Inhalt
Historisches
Erste Gründung
Die jüngste Forschung zur Geschichte des "Musikvereins 1837" hat auch für die Musikschule einen Knalleffekt gebracht - sie ist nämlich ebenso alt. Und es kommt noch besser: Die Statuten von 1837 wurden übernommen vom noch 20 Jahre älteren Wiener Konservatorium, dem Vorläufer der Musikakademie, dessen erster Leiter Antonio Salieri war. Eugen Scherer, der Gründer von Konservatorium und Musikverein St.Pölten, verwendete die Wiener Schulordnung als Vorlage.
In den ersten drei Jahrzehnten ging es kunterbunt zu: Der Begründer Eugen Scherer starb früh, nach 15 Bestandsjahren wurde der Musikverein sistiert, was auch den Stillstand der Schule bedeutete, wieder ein paar Jahre später gab es eine Vereinsneugründung unter anderem Namen, dann wieder eine Sistierung.
Und nun wird es wieder interessant: Ludwig Stöhr errichtete 1871 eine Gesang- und Musikschule auf der Grundlage der Statuten von 1837! Dieser Ludwig Stöhr war Geigenbauersohn und eine bemerkenswerte Persönlichkeit, und in seine erfolgreiche 30-jährige Wirkenszeit fiel die erste Verleihung des Öffentlichkeitsrechts im Jahre 1885. Die Musikschule und der Musikverein erlebten in dieser Zeit ihre erste Hochblüte.
Zweite Gründung
Im Jahr 1961 gab der Musikverein seine Musikschule an die Stadtgemeinde ab – der Auftakt für die Musikschule der Gegenwart. Dieser Abschnitt ist etwas rascher erzählt, er ist ja auch kürzer. Die Stadt erwarb eine mehr als 50 Jahre alte Villa, die schon zwei Weltkriege gesehen hatte, und begründete das so genannte Kulturheim Süd mit einer (mit 88 Schülern recht bescheidenen) Musikschule.
Fünf Fächer wurden angeboten: Klavier, Violine, Trompete, Gitarre, Gesang. Erster Leiter war Prof. Walter Hofmann, er stand der Schule bis 1979 vor und baute sie in diesen 18 Jahren zur größten in Niederösterreich aus.
Ein Meilenstein in der jüngsten Geschichte der Musikschule war die Generalsanierung des Haupthauses etwa zur Jahrtausendwende. Rund 1,5 Millionen Euro flossen in die Revitalisierung. Das Haus ist seitdem ausschließlich als Musikschulsitz, als Ort der musikalischen Begegnung gewidmet.
Die Kulturredaktion
Stand: 4.2.2009
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