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Kulinarisches Erleben - St. Pölten isst gastronomisch

Kulinarisches Erleben - St. Pölten isst gastronomisch

Ein edles Tröpferl aus dem Weinviertel

Ein gut gehütetes Geheimnis wurde am 10. August im St. Pöltner Rathaus gelüftet. Der Hauptstadtwein 2021 wird von der Winzerfamilie Hirtl aus Poysdorf und somit erstmals aus dem Weinviertel kommen.

Von links nach rechts: Bürgermeister der Stadt Poysdorf Thomas Grießl, Landtagspräsident Karl Wilfing, Winzerfamilie Martin und Andrea Hirtl und Bürgermeister der Stadt St. Pölten Matthias Stadler im Bürgermeisterzimmer im St. Pöltner Rathaus. (Foto: Arman Behpournia)
Bürgermeister der Stadt Poysdorf Thomas Grießl, Landtagspräsident Karl Wilfing, Winzerfamilie Martin und Andrea Hirtl und Bürgermeister der Stadt St. Pölten Matthias Stadler bei der Präsentation des Hauptstadtwinzers 2021. (Foto: Arman Behpournia)

2003 gab es anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Rathaus St. Pölten“ erstmals den „Rathauswein“. Seither ist es in der Landeshauptstadt Tradition geworden, jährlich einen Wein für St. Pölten produzieren zu lassen. Mit einem Glas Grüner Veltliner besiegelten Landesrat Karl Wilfing und Bürgermeister Matthias Stadler zu Jahresbeginn den Entschluss zur Zusammenarbeit auf kulinarischer wie touristischer Ebene mit Poysdorf im Rahmen des Hauptstadtweines 2021.

„Ich besuche seit vielen Jahren den beeindruckenden Hauptstadtball in St. Pölten und konnte dort die jeweiligen Hauptstadtweine verkosten. Als Weinviertler ist mir aufgefallen, dass noch nie Weine aus unserer Region Hauptstadtwein waren. Also habe ich Bürgermeister Matthias Stadler vorgeschlagen, für nächstes Jahr Wein aus meiner Heimat Poysdorf auszuwählen. Danke, dass dies nun umgesetzt wird. Ich gratuliere der Winzerfamilie Hirtl, deren Weine 2021 als Hauptstadtwein in aller Munde sein werden“, so Landtagspräsident Karl Wilfing.

„Der Hauptstadtwein ist Zeit seines Bestehens ein wichtiger Botschafter der Stadt St. Pölten. Die ursprüngliche Idee des Hauptstadtweins war es, Winzer aus der Region, sowie touristische Aktivitäten zu fördern. Egal ob als Mitbringsel aus St. Pölten oder für Veranstaltungen, der Hauptstadtwein eignet sich für jeden Anlass und ist bereits ein Teil der St. Pöltner Identität geworden“, freut sich Bürgermeister Matthias Stadler über die langjährige Tradition.

Wein als Geschichtsträger

Zunächst zur Förderung von Traisentaler Weinen geplant, ist der Hauptstadtwein mittlerweile Bindeglied zwischen der Landeshauptstadt und ganz Niederösterreich. Seit ein paar Jahren ist dieser immer an einen besonderen Anlass geknüpft, wie beispielsweise 2018 an das 180-jährige Bestehen der Musikschule St. Pölten.

Mehrstufiges Auswahlverfahren des Hauptstadtwinzers 2021

Die für den St. Pöltner Hauptstadtwein vorgesehenen Kriterien wurden im März an Poysdorfer Winzerbetriebe ausgesandt. Anschließend langten Einsendungen von 14 Winzern bei der Jury ein, von denen es fünf in die engere Auswahl schafften. Eine Delegation der Stadt St. Pölten, unter Leitung von Bürgermeister Stadler, besuchte kürzlich die Winzerfamilien, um sie und ihre Arbeitsweise kennenzulernen.
Wenn es in den letzten Jahren um Spitzenplatzierungen bei nationalen und internationalen Weinprämierungen ging, tauchte das Weingut Hirtl aus Poysdorf verlässlich an prominenter Stelle auf. Nicht überraschend ist es deshalb, dass sich auch die Jury für den Traditionsbetrieb entschieden hat.

„Als Poysdorfs Bürgermeister freut es mich besonders, dass mit der Winzerfamilie Hirtl einer der Poysdorfer Vorzeigebetriebe den Hauptstadtwein 2021 stellen wird. Der Weinbau hat für Poysdorf eine enorme Bedeutung. Nationale und internationale Auszeichnungen für unsere Weine bestätigen deren herausragende Qualität. Ich hoffe, dass viele St. Pöltnerinnen und St. Pöltner Lust auf einen Besuch Poysdorfs, der Weinstadt Österreichs, bekommen, wo offene Kellertüren, Heurige, eine wunderschöne Hügellandschaft und kulturelle Angebote die Gäste erfreuen werden“, schwärmt Bürgermeister Thomas Grießl.

Typisch Weinviertel

Die Familie Hirtl ist für ihre ausgezeichneten Weine bekannt. Mit ihrem Grünen Veltliner, typisch Weinviertel - typisch Hirtl, ist ihnen kürzlich ein weiterer Meilenstein in ihrer Winzerkarriere gelungen.

„Wir sind sehr stolz, dass wir uns im Auswahlverfahren durchgesetzt haben und 2021 den Hauptstadtwein liefern werden“, freut sich Betriebsführer und Kellermeister Martin Hirtl. „Wir haben in den letzten Jahren ein respektables Niveau erreicht, indem wir von der Austrian Wine Challenge bis hin zu Falstaff, Decanter und Concours Mondial de Bruxelles immer mehr renommierte Weininstanzen von der Qualität unserer Weine überzeugen konnten.“

Naturnahe Weinproduktion

Zu verdanken ist das nicht nur dem konsequenten Qualitätsstreben des Traditionsbetriebes, sondern vor allem dem natürlichen Zugang zur Weinproduktion, den sich die Hirtls seit ihrer Betriebsübernahme im Jahr 2001 bewahrt haben. Als Basis für eine naturnahe und gesunde Traubenproduktion wird der Boden im Weingarten permanent aufgebaut und für Begrünung gesorgt, Schädlinge werden verwirrt und Trauben geteilt, um die optimale Versorgung der Reben zu gewährleisten. Kurz und gut: die geologischen und klimatischen Besonderheiten des Weinviertels werden mit Know-How, Erfahrung und viel Gespür kombiniert und 1:1 in die Flasche gebracht.

Herausforderungen für Winzer durch Covid-19

Insgesamt wird man 2020 in der Winzerszene, wie allerorts, auf ein sehr durchwachsenes Jahr zurückblicken. Durch die Trockenheit im Frühjahr ist die Blüte verrieselt, die Weintrauben sind sehr lockerbeerig geworden. Die Regenfälle im Juni haben für Erholung im Weingarten gesorgt, was Hoffnung auf einen sehr guten Jahrgang macht.

„Dass unsere heimischen Weine schmecken – und sich gut verkaufen, ist in diesem Jahr wichtiger denn je, denn Covid-19 hat natürlich auch die Weinlandschaft bewegt, indem fast sämtliche Möglichkeiten, Weine zu präsentieren beziehungsweise zu verkaufen weggefallen sind. Wir Winzer haben unser Bestes gegeben und würden uns freuen, wenn alle Weinfreunde heuer regionale Betriebe besonders unterstützen“, erklärt der Hauptstadtwinzer Martin Hirtl.