Sinatra bis Eigenkompositionen. Dass Gernot dabei als genialer Conférencier humorvoll durch den Abend führt, versteht sich wohl von selbst. Zwei Tage später, am 18. September, gastiert dann Theater-Titan Otto Schenk anlässlich seines 90. Geburtstages (!) in der Bühne im Hof und präsentiert „Das Allterbeste von Otto Schenk“.
Infos: www.buehneimhof.at